Die Donau im Dürrestress: Kelheims Schifffahrt kämpft ums Überleben
Heute ist der 17.07.2026 und hier in Kelheim spürt man die Auswirkungen der wochenlangen Trockenheit in Bayern deutlich. Die Donau, unser fließendes Lebenselixier, hat sich zum Schatten ihrer selbst gewandelt. Schiffe, die normalerweise mit voller Ladung durch die Wellen gleiten, müssen sich jetzt mit einem Bruchteil ihrer Kapazität begnügen. Statt 2.000 Tonnen dürfen Güterschiffe aktuell nur noch 300 bis 500 Tonnen transportieren – das ist ein herber Rückschlag für die Schifffahrt.
Vor allem die Ausflugsschiffe, die uns sonst so fröhlich durch die malerischen Landschaften bringen, liegen fest im Hafen. Der Donaudurchbruch bei Kelheim, ein beliebtes Ziel für Touristen, ist seit dem 6. Juli 2026 für diese Schiffe unpassierbar. Der Pegelstand muss mindestens 2,30 Meter betragen, doch zuletzt fehlten bis zu 50 Zentimeter. Da fragt man sich, ob der Sommer nicht einfach einmal etwas feuchter sein könnte!
Ein Blick auf die Wasserstände
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Am 15. Juli 2026 wurde in Pfelling ein Pegelstand von nur 222 Zentimetern gemessen, während er im Vorjahr noch bei 242 Zentimetern lag. Ähnlich sieht es in Passau aus, wo die Wasserstände im Juli 2026 zeitweise unter 400 Zentimeter lagen – ein Zustand, der im Vorjahr nicht vorzufinden war. Der Niedrigwasser-Informationsdienst des Landesamts für Umwelt (LfU) warnt eindringlich vor diesen sehr niedrigen Wasserständen, insbesondere für die Donau. Die Schifffahrtsunternehmen, darunter die Reedereien MSG Würzburg und Bavaria Stockstadt, haben bereits ihre Beladung, Routen und Fahrpläne angepasst. Teilweise müssen sie sogar Kurzarbeit für rund 100 Mitarbeitende einführen.
Die Situation ist auch für die Güterschifffahrt dramatisch. Die Schiffe müssen ihren Tiefgang täglich an den Wasserstand anpassen, um nicht auf Grund zu laufen. Viele Betriebe haben bereits mit den negativen Auswirkungen zu kämpfen. In den Häfen wird die überschüssige Fracht zwischengelagert, und die Bayernhafen-Gruppe stellt Umschlag- und Lagerkapazitäten in Regensburg und Passau bereit. Doch der nicht ausgebaute Donauabschnitt zwischen Straubing und Vilshofen wird als Nadelöhr für die Güterschifffahrt bezeichnet. Hier bleibt es spannend, wie sich die Lage weiterentwickeln wird.
Die Auswirkungen auf die Region
Die anhaltende Trockenheit hat nicht nur die Schifffahrt betroffen, sondern zieht auch wirtschaftliche Konsequenzen nach sich. Die Mitarbeiter der Betriebe Schweiger, Steibl und Stadler müssen sich in Kurzarbeit einrichten, da die Ausflugsschiffe nicht mehr fahren können. Normalerweise sind auf dem Donaudurchbruch zwischen Kelheim und dem Kloster Weltenburg drei Ausflugsschiffe unterwegs – jetzt herrscht dort gähnende Leere. Die Menschen, die sich auf eine entspannende Fahrt gefreut haben, schauen nun in leere Häfen.
Die Natur hat ihre eigenen Pläne, und wir können nur hoffen, dass sich das Wetter bald wieder bessert. Ein wenig Regen würde der Donau und all ihren Bewohnern, ob Mensch oder Tier, gut tun. Bis dahin bleibt uns nichts anderes übrig, als abzuwarten und die Daumen zu drücken, dass die Schifffahrt bald wieder in vollem Umfang florieren kann.
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