Es war ein denkwürdiger Abend in der Rebayhalle, als der VfL Günzburg im letzten Heimspiel der Handballsaison gegen den TSV Anzing auflief. Vor etwa 500 begeisterten Zuschauern, die von Neu-Oberbürgermeister Michael Jahn unterstützt wurden, gewann die Mannschaft mit einem knappen 28:26. Ein Spiel, das nicht nur sportlich, sondern auch emotional war, denn es markierte den Abschied von Torwart Patrick Bieber, der dem Team über Jahre hinweg treu zur Seite stand.
Die Partie begann mit einem Paukenschlag: Nicolai Jensen, ein wahrer Wirbelwind, erzielte die ersten beiden Tore für Günzburg und beendete das Spiel mit insgesamt acht Treffern. Auf der Gegenseite sorgte Florim Hoxha von Anzing, der ebenfalls zwei Tore beisteuerte, gleich zu Beginn für Aufsehen. Der Spielverlauf war ein ständiges Auf und Ab; Günzburg startete stark, führte 3:2, doch dann kam Anzing und übernahm zeitweise mit 8:4 die Führung. Hier kam die Wende durch eine clever umgestellte Abwehr von Sandro Jooß und die starken Paraden von Patrick Bieber, die das Team zurück ins Spiel brachten.
Emotionen pur beim Abschied von Patrick Bieber
In der zweiten Halbzeit wurde das Spiel zunehmend defensiver. Anzings Torwart Hertlein hielt mehrere Siebenmeter und sorgte damit für Spannung pur. In der 43. Minute stand es plötzlich 22:22 – die Halle hielt den Atem an. Als Oskar Trümmer in der 56. Minute den Anschlusstreffer zum 27:26 erzielte, war die Stimmung am Siedepunkt. Manuel Scholz vergab zwar einen entscheidenden Siebenmeter, doch 33 Sekunden vor Schluss war er es, der das Spiel mit seinem Tor zum 28:26 endgültig entschied.
Nach dem Schlusspfiff gab es stehende Ovationen für die Mannschaft und vor allem für Patrick Bieber, dessen Abschiedsrede von sportlichem Leiter Fabian Schoierer und Anekdoten von Nicolai Jensen geprägt war. Ein emotionaler Moment, der die Verbundenheit zwischen Spielern und Fans spürbar machte.
Ein weiterer Sieg für die VfL-Reserve
Am gleichen Wochenende fand auch das Raunau-Derby statt, bei dem die VfL-Reserve gegen die Isar-Devils mit 39:29 gewann. 400 Zuschauer erlebten ein wahres Feuerwerk an Toren, angeführt von Robin Lorenz, der mit einem Hattrick auf sich aufmerksam machte. David Pfetsch erzielte zudem sieben Tore und die Abwehrleistung von Daniel Jäger und Yannick Meye war schlicht beeindruckend. Die Unterstützung durch lokale politische Prominenz, wie Landrat Dr. Hans Reichhart und Oberbürgermeister Michael Jahn, gab dem Spiel zusätzlichen Glanz.
Die Zuschauerzahlen in der Region sind ein weiteres Zeichen für das wachsende Interesse am Handball. Im deutschen Profisport insgesamt gab es seit 2017/2018 ein bemerkenswertes Wachstum von fast 30% an Zuschauern. Besonders der Handball zeigt sich als aufstrebender Sport, doch der Männerfußball bleibt unangefochten an der Spitze. Für die VfL-Mannschaften stehen spannende Zeiten bevor, denn die Saison geht mit dem Finale in Rothenburg zu Ende und das Team strebt den dritten Platz an. Die Vorfreude auf die nächsten Spiele ist spürbar, und die Fans können es kaum erwarten, ihre Mannschaft wieder zu unterstützen.