Die Straßen können manchmal tückisch sein – wie ein Wolf im Schafspelz. Ein erschreckender Vorfall ereignete sich am späten Dienstagabend auf der Innkreisautobahn A8, wo ein 23-Jähriger und sein 47-jähriger Vater aus dem Kreis Landshut verletzt wurden. Es war kurz vor 22 Uhr, als das Duo in ihrem Fahrzeug in Fahrtrichtung Sattledt unterwegs war. Der junge Mann steuerte das Auto auf dem rechten Fahrstreifen, während sein Vater als Beifahrer Platz genommen hatte. Plötzlich, im Gemeindegebiet von Ort im Innkreis, kam es zu einem gefährlichen Moment. Aquaplaning – ein Begriff, den man nicht unterschätzen sollte – machte sich bemerkbar. Das Fahrzeug begann ins Schlingern zu geraten, fuhr zunächst nach rechts, dann nach links und touchierte schließlich die Mittelbetonleitwand. Ein Schreckensmoment, der sich in Zeitlupe abspielte, bevor das Auto auf dem linken Fahrstreifen zum Stillstand kam. Beide Männer wurden sofort in das Krankenhaus Ried gebracht, doch die Schwere ihrer Verletzungen bleibt ungewiss.
Wetter und Straßenverhältnisse im Fokus
Gerade in dieser Jahreszeit, wo der Himmel seine Schleusen öffnet und der Regen unaufhörlich auf die Straßen prasselt, steigt die Gefahr von Aquaplaning. Das haben auch andere Verkehrsteilnehmer zuletzt in Montabaur erfahren müssen. Am 12. September 2023 kam es dort zu mehreren Verkehrsunfällen, die allesamt auf starkes Regenwetter und Aquaplaning zurückzuführen sind. Ein 54-jähriger VW-Fahrer prallte in die Mittelschutzplanke, gefolgt von einem 50-jährigen BMW-Fahrer, der ebenfalls ins Schleudern geriet. Und das ist noch nicht alles! Eine 27-jährige Mazda-Fahrerin hatte ebenfalls ihre Schwierigkeiten auf der A3, was schließlich einen Sachschaden von rund 10.000 Euro zur Folge hatte. Insgesamt wurden bei verschiedenen Vorfällen drei Personen leicht verletzt, und der Gesamtschaden wird auf über 100.000 Euro geschätzt. Ein teurer Spaß – und das nur, weil die Straßenverhältnisse nicht optimal waren.
Was ist Aquaplaning?
Um das Phänomen Aquaplaning besser zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die Mechanik dahinter. Aquaplaning, das klingt fast poetisch, ist im Grunde das Aufschwimmen der Reifen auf einer Wasserfläche. Die Reifen verlieren den Kontakt zur Straße, wenn sich Wasser zwischen Asphalt und Gummi schiebt. Besonders gefährlich wird’s in Senken, Unterführungen oder Kurven – überall dort, wo sich Wasser sammeln kann. Die Geschwindigkeit spielt auch eine entscheidende Rolle. Ab etwa 80 km/h steigt das Risiko dramatisch. Aber das geht auch schon bei geringeren Geschwindigkeiten los!
Ein paar Tipps, um Aquaplaning zu vermeiden und richtig zu reagieren: Zuerst einmal, wenn die Witterungsbedingungen schlecht sind, einfach mal die Geschwindigkeit reduzieren – unter 80 km/h wäre ideal. Sorgt dafür, dass das Abblendlicht eingeschaltet ist und die Scheibenwischer gut funktionieren. Und wenn es wirklich brenzlig wird? Dann nicht lenken, bremsen oder beschleunigen. Das Fahrzeug einfach rollen lassen und das Lenkrad gerade halten. Klingt einfach – ist es aber nicht immer, besonders in einem Moment der Panik.
Die Verantwortung liegt bei jedem einzelnen Autofahrer. Die Geschwindigkeit sollte an die Straßen-, Sicht- und Wetterverhältnisse angepasst werden. Also, beim nächsten Mal, bevor ihr euch in die nächste Fahrt aufmacht, vielleicht einen Blick auf die Reifen werfen? Profiltiefe und Reifendruck regelmäßig prüfen – das könnte einen echten Unterschied ausmachen.