Heute ist der 3.07.2026, und während die Sonne über Garmisch-Partenkirchen aufgeht, gibt es Neuigkeiten, die die Gemüter in Grainau bewegen. Im Revier der Staatsforsten, genauer gesagt im Riffelwald, darf Gamswild während der Schonzeit vorerst nicht geschossen werden. Das hat der Tierschutzverein „Wildes Bayern“ in einem Eilverfahren vor dem Verwaltungsgerichtshof München durchgesetzt. Ein Bescheid des Landratsamts, der die Tötung der Tiere genehmigte, wurde vorläufig ausgesetzt. Dieses Thema zieht sich wie ein roter Faden durch die Diskussionen der letzten Monate.

Der Riffelwald, ein malerisches 246 Hektar großes Waldstück, ist in den Fokus geraten. Hier hatte der Forstbetrieb Oberammergau eine Ausnahme von der Schonzeit beantragt, um Wildverbiss zu verhindern und den Schutzwald zu sanieren. Doch die betroffenen Tiere – Gams, Reh und Rotwild – können aufatmen, denn die Schonzeit gilt in Bayern vom 16. Dezember bis zum 31. Juli des folgenden Jahres. Die endgültige Entscheidung über die Bejagung steht allerdings noch aus, und das sorgt für Spannung.

Eilantrag und vorläufige Erfolge

Die Klage von „Wildes Bayern“, eingereicht am 18. November 2025, war ein mutiger Schritt. Während das Verwaltungsgericht den Eilantrag am 12. Februar zunächst abwies, gelang der Verein in zweiter Instanz ein Teilerfolg. Die Jagd im Riffelwald wurde umgehend eingestellt, was einige Kritiker im Landratsamt nicht gerade erfreute. Diese Stimmen fühlten sich von den Verantwortlichen nicht ausreichend gehört, und das wirft die Frage auf: Wie können Mensch und Tier hier konfliktfrei zusammenleben?

Die Zahlen sprechen für sich: Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen wurden in den letzten Jahren immer wieder hohe Abschusszahlen für Gamswild verzeichnet. 2023/24 waren es 842 Stück, 2024/25 schon 785 und 2025/26 nochmals 781. Die Jagdzeit für Gams beginnt wieder im August, und bis dahin bleibt die Frage der Bejagung weiterhin ein heißes Eisen.

Wildtiermanagement in Bayern

Das Thema geht über die aktuelle Situation im Riffelwald hinaus. In Bayern verfolgt das Wildtiermanagement das Ziel, ein konfliktarmes Nebeneinander von Mensch und Wildtier zu fördern. Dabei müssen die speziellen Ansprüche von beiden Seiten berücksichtigt werden. Der Schwerpunkt liegt nicht nur auf den technischen Aspekten, sondern auch auf der gesellschaftlichen Komponente – das Miteinander steht im Vordergrund. Die Einbindung aller betroffenen Interessengruppen ist unerlässlich, und viele ehrenamtlich tätige Personen leisten wertvolle Arbeit, insbesondere bei Monitoring und Beratung.

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Zu den Maßnahmen des Wildtiermanagements gehören nicht nur die Erfassung und Zählung der Tiere, sondern auch Öffentlichkeitsarbeit und Prävention von Schäden. Ausgleichszahlungen sind ein weiterer wichtiger Punkt, um die Akzeptanz in der Bevölkerung zu fördern. Das Umweltressort in Bayern trägt die Verantwortung für das Management großer Beutegreifer sowie der Arten wie Biber und Kormoran. Geltende Gesetze bilden dabei die Grundlage des Handelns.

Die Diskussion um die Jagd im Riffelwald ist also Teil eines größeren Ganzen. Die Balance zwischen den Bedürfnissen von Mensch und Tier zu finden, ist eine Herausforderung, die nicht nur in Grainau, sondern in vielen Regionen Bayerns von Bedeutung ist. Ob die Jagd im August tatsächlich wieder aufgenommen wird, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch sicher: Die Natur bleibt ein spannendes Thema, das uns alle betrifft – mit all ihren Facetten und Herausforderungen.

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