Ein strahlender Tag in Kaufbeuren, denn heute feiert Rosemarie Deichsel ihren 100. Geburtstag! Ein ganzes Jahrhundert hat die gebürtige Sachsen-Anhalterin nun hinter sich. Oberbürgermeister Stefan Bosse ließ es sich nicht nehmen, persönlich vorbeizuschauen und der Jubilarin seine besten Wünsche zu überbringen. Die Begegnung war für ihn, wie er selbst sagte, ein ganz besonderer Moment. Mit einem bunten Blumenstrauß und kleinen Geschenken wurde Rosemarie herzlich beglückwünscht, ein Augenblick voller Freude und Wertschätzung.
Geboren 1926 in Sachsen-Anhalt, zog es Deichsel 1957 aus der damaligen DDR ins malerische Allgäu. Diese Region muss sie einfach ins Herz geschlossen haben, denn Kaufbeuren wurde schnell zu ihrer neuen Heimat. Bei einem Besuch von Bekannten entdeckte sie die Stadt und fühlte sich sofort wohl. Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung fand sie bald eine Anstellung als Medizinisch-technische Assistentin in der Strahlenabteilung des Klinikums Kaufbeuren, wo sie mehr als 20 Jahre lang tätig war – bis sie im zarten Alter von 57 Jahren in den Ruhestand ging.
Ein Leben voller Energie
Obwohl Rosemarie Deichsel heute gesundheitliche Einschränkungen hat, lebt sie weiterhin gerne in Kaufbeuren. Ihre geistige Fitness ist beeindruckend; sie ist nach Angaben der Stadt nach wie vor sehr fit im Kopf. Komischerweise fuhr sie bis vor fünf Jahren sogar selbst Auto! Das spricht für eine bemerkenswerte Lebensqualität, die sich auch in den aktuellen Studien über ältere Menschen widerspiegelt.
Interessanterweise leben in Kaufbeuren rund 20 Personen, die bereits 100 Jahre oder älter sind. Zu den jüngsten Jubilaren zählen Philomena Riefler und Augusta Ruther, die ebenfalls ihren 100. Geburtstag feierten. Riefler, die nach wie vor zu Hause lebt und täglich frisch für ihren Sohn kocht, führt ihr hohes Alter auf einen gesunden Lebensstil zurück – und ja, die Butterbrote spielen da eine Rolle! Augusta Ruther, die in einem Seniorenheim wohnt, hat zuvor mit ihrem verstorbenen Mann in Tübingen und Augsburg gelebt. Beide Frauen waren überglücklich, den Oberbürgermeister zu empfangen und dessen Geschenke entgegenzunehmen.
Lebensqualität im Alter
Das Thema Lebensqualität im Alter ist so relevant wie nie zuvor. Eine Studie, die vom Bundesseniorenministerium gefördert wurde, untersucht die Lebensumstände älterer Menschen in Deutschland. Dabei zeigt sich, dass die Mehrheit der über 80-Jährigen mit ihrem Leben zufrieden ist – was für eine positive Nachricht! Allerdings nimmt die Zufriedenheit mit dem Alter ab, und Heimbewohner fühlen sich öfter einsam. Das ist nicht zu unterschätzen, denn Einsamkeit kann gravierende Auswirkungen auf das Wohlbefinden haben. Der Ministerin Lisa Paus liegt daher viel daran, dass ältere Menschen Selbstbestimmung und Teilhabe an der Gemeinschaft erfahren.
In Kaufbeuren wird dies durch die Vielzahl an Begegnungsmöglichkeiten und die Unterstützung durch Mehrgenerationenhäuser gefördert. Es gibt etwa 530 solcher Häuser in Deutschland, die den Austausch zwischen Jung und Alt ermöglichen. Diese Initiativen tragen dazu bei, dass ältere Menschen wie Rosemarie Deichsel nicht nur in Erinnerungen schwelgen, sondern auch aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.
Ein Leben wie das von Rosemarie Deichsel ist ein Zeugnis für die Kraft der Gemeinschaft und des persönlichen Engagements. Sie hat nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das ihrer Mitmenschen bereichert. So bleibt zu hoffen, dass wir noch viele solcher Jubiläen feiern dürfen – mit Geschichten, die uns alle inspirieren.