In der Welt der Wirtschaft gibt es immer wieder Geschichten, die uns den Atem rauben. Diese hier handelt von Christian Haub, dem Chef des Handelskonzerns Tengelmann, und seinem verschwundenen Bruder Karl-Erivan Haub. Die Staatsanwaltschaft Köln hat Anklage gegen Christian erhoben – und das hat es in sich. Ja, das Ganze steht im Zusammenhang mit dem Verschwinden seines Bruders in den Schweizer Alpen, und die Details sind alles andere als einfach.
Die Anklage wurde am 13. April 2024 beim Landgericht Köln eingereicht und hat die Gemüter erregt. Christian Haub wird vorgeworfen, im Rahmen des Verschollenheitsverfahrens um Karl-Erivan eine falsche Versicherung an Eides statt abgegeben zu haben. Sein Anwalt, Mark Binz, äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen, während die Tengelmann-Sprecherin den Fall als private Angelegenheit von Herrn Haub bezeichnete. Aber was steckt wirklich dahinter?
Der mysteriöse Fall Karl-Erivan Haub
Im April 2018 verschwand Karl-Erivan Haub während einer Skitour in Zermatt, und die Familie ging von einem tödlichen Unfall am Klein Matterhorn aus. Er wurde schließlich 2021 für tot erklärt – drei Jahre nach seinem Verschwinden, und das auf Antrag seiner Frau, seiner zwei Kinder und Christian. Doch die Umstände sind nach wie vor unklar. Medienberichte, die Zweifel am Tod des erfahrenen Alpinisten aufwerfen, kursieren, doch das Gericht hält sie bislang nicht für belegbar.
Was die Sache noch komplizierter macht: Christian soll wichtige Informationen zur Todeserklärung seines Bruders vorenthalten haben. Dazu gehören Überwachungskamerabilder, die Karl-Erivan Haub nach seinem Verschwinden in Moskau zeigen sollen. Christian gab an, die Bilder nicht zu erwähnen, da er seinen Bruder darauf nicht erkannt habe und sie für Fälschungen hielt. Dabei bleibt die Frage, ob die Bilder tatsächlich Karl-Erivan zeigen oder manipuliert sind. Ein Gutachten beziffert die Wahrscheinlichkeit einer Übereinstimmung auf rund 50 Prozent.
Die rechtlichen Aspekte
Hier kommen wir zu den rechtlichen Feinheiten – und das ist nicht ganz ohne. In Deutschland gibt es klare Gesetze, die Aussagedelikte betreffen, also die vorsätzliche Abgabe falscher oder unvollständiger Angaben vor Gericht oder bei Behörden. Das schadet nicht nur der Integrität des Rechtssystems, sondern wird auch strafrechtlich verfolgt. Christian Haub könnte sich, je nach Ausgang der Verfahren, mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren konfrontiert sehen, sollte er tatsächlich wegen falscher uneidlicher Aussage verurteilt werden.
Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen auf Basis einer Strafanzeige der RTL-Journalistin Liv von Boetticher eingeleitet, die seit Jahren zu dem Fall recherchiert. Es ist also nicht einfach nur ein Familienkonflikt, sondern ein vielschichtiger rechtlicher Kampf, der sich vor unseren Augen entfaltet. Derzeit prüft das Gericht, ob der Tatverdacht ausreichend ist, um die Anklage zur Hauptverhandlung zuzulassen. Ein Zeitrahmen für diese Entscheidung wurde allerdings nicht genannt.
Und so bleibt der Fall Haub ein rätselhaftes Unterfangen – voller Fragen, Spekulationen und einem Hauch von Drama. Man kann nur abwarten, wie sich die Dinge entwickeln werden und welche neuen Informationen ans Licht kommen. In einer Zeit, in der die Wahrheit manchmal schwerer wiegt als Gold, ist dieser Fall ein weiteres Beispiel dafür, wie kompliziert menschliche Beziehungen und die Gesetze, die sie umgeben, sein können.