Die Geschichte der Lufthansa-Maschine „Landshut“ ist ein bemerkenswerter Teil der deutschen Nachkriegsgeschichte. Am 13. Oktober 1977 entführte ein vierköpfiges Terrorkommando der „Volksfront zur Befreiung Palästinas“ (PFLP) die Boeing 737, die auf dem Weg von Palma de Mallorca nach Frankfurt am Main war. An Bord befanden sich 86 Passagiere, drei Flugbegleiterinnen und die Crew. Bewaffnet mit Waffen und Sprengstoff, hatten die Terroristen nichts Geringeres als die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit im Blick. Sie forderten die Freilassung von elf in Deutschland inhaftierten RAF-Terroristen und ein Lösegeld von 15 Millionen US-Dollar. Die Entführung war Teil des so genannten „Deutschen Herbstes“, der auch die Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer durch die RAF umfasste. Die Ereignisse dieser Zeit lassen sich nur schwer in Worte fassen.

Die „Landshut“ war mehr als nur ein Flugzeug; sie wurde zum Symbol für Angst, Unsicherheit und den Kampf um politische Freiheit. Nach einer dramatischen Odyssee, die unter anderem eine Landung in Rom und Dubai umfasste, endete die Geiselnahme am 18. Oktober 1977 in Mogadischu. Dort stürmte die GSG 9 die Maschine und befreite alle Geiseln. Ein Befreiungsversuch in Dubai war zuvor gescheitert, da die Vereinigten Arabischen Emirate eine Intervention nicht zuließen. Bei der Befreiung wurden drei Entführer getötet, und der Pilot Jürgen Schumann kam tragischerweise ums Leben. Die Geiseln wurden am selben Tag nach Deutschland geflogen, doch die Schatten dieser Ereignisse blieben lange Zeit bestehen.

Die Zukunft der „Landshut“

Heutzutage ist die originale „Landshut“ in einem Hangar in Friedrichshafen untergebracht. Seit 2017 ist die Bundeszentrale für politische Bildung für die Maschine verantwortlich. Ein neuer Wind weht dort, denn der Präsident der Bundeszentrale kündigte an, dass die „Landshut“ nur für sechs Monate ausgestellt wird – eine Entscheidung, die Historiker Martin Rupps lautstark kritisiert. Er äußert sich empört über die Tatsache, dass die gesamte Ausstellung als die teuerste Sechs-Monats-Ausstellung in der Geschichte der Bundesrepublik bezeichnet wird. Bisher soll das Projekt Millionen Euro gekostet haben, und die monatlichen Mietkosten sind astronomisch hoch: 13.000 Euro im ersten Hangar und 50.000 Euro im zweiten, zuzüglich Nebenkosten von 8.500 Euro. Und doch wurde die „Landshut“ nicht restauriert, obwohl es ein Konzept und Unterstützung von Lufthansa gab.

Rupps, der die Maschine 2017 nach Deutschland holte, führt die Blockade des Projekts auf die damalige Kulturstaatsministerin Monika Grütters zurück und bemängelt die Verwendung von Mitteln für ein Computerspiel über den Herbst 1977, das 400.000 Euro verschlungen hat. Ein Vorschlag von ihm: Die „Landshut“ sollte an das private Technik-Museum in Sinsheim-Speyer übergeben werden, das bereits andere Flugzeuge ausstellt. Die Diskussion um die Zukunft der „Landshut“ ist nicht nur ein finanzielles Thema, sondern auch eine Frage der Erinnerungskultur und der politischen Bildung. Die Bundeszentrale für politische Bildung erhielt 2020 den Auftrag, die Ereignisse des „Deutschen Herbstes“ in ihre Bildungsarbeit einzubinden. Doch ob dies ausreicht, um das Andenken an diese prägende Zeit in der deutschen Geschichte lebendig zu halten? Das bleibt abzuwarten.

Die Eröffnung des Lernorts „Landshut“ in Friedrichshafen ist für den 18. Oktober 2027 geplant, ein Datum, das anlässlich des Jahrestages der Befreiung gedacht ist. Doch ein langfristiger Betrieb scheint aufgrund der angespannten Haushaltslage nicht möglich zu sein. Wie wird man mit dieser Geschichte umgehen, die ein Teil des kollektiven Gedächtnisses ist? Die „Landshut“ steht nicht nur für eine entführte Maschine, sondern auch für die Traumatisierung der Geiseln, die damals durch das Geschehen gehen mussten. Ein Denkmal für die Vergangenheit oder ein Lernort für die Zukunft? Die Antworten sind so vielschichtig wie die Geschichte selbst.

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