Im Rahmen eines spannenden Erasmus+-Projekts hat das Berufliche Schulzentrum Neusäß zusammen mit der Beruflichen Oberschule Neusäß vor wenigen Tagen hochkarätigen Besuch aus Kirgisistan empfangen. Eine Delegation von Schulleiterinnen aus der Hauptstadt Bischkek hat sich auf den Weg nach Bayern gemacht, und dieser Austausch ist Teil einer langfristigen Bildungskooperation zwischen Schwaben und Zentralasien. Wie myheimat.de berichtet, zeugt dieser Besuch von der wachsenden Bedeutung internationaler Kooperationen in der Berufsbildung.
Erst im April 2025 fand ein Rückbesuch deutscher Berufsschulleitungen in Kirgistan statt, wobei die Partnerschaft zwischen den bayerischen Schulen und dem Lyzeum Nr. 5 sowie der Silk Road International School in Bischkek im Fokus steht. Im Rahmen des Projekts „Erasmus+ Neusäß–Bischkek“ werden nicht nur Schulleitungen, sondern auch Lehrkräfte und Schüler aktiv in die Zusammenarbeit eingebunden. Geplant sind unter anderem Schüleraustausche, die praktische Aspekte wie Schnupperpraktika in Ausbildungsbetrieben beinhalten.
Vielfältige Perspektiven durch internationale Kooperation
Die kirgisischen Teilnehmenden sollen während ihrer Aufenthalte in Deutschland wertvolle Einblicke in die duale Ausbildung erhalten. Das Lyzeum Nr. 5 bildet in zwölf Handwerks- und Technikberufen aus, darunter Tischlerei, Metallbearbeitung und Kfz-Mechatronik. Eine gute Ausbildung, wie viele der rund 50 Schüler, die Deutsch lernen, anstreben, wird häufig gleichwertig mit einem Hochschulstudium angesehen. Das unterstreicht das Potenzial der Partnerschaft, das bereits durch die Initiative der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz gefördert wird, die erfolgreich 150 kirgisische Auszubildende für Ostbayern gewonnen hat.
Die Motivation und der Wunsch nach einer Vertiefung der Zusammenarbeit wurden auch von den Neusäßer Schulleitungen geäußert. Johannes Münch, der Projektinitiator, betont, wie wichtig Vertrauen und Verständnis zwischen den verschiedenen Bildungssystemen sind. Seine Worte bekräftigen den Wunsch, das Wissen über das duale System in Kirgisistan zu verbreiten.
Ein Blick über die Grenzen: Thüringen und Kirgisistan
Der Austausch in Schwaben findet im Kontext einer breiteren internationalen Bildungszusammenarbeit statt, die auch in Thüringen zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die IHK Erfurt und der Firmenausbildungsverbund Service gGmbH haben im Frühjahr 2025 eine Delegation auf eine zehn Tage dauernde Reise nach Kirgisistan, Kasachstan und in die Mongolei geschickt. Ziel dieser Reise war es, die duale Ausbildung „Made in Germany“ zu präsentieren und neue Perspektiven für junge Menschen zu schaffen.
Die Delegation begann ihre Reise in Kirgisistan mit einem Forum in Osch, bei dem über 300 Teilnehmende zusammenkamen, um über Bildungschancen und Kooperationen zu diskutieren. Hier wurde auch ein Memorandum of Understanding mit der örtlichen IHK unterzeichnet, was die betriebliche Ausbildung weiter stärken soll. In Bischkek fanden ebenfalls Gespräche über mögliche Kooperationsfelder statt, die die Zusammenarbeit zwischen den Bildungseinrichtungen fördern sollen.
Der Weg in die Zukunft
Die Erasmus+-Initiative unterstützt nicht nur den Austausch, sondern bietet auch Auslandspraktika für Azubis und Berufsschüler an, um ihre fachlichen Kompetenzen zu verbessern und sie optimal auf den internationalen Arbeitsmarkt vorzubereiten. Bildungseinrichtungen können Fördermittel beantragen und innovative Projekte ins Leben rufen, um internationale Partnerschaften auszubauen. Informationen hierzu sind über die Nationale Agentur Bildung für Europa beim BIBB erhältlich, die zudem umfassende Beratungsangebote bereitstellt, wie auf erasmusplus.de zu erfahren ist.
Die positive Resonanz auf die Gastfreundschaft und den fachlichen Austausch zeigt, dass der Weg für eine internationale Zusammenarbeit in der Berufsbildung mehr als nur eine Eingangsformel ist. Hier liegt eine Zukunftsperspektive, die für alle Beteiligten hoch im Kurs steht.