Heute ist der 30.05.2026, und wir blicken auf ein ganz besonderes Stück Traunstein, das seit 500 Jahren über den Stadtplatz wacht. Der Luitpoldbrunnen, weithin bekannt als „Liendl“, wurde 1894 eingeweiht, um die Errichtung einer modernen Hochdruckwasserversorgung zu feiern. Ein ganz schöner Grund zum Feiern, oder? Mit seinen sieben Metern Höhe und der eindrucksvollen Allegorie der Truna, die ihn krönt, ist der Brunnen nicht nur ein technisches Meisterwerk, sondern auch ein lebendiges Zeugnis der Stadtgeschichte. Der marmorne Ritter, geschaffen von dem Bildhauer und Steinmetz Stephan Rottaler aus Landshut, ist das älteste Wahrzeichen Traunsteins und hat in den letzten 500 Jahren sicherlich so manche Geschichte gehört und so manche Veränderung miterlebt.

Um dieses beeindruckende Jubiläum gebührend zu feiern, wird im Stadtmuseum eine Sonderausstellung präsentiert, die bis zum 13. September zu sehen ist. Hier wird die Entstehungsgeschichte des Lindlbrunnens beleuchtet, aber auch die Sozialgeschichte der Brunnen und der Wasserversorgung in Traunstein. Und das ist noch nicht alles! In der Ausstellung gibt es einen mittelalterlichen Tiefbrunnen zu bestaunen, der 1998 bei Umgestaltungsarbeiten entdeckt wurde, sowie zahlreiche Original-Fundstücke. Man fragt sich, was dieser Brunnen alles erlebt hat – und wie viele Geschichten er erzählen könnte!

Ein Blick in die Vergangenheit

Die Bedeutung des Luitpoldbrunnens geht weit über seine künstlerische Gestaltung hinaus. Die Einführung des modernen Hochdruckwassersystems 1894 war eine direkte Antwort auf die Choleraepidemie von 1854, die 72 Menschen das Leben kostete. Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer betonte bei der Eröffnung der Ausstellung die essenzielle Rolle einer gesicherten Trinkwasserversorgung für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bürger. Es ist beeindruckend, wie ein solches Bauwerk nicht nur der Schönheit dient, sondern auch ein Zeichen für den Fortschritt und die Sicherheit der Bevölkerung ist.

Und wusstet ihr, dass 1975 sogar Bier aus dem Lindlbrunnen floss? Ein ganz spezieller Anlass, der in die Geschichte der Stadt eingegangen ist! Damals gab es dazu einen Bierhydranten mit Zapfvorrichtung, der, so komisch es auch klingt, heute nicht mehr genutzt wird. Manchmal fragt man sich, ob das nicht ein bisschen schade ist – Bier aus einem Brunnen, das hätte doch etwas Feierliches!

Ein ehrwürdiges Erbe

Der Lindl, wie er liebevoll genannt wird, hat die Zeiten gut überstanden, auch wenn er während der Metallspende im Dritten Reich nicht verschont geblieben ist. Glücklicherweise blieb er dank des ruhpoldinger Marmors erhalten und ist heute ein sichtbares Zeugnis des spätmittelalterlichen Stadtbildes Traunsteins. Neben dem Lindl gibt es aber auch andere Brunnen, die in diesem Jahr Jubiläum feiern: Der Schützen- oder Deisenseer-Brunnen wird 90 Jahre alt, der Bürgerbrunnen im Stadtpark feiert sein 60-jähriges Bestehen, und der Rupertusbrunnen kann auf 35 Jahre zurückblicken. Es ist wirklich erstaunlich, wie viele Geschichten in diesen Wasserspielen verborgen sind.

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Die Ausstellung im Stadtmuseum ist von Dienstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, um mehr über die faszinierende Geschichte der Brunnen und die Wasserversorgung in Traunstein zu erfahren. Man könnte fast sagen, dass jeder Tropfen Wasser, der hier fließt, eine Geschichte erzählt. Ein Rundgang durch die Ausstellung könnte vielleicht auch dazu anregen, über die eigene Beziehung zum Wasser nachzudenken – dem Element, das uns alle verbindet und uns täglich begleitet.