Veränderung im Glauben: Ein neuer Weg für die Kirche in Haßberge
Heute ist der 28.05.2026 und in Haßberge ist die Luft voller Erwartungen. Die Regionalbischöfin Berthild Sachs hat auf dem Kirchenvorstehertag des Evangelisch-Lutherischen Dekanats Rügheim in Maroldsweisach deutliche Worte gefunden. Veränderung steht ins Haus! Sie sprach über die Zukunft der Kirche und entblätterte, dass sie im Jahr 2035 ganz anders aussehen wird. Das ist eine Ansage, die bei vielen Ehrenamtlichen einen Kloß im Hals hinterlassen könnte. Gewohnheiten und Traditionen, die über Jahre gewachsen sind, geraten ins Wanken. Für viele mag das wie der erste Schritt ins Ungewisse wirken.
Sachs, die erst vor kurzem ihre neue Position als Regionalbischöfin angetreten hat, gibt zu, dass sie mit einem Gefühl der Abschiedswehmut von Schwabach aufgebrochen ist. Allerdings bringt sie auch eine gehörige Portion Vorfreude mit. Ihre berufliche Reise hat sie durch verschiedene Bereiche der Personalabteilung in der Wirtschaft geführt. Dabei hat sie gelernt, dass Wertschätzung und Fairness gegenüber Mitarbeitenden nicht nur moralische Imperative sind, sondern auch kluge Investitionen in die Zukunft. Ein guter Ansatz, gerade in diesen herausfordernden Zeiten!
Herausforderungen und Chancen
Die Fakten sind klar: Weniger Pfarrstellen, weniger Geld, weniger Gebäude und weniger Mitglieder – der Kirchenkreis Bayreuth, der sage und schreibe 338 Gemeinden umfasst, sieht sich massiven Herausforderungen gegenüber. Die Gesellschaft verändert sich, Megatrends wie Individualisierung und Bevölkerungsrückgang sind nicht aufzuhalten. Dennoch sieht Sachs auch die Möglichkeit zur Entwicklung. Sie ermutigt die Gemeinden, regionale Kooperationen und arbeitsteilige Zuständigkeiten zu entwickeln. Das klingt nach einem mutigen Schritt in eine dynamische Zukunft!
„Mit einem fertigen Programm bin ich nicht hier“, sagt sie. Unkonventionell, aber so erfrischend. Stattdessen möchte sie den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit stärken. Dabei begegnet sie den Menschen – Mitgliedern wie Nicht-Mitgliedern – stets nahbar und fröhlich im Geist des Evangeliums. Es ist geradezu ansteckend, wie sie von ihrem Glauben spricht, der sich von einer abstrakten Denkmöglichkeit zu einer lebendigen Beziehung entwickelt hat. „Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte“, ist ihr Konfirmationsspruch aus Psalm 103, und er begleitet sie durch diese neue Lebensphase.
Ein Blick in die Zukunft
Sachs ist mit einem Schulpfarrer verheiratet, der sich über das Frühstück eher nicht so begeistert zeigt – das sind die kleinen Details, die das Leben bunt machen! Theologische Diskussionen finden bei ihnen vor allem beim Sonntagsbrunch statt, wo die letzten Reste des Wochenendes in guter Gesellschaft genossen werden. Ihr Wunsch für eine Schlagzeile in zehn Jahren? „Kirche in Oberfranken – viel mehr, als du glaubst!“ Ein optimistischer Ausblick, der Hoffnung gibt.
Die Veränderungen, die vor der Kirche stehen, sind nicht nur Herausforderungen. Sie sind auch Chancen, um neue Wege zu gehen und die Gemeinschaft zu stärken. Die Frage ist, ob die Ehrenamtlichen in Maroldsweisach bereit sind, diesen Weg mitzugehen. Ein spannendes Kapitel hat begonnen, und wir dürfen gespannt sein, wie sich die Geschichten der Gemeinden entwickeln werden.
