Die wirtschaftliche Lage im Landkreis Kronach ist alles andere als rosig. Seit 2019 ist die Beschäftigtenzahl dramatisch um 1.533 auf nunmehr 24.467 gesunken. Besonders betroffen ist das verarbeitende Gewerbe, wo die Zahl der Beschäftigten um 1.114 auf 10.856 gefallen ist. Dies wirft Fragen auf und lässt die Zukunft der Region in einem unsicheren Licht erscheinen.
Hans Rebhan, Vizepräsident der IHK, hebt die essenzielle Rolle einer starken Industrie für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und die Perspektiven junger Menschen hervor. In einer Zeit, in der die Herausforderungen vielfältig sind – sei es durch den Ukraine-Krieg, US-Zölle oder fragile Lieferketten – ist es umso wichtiger, Lösungen zu finden.
Rückgänge und Zuwächse in verschiedenen Wirtschaftsbereichen
Der Rückgang der Beschäftigten beschränkt sich jedoch nicht nur auf das verarbeitende Gewerbe. Auch im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen gab es einen Rückgang von 788 Beschäftigten. Das Baugewerbe hat 191 Arbeitsplätze verloren. Auf der anderen Seite gibt es jedoch auch Lichtblicke: Die öffentliche Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung verzeichneten einen Zuwachs von 195 Beschäftigten, das Gesundheits- und Sozialwesen konnte 147 neue Stellen schaffen und im Bereich Erziehung und Unterricht wurden 109 neue Arbeitsplätze geschaffen.
Rebhan benennt auch konkrete Maßnahmen, die Unternehmen unterstützen könnten. Dazu zählt der Abbau von Bürokratie, beschleunigte Genehmigungsverfahren, reduzierte Steuerbelastungen, Fortschritte in der Digitalisierung sowie gesenkte Energiekosten. Zudem spricht er sich für den Ausbau der B173 zwischen Kronach und Küps sowie den Lückenschluss der B303 aus, um die wirtschaftlichen Verbindungen zu stärken.
Gesamtoberfranken im Fokus
Der Beschäftigungsabbau in Gesamtoberfranken ist ebenfalls alarmierend. Seit 2019 hat das verarbeitende Gewerbe hier 15.252 Stellen verloren, was einem Minus von 11,1 Prozent entspricht. Auch in den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen zeigt sich ein Rückgang von 1.406 Beschäftigten, was auf die enge Verknüpfung zum verarbeitenden Gewerbe hinweist.
Die übergreifende wirtschaftliche Situation in Deutschland ist ebenso angespannt. Der Jahreswirtschaftsbericht 2025, der am 29. Januar 2025 vom Bundeskabinett beschlossen wurde, zeigt, dass die deutsche Wirtschaft sich nach zwei Jahren Stagnation in einer schwierigen Lage befindet. Energiepreisanstiege und Kaufkraftverluste sind dabei nur die Spitze des Eisbergs. Die Bundesregierung rechnet für 2025 mit einem Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts um 0,3 Prozent, doch die Signale der Binnenwirtschaft bleiben zunächst schwach.
Wirtschaftliche Herausforderungen und Lösungsansätze
Die Herausforderungen, vor denen die deutsche Wirtschaft steht, sind struktureller Natur und umfassen unter anderem den demografischen Wandel und die geopolitische Fragmentierung. Trotz dieser Schwierigkeiten hat die Bundesregierung Maßnahmen zur Bürokratieentlastung und zur Verbesserung der Planungs- und Genehmigungsverfahren ergriffen. Zudem gibt es Bestrebungen, die Energieversorgung nach der Energiekrise 2022/2023 zu stabilisieren und den Ausbau erneuerbarer Energien voranzutreiben.
Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die wirtschaftliche Lage im Landkreis Kronach und darüber hinaus eine Vielzahl an Herausforderungen mit sich bringt. Es bleibt zu hoffen, dass die ergriffenen Maßnahmen und die Stärkung bestimmter Wirtschaftsbereiche zu einer Stabilisierung und letztlich zu einer Erholung führen können.