Die Oberpfalz und der Kreis Kelheim stehen stark im Zeichen des Exportgeschäfts. Das ist nicht nur eine flüchtige Feststellung, sondern das Ergebnis einer detaillierten Studie des Forschungsunternehmens Prognos, die im Auftrag der Industrie- und Handelskammern (IHK) in Bayern erstellt wurde. Und dabei wird schnell klar: Diese Region ist mehr als nur eine geografische Einheit – sie ist ein pulsierendes Zentrum des internationalen Handels. Rund 18,8 Prozent der Wertschöpfung im IHK-Bezirk Regensburg hängen direkt oder indirekt von Warenexporten ab. Das ist fast ein Fünftel! Damit liegt die Oberpfalz im Mittelfeld, während der Raum Aschaffenburg mit 19,2 Prozent die Nase vorn hat.

Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass die Oberpfalz und der Kreis Kelheim etwa 136.000 Arbeitsplätze im Welthandel haben – das sind rund 729.000 Stellen insgesamt in der Region. Diese Jobs sind nicht nur Zahlen auf einem Blatt Papier, sie bedeuten Existenzsicherung für viele Familien. Auch das exportrelevante Steueraufkommen von rund 1,1 Milliarden Euro spricht Bände über die wirtschaftliche Bedeutung des Außenhandels für die Region.

Der Wohlstandsmotor Außenwirtschaft

Thomas Hanauer, der Vorsitzende des Ausschusses International bei der IHK Regensburg, bezeichnet die Außenwirtschaft treffend als „Wohlstandsmotor“. Man könnte fast meinen, er spricht von einem gut geölten Maschinenwerk, das im Hintergrund das lokale Wirtschaftswachstum antreibt. Doch es gibt auch Schattenseiten – Hanauer warnt eindringlich vor den Druckfaktoren, die auf den Außenhandel lasten. Handelsbarrieren, politische Unsicherheiten, all das kann die exportabhängigen Regionen ins Wanken bringen. Neben Kelheim haben auch die Landkreise Schwandorf, Cham und Regensburg eine Exportrelevanz von 18 Prozent. Amberg und Tirschenreuth stechen mit jeweils 20 Prozent heraus, während Neustadt an der Waldnaab sogar bei 21 Prozent liegt. Es ist ein buntes Bild, das uns die bayerische Exportlandschaft präsentiert.

Umso überraschender ist es, dass der Landkreis Garmisch-Partenkirchen mit nur 7 Prozent die niedrigste Exportrelevanz aufweist – fast schon ein Widerspruch in sich. In Ingolstadt hingegen erreicht man mit 47 Prozent Spitzenwerte. Klar, die Autoindustrie prägt hier das Bild, und Manfred Gößl, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags, macht deutlich: Exportabhängige Regionen sind besonders verletzlich. Da kann man schon mal ins Grübeln kommen.

Unterstützung für bayerische Unternehmen

Um dem entgegenzuwirken, hat das bayerische Wirtschaftsministerium eine Reihe von Maßnahmen ins Leben gerufen. Ziel ist es, die bayerischen Unternehmen zu unterstützen, ihre Marktanteile nicht nur in der EU und den USA zu erhalten, sondern auch neue Wachstumsmärkte in Afrika, Asien (insbesondere der ASEAN-Region) und Lateinamerika zu erschließen. Besonders kleinere und mittlere Unternehmen sowie bayerische Startups stehen dabei im Fokus. Man plant eine Art Hilfe zur Selbsthilfe – das klingt fast nach einem Aufruf zur Solidarität.

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Die Maßnahmen zur Verbesserung von Information und Beratung für Unternehmen sind vielversprechend. Sie sollen den Zugang zu internationalen Märkten erleichtern und die nationale sowie internationale Vernetzung fördern. Ein weiteres Augenmerk liegt auf der Internationalisierung der beruflichen Bildung und der Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für Forschung und Innovation. Es ist eine Art Netzwerk- und Clusterpolitik, die sich hier formiert – alles mit dem Ziel, die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu stärken.

So zeigt sich, dass die Oberpfalz und der Kreis Kelheim nicht nur ein Stück bayerischer Heimat sind, sondern auch ein bedeutender Teil des globalen Wirtschaftsgeschehens. Die Herausforderungen sind groß, aber die Perspektiven sind es auch. Und während man sich in den Biergärten der Region trifft, wird nicht nur über das Wetter gesprochen – es geht auch um die Zukunft des Exports und der wirtschaftlichen Stabilität. Ein Thema, das uns alle betrifft.