In der malerischen Region Main-Spessart tut sich etwas Spannendes: Agroforst-Systeme sind im Kommen! Diese innovativen Konzepte kombinieren landwirtschaftliche Nutzung mit Gehölzen auf der gleichen Fläche und bringen eine Vielzahl von Vorteilen mit sich. Mikroklima, Bodenfruchtbarkeit und die Biodiversität profitieren allesamt von dieser nachhaltigen Methode. Ein wertvoller Baustein für die Klimaanpassung in der Agrarlandschaft, könnte man sagen, und genau das wird bei einer Exkursion am Freitag, den 19. Juni, näher beleuchtet.
Die Exkursion, die um 8.45 Uhr in Karlstadt startet und um 15.45 Uhr zurückkehrt, richtet sich an Landbewirtschafter und alle Interessierten, die mehr über Agroforst erfahren möchten. Organisiert wird das Ganze vom Regionalmanagement Landkreis Main-Spessart, dem AELF Karlstadt und der Kreisgruppe Main-Spessart des Bayerischen Bauernverbands. Und das Beste? Die Teilnahme ist kostenlos! Inklusive Busfahrt und einem leckeren Mittagsimbiss. Wer sich jetzt fragt, wie man teilnehmen kann: Eine Anmeldung ist bis spätestens Montag, den 8. Juni, erforderlich unter diesem Link. Für Rückfragen steht das Regionalmanagement unter Tel. (09353) 793-1775 oder via E-Mail an regionalmanagement@lramsp.de zur Verfügung.
Ein Blick auf die Praxis
Während der Exkursion haben die Teilnehmer die Möglichkeit, zwei landwirtschaftliche Betriebe zu besichtigen, die unterschiedliche Baumanordnungen präsentieren – von Windschutzhecken über Obst- und Wertholzbäume bis hin zu Kurzumtrieben. Hier wird nicht nur die Planung und Anlage der Gehölzpflanzungen erläutert, sondern auch deren Bewirtschaftung und die Potenziale, die sie für die Landwirtschaft bieten. Es wird spannend sein zu erfahren, wie diese Systeme im Alltag funktionieren und welchen Einfluss sie auf die Landwirtschaft haben können.
Doch Agroforst ist nicht nur ein lokal aktuelles Thema. Das Dossier „Agroforst 2025“, veröffentlicht vom Institut für Welternährung, bietet einen umfassenden Überblick über die Situation und Perspektiven der Agroforstwirtschaft in Deutschland. Verfasserin Susanne Salzgeber aus Berlin beschreibt, wie diese Systeme Bäume und Sträucher mit Ackerbau oder Weidewirtschaft kombinieren, um widerstandsfähige und biodiversitätsfördernde Agrarsysteme zu schaffen. Dabei sind Bodenschutz, die Erhöhung der Wasserspeicherkapazität und die Förderung der Artenvielfalt wichtige Aspekte, die nicht außer Acht gelassen werden dürfen.
Herausforderungen und Chancen
Obwohl das Potenzial von Agroforst in Deutschland groß ist, bleibt die Umsetzung hinter den Erwartungen zurück. Bürokratische Hürden, komplizierte Förderstrukturen und ein geringes Wissen in Verwaltung und Praxis erschweren oft den Einstieg. Doch ab 2026 wird die Förderung von 200 auf 600 Euro pro Hektar erhöht, und vereinfachte Antragsbedingungen sollen helfen, die Einstiegshürden deutlich zu senken. Das Dossier enthält zudem Best-Practice-Beispiele von Betrieben wie Gut & Bösel und Bauckhof, die zeigen, wie Agroforst erfolgreich umgesetzt werden kann.
Die Stimmen aus der Praxis betonen immer wieder die Notwendigkeit von langfristiger Planungssicherheit und gezielten Förderungen. Es bleibt spannend zu sehen, wie sich dieser Bereich in den kommenden Jahren entwickeln wird. Wer sich für die Thematik interessiert, sollte sich das Dossier als PDF herunterladen – es könnte eine echte Schatzkiste für alle sein, die sich für eine klimafreundliche Landwirtschaft einsetzen wollen.