Hitzewelle und Niedrigwasser: Kelheims Schifffahrt kämpft ums Überleben
Die Hitze hat uns fest im Griff. In Kelheim, wo die Donau normalerweise sanft plätschert und die Schiffe fröhlich ihre Runden drehen, ist die Stimmung alles andere als heiter. Anhaltend hohe Temperaturen und der Mangel an Regen haben die Personenschifffahrt in der Region stark beeinträchtigt. Am Montag, dem 22. Juni, wurde die Linie zum Kloster Weltenburg wegen Niedrigwasser eingestellt. Der Pegel der Donau ist binnen einer Woche von 247 cm auf gerade einmal 217 cm gefallen. Und das hat Folgen – nicht nur für die Schifffahrt, sondern auch für die Stimmung der Menschen, die sich auf eine erfrischende Fahrt gefreut haben.
Die Kelheimer Schifffahrt hat auf ihrer Homepage über den ausfallenden Linienverkehr informiert. Die gute Nachricht? Man hat sich schnell eine Alternative überlegt: Eine Rundfahrt bis zur Wipfelsfurt wird angeboten, die an einer Kiesbank wendet. Diese Rundfahrt wurde am Montag gleich zweimal durchgeführt – und das für 45 Minuten. Immerhin ein bisschen Abwechslung, auch wenn die gewohnte Strecke zum Kloster Weltenburg nicht befahren werden kann. Auch die Linie im Altmühltal nach Riedenburg bleibt vom Niedrigwasser unberührt, und das ist ein kleiner Lichtblick für alle, die nicht auf das Wasser verzichten wollen.
Die Auswirkungen der Trockenheit
Doch die Situation ist ernst. Die Seniorchefin der Schweiger Personenschifffahrt, Renate Schweiger, äußert sich besorgt über die Auswirkungen der Rekordhitze. Der aktuelle Wasserstand beträgt nur 2,14 Meter – das ist gefährlich! Die Schifffahrt leidet unter einem Umsatzrückgang von rund 80 Prozent in der Hauptsaison. Traurig, wenn man bedenkt, wie viele Leute auf die Schifffahrt angewiesen sind. Ein bisschen Optimismus schimmert jedoch durch: Wettervorhersagen deuten auf Regen hin, was vielleicht die Hoffnung auf eine Wiederaufnahme der Fahrten ab dem 5. Juli nährt. Dazu kommen die Alternativfahrten „Rund um Kelheim“, die weniger vom Niedrigwasser betroffen sind und immer noch ein wenig Urlaubsfeeling verbreiten.
Erstaunlich ist die Vorhersage des Hochwassernachrichtendienstes Bayern für Dienstag: Ein Pegel zwischen 205 cm und 230 cm wird erwartet. Was das bedeutet? Die Betreiber in Kelheim müssen täglich abwägen, ob ein Linienverkehr möglich ist oder nicht. Die Unsicherheit schwebt wie ein Schatten über der Schifffahrt. Fast schon surreal, wenn man bedenkt, wie wichtig Wasser für den gesamten Transport ist. Diese Situation ist nicht nur lokal, sondern zieht sich wie ein roter Faden durch die Schifffahrt weltweit.
Globale Perspektiven
Ein Blick über den Tellerrand zeigt, dass die Probleme der Schifffahrt nicht nur die Donau betreffen. Weltweit sind 90 Prozent des Handels auf Schiffe angewiesen. Trockenheit, wie wir sie gerade erleben, führt zu Einschränkungen, die nicht nur die Donau betreffen. Im Panamakanal dürfen derzeit nur 32 statt 36 Schiffe täglich passieren, weil der maximale Tiefgang gesenkt wurde. Experten warnen, dass solche Probleme aufgrund des Klimawandels in Zukunft häufiger auftreten werden. Der Güterumschlag der deutschen Seehäfen betrug 2022 279,1 Millionen Tonnen – zwei Drittel der Exporte erfolgen über den Seeweg. Wenn die Schifffahrt lahmt, hat das Folgen für die gesamte Wirtschaft.
Die Herausforderungen sind gewaltig. Ungeplante Unterbrechungen führen zu verderblichen Lebensmitteln und Produktionsstillständen. Wenn Stürme und Niedrigwasser zunehmen, kann das die Logistik auf den Kopf stellen. Die Klimaneutralität der Schifffahrt wird als notwendige Maßnahme angesehen, und die Internationale Maritime Organisation hat Ziele für Klimaneutralität bis 2050 festgelegt. Doch bis dahin müssen wir alle lernen, mit den immer extremeren Wetterbedingungen zurechtzukommen – sei es in Kelheim oder anderswo. Die Donau wird weiter fließen. Hoffentlich bald wieder mit den fröhlichen Stimmen der Passagiere an Bord.
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