In den letzten Wochen hat der Luibach in Igling ein trauriges Schicksal erlitten und ist beinahe vollkommen trocken gefallen. Die engagierten Bürger der Region haben sich zusammengetan, um dem drohenden Untergang der heimischen Fischpopulationen entgegenzuwirken. Aiteln, Bachforellen und sogar geschützte Edelkrebse wurden gerettet, und ihre Rettungsaktionen sind ein eindrucksvolles Beispiel für den Einsatz der Gemeinde, auch wenn die Situation alles andere als rosig ist.

Die alarmierenden Berichte des Niedrigwasser-Informationsdienstes Bayern belegen, dass die Grundwasserwerte in Penzing, Denklingen und Igling besorgniserregend niedrig sind. Dr. Michael Ruprecht, Co-Vorsitzender der BUND Naturschutz Ortsgruppe Landsberg, warnt eindringlich vor einer drohenden Wasserknappheit. Versuche, Wasser in den Luibach zu leiten, sind leider gescheitert, weil die Trinkwasserversorgung Priorität hat – und das zu Recht. Wenn das Grundwasser sinkt, spürt die Landwirtschaft die Auswirkungen direkt. Johann Drexl, der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes, berichtet von ausbleibendem Regen, der den Boden austrocknet.

Die Landwirtschaft unter Druck

Momentan bleibt das Getreide noch relativ verschont, da es im Juli geerntet wird. Doch die Hackkulturen – Zuckerrüben und Kartoffeln – leiden unter der Hitzewelle. Die Kartoffeln schalten bei über 30 Grad in einen Notmodus, was die Ernte zur Herausforderung macht. Der Klimawandel zwingt die Landwirtschaft dazu, sich umzustellen. Früher wurden die Ernten zu anderen Zeiten eingeholt, und neue Pflanzen wie Soja finden ihren Weg auf die Felder. Die Tierhaltung ist ebenfalls betroffen; die höheren Temperaturen bringen Stress für die Tiere mit sich und führen dazu, dass sie weniger fressen.

Ein Lichtblick in dieser angespannten Lage ist Florian Scherdi, Inhaber der Gärtnerei Scherdi, der ein innovatives Ebbe-Flut-System zur Wasserspeicherung implementiert hat. Mit der Fähigkeit, bis zu 1,3 Millionen Liter Wasser zu speichern – und bei Platzregen sogar bis zu 700.000 Liter – zeigt er, dass man auch mit begrenzten Ressourcen effizient umgehen kann. Trotzdem bleibt der trockene April 2026 eine Herausforderung, selbst für solche Systeme.

Wasserwirtschaft im Fokus

Die Stadtwerke Landsberg berichten von Grundwasserständen, die unter dem Durchschnitt liegen. Ein niederschlagsarmer Winter und ein trockenes Frühjahr führen zu Bedenken bei der Trinkwassergewinnung. Trotz dieser Herausforderungen ist die Trinkwasserversorgung in Landsberg stabil und ausreichend dimensioniert. Die Stadtwerke arbeiten kontinuierlich daran, die langfristige Sicherung der Trinkwasserversorgung zu gewährleisten, unter anderem mit dem Bau eines neuen Horizontalfilterbrunnens.

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Doch was können wir tun, um uns an diese extremen Bedingungen anzupassen? In der Wasserwirtschaft und Landwirtschaft gibt es zahlreiche Anpassungsmöglichkeiten. Langfristige Maßnahmen wie angepasste Landbewirtschaftung bieten einen gewissen Schutz vor Dürreereignissen. Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat ein Dürre-Wissensportal ins Leben gerufen, das wertvolle Informationen bereitstellt. Die Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel und das Aktionsprogramm Wasser umfassen zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Situation.

Der Weg in die Zukunft

Der Stresstest des Trockenjahres 2018 zeigt, wie verletzlich unser Wasserversorgungssystem ist. Lange Trockenperioden und hohe Temperaturen lassen den Wasserbedarf in die Höhe schnellen. Die Diskussion über die Priorität der Trinkwasserversorgung vor anderen Nutzungen ist ein wichtiger Schritt, um zukünftige Herausforderungen zu meistern. Die zuständigen Stellen müssen auch die Qualität des Wassers für unterschiedliche Nutzungen klären, insbesondere im Hinblick auf die landwirtschaftliche Beregnung.

Um den Herausforderungen der Trockenheit zu begegnen, sind nicht nur die Landwirte gefragt, sondern auch die Kommunen müssen sich an die Hitze anpassen. Naturnahe Maßnahmen zur Regenwasserversickerung und -verdunstung sind in der Stadtentwicklung unerlässlich. So wird der Zugang zu qualitativ hochwertigem Trinkwasser auch in Zukunft gesichert – ein Ziel, das wir alle anstreben sollten.

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