Heute ist der 7.07.2026, und in Kempten (Allgäu) stehen die Zeichen auf Umbruch. Die Feneberg Lebensmittel GmbH, ein Name, der für viele Allgäuer das Bild von frischen Lebensmitteln und regionalen Produkten beschwört, hat beim Amtsgericht Kempten einen Insolvenzantrag gestellt. Ein schwerer Schlag, nicht nur für die über 3000 Beschäftigten, die nun in dieser unsicheren Zeit aufgefangen werden müssen, sondern auch für die Region, die seit 1947 mit dem Unternehmen verbunden ist. Gegründet von Theodor Feneberg, hat sich die Supermarktkette über die Jahre hinweg zu einem der wichtigen Akteure im Lebensmitteleinzelhandel entwickelt, mit rund 80 Filialen und einem Jahresumsatz von 550 Millionen Euro.

Der Aufstieg war beeindruckend: Feneberg hat sich nicht nur im Allgäu, sondern auch in Städten wie Ravensburg, Augsburg und sogar bis nach München ausgebreitet. Das Unternehmen hat sich stets um regionale Produkte bemüht, wie die Marke „Von Hier“, die Bio-Lebensmittel von über 600 Landwirten vertreibt. Doch die letzten Jahre waren alles andere als einfach. 2019 begann der finanzielle Druck, ausgelöst durch Rückstellungen für Betriebsrenten in Höhe von etwa 70 Millionen Euro. Trotz Kooperationen – unter anderem mit Edeka – blieb die selbstständige Identität von Feneberg gewahrt, doch die finanziellen Schwierigkeiten nahmen zu.

Die Krise und ihre Folgen

Im Geschäftsjahr 2022/23 meldete Feneberg ein Minus von vier Millionen Euro, und der Verlust nahm weiter zu. Vor allem die Metzgerei AFF, die Teil der Expansion war, stellte sich als finanzielles Desaster heraus. 2024 wollte das Unternehmen mit Neubauten und der Modernisierung des Feneparks in Kempten neue Akzente setzen, doch der Rückzug aus München war ein deutliches Zeichen der Schwäche. Im Januar 2026 war die Situation so kritisch, dass ein Schutzschirmverfahren beantragt wurde – ein letzter Versuch, um Stellen und Filialen zu retten.

Die Suche nach einem Investor begann im April 2026, während Feneberg mit Schulden in Höhe von etwa 200 Millionen Euro kämpfte. Im Juli 2026 – ein paar Monate nach dem Insolvenzantrag – gab es erste Einigungen: Rewe und eine Investorengruppe hatten sich bereit erklärt, Feneberg-Filialen zu übernehmen. Es war eine Rettungsaktion, die zwar viele Fragen aufwirft, jedoch auch Hoffnung auf eine Wende birgt. Die Familie Feneberg hat entschieden, für Investoren offen zu sein, und es gibt bereits erste Interessenten.

Marktveränderungen und Zukunftsperspektiven

Die Situation von Feneberg ist nicht isoliert; sie spiegelt die Herausforderungen wider, mit denen der gesamte deutsche Lebensmitteleinzelhandel konfrontiert ist. Der Markt wird von wenigen großen Konzernen beherrscht: Aldi, Lidl, Rewe und Edeka dominieren mit über 85% des Marktes. Edeka, selbst nicht ohne Schwierigkeiten, hatte Feneberg mit einem Nachrangdarlehen in zweistelliger Millionenhöhe unterstützt. Doch die erhoffte Wende blieb aus.

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Angesichts der aktuellen Entwicklungen wird die Sanierung von Feneberg bis Ende des Jahres angestrebt, während gleichzeitig geprüft wird, welche Filialen profitabel sind. Einige Standorte, die in der Vergangenheit bereits geschlossen wurden, könnten erneut auf der Kippe stehen. Der Einkauf in den Feneberg-Filialen bleibt während des Verfahrens möglich, und das Sortiment ändert sich nicht. Das ist eine kleine, aber wichtige Beruhigung für die Kunden, die auf die gewohnte Qualität und den Service nicht verzichten wollen.

Wer weiß, vielleicht wird Feneberg bald wieder aufblühen, oder die Markenidentität wird in neuen Händen weitergetragen. Der Lebensmitteleinzelhandel ist in Bewegung, und die Karten werden neu gemischt. Die Branche ist zwar stabil, doch die Herausforderungen sind enorm. Und während an anderer Stelle Preissenkungen angekündigt werden, bleibt abzuwarten, wie sich die Marktverhältnisse entwickeln werden – nicht nur für Feneberg, sondern für alle Akteure in diesem hart umkämpften Feld.

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