Das schleichende Aus: Hervis und der Wandel im Einzelhandel
Heute ist der 21.06.2026, und die Nachrichten rund um den Sporthändler Hervis sind alles andere als erfreulich. In Garmisch-Partenkirchen läuft gerade ein Räumungsverkauf, der die letzten Tage der dortigen Filiale einläutet. Die Schließung steht bis Anfang Juli fest. Ganze 17 Filialen in Österreich werden bis 2026 dichtgemacht, was nicht nur ein großes Loch in das Filialnetz reißt, sondern auch rund 100 Arbeitsplätze gefährdet. Es ist ein schleichender Abschied von einem Unternehmen, das viele von uns mit sportlichen Aktivitäten verbinden.
Hervis, mit Sitz in Salzburg-Wals, hat die bittere Entscheidung getroffen, da viele der betroffenen Filialen schlichtweg nicht rentabel sind. Laut Berichten sind die Schließungen Teil eines größeren Umbruchs im Einzelhandel, der auch andere Länder betrifft. Die Konkurrenz von Online-Händlern und die veränderten Einkaufsgewohnheiten der Konsumenten setzen dem stationären Handel ganz schön zu. Michael Seidel, der neue Eigentümer des Auslandsgeschäfts, plant schrittweise Schließungen in Deutschland, basierend auf Marktbedingungen. Aktuell gibt es in Deutschland nur noch vier Hervis-Filialen, nachdem bereits vier Standorte geschlossen wurden.
Die Details der Schließungen
Die Liste der geschlossenen oder bald zu schließenden Filialen in Österreich ist lang und umfasst unter anderem Bischofshofen, Feldkirchen und mehrere Standorte in Wien, insbesondere das Q19. Die Schließungen sind nicht einfach eine Entscheidung für sich, sondern sie spiegeln die Herausforderungen wider, vor denen der Einzelhandel steht. Diese Herausforderungen sind nicht neu. Im Jahr 2023 sank die Beschäftigung in Kauf- und Warenhäusern um 21,7 % im Vergleich zu 2003. Ein beunruhigender Trend, der sich nicht nur bei Hervis zeigt.
In Deutschland hat der Einzelhandel in den letzten Jahren einen klaren Rückgang erlebt. Während der Versand- und Onlinehandel boomt – er wuchs um unglaubliche 170,1 % seit 2003 – müssen stationäre Geschäfte, wie Hervis, mit einem stagnierenden Umsatz kämpfen. Es ist fast ironisch, dass der Umsatz der Kauf- und Warenhäuser im Jahr 2023 real um 34,8 % im Vergleich zu 2003 gefallen ist, während andere Sektoren wie Unterhaltungselektronik einen sprunghaften Anstieg verzeichneten.
Ein Umbruch im Einzelhandel
Die Schließungen von Hervis sind ein Teil eines umfassenderen Wandels im stationären Einzelhandel. Die Anpassung an digitale Gegebenheiten wird immer wichtiger, und viele Unternehmen haben Schwierigkeiten, sich in diesem unberechenbaren Markt zurechtzufinden. Das Konsumverhalten hat sich verändert – viele Menschen ziehen es vor, bequem von zu Hause aus einzukaufen, was den Druck auf lokale Geschäfte erhöht. Es ist fast so, als würde die Welt um uns herum immer schneller laufen, während die Geschäfte, die uns so vertraut sind, langsam aus dem Bild verschwinden.
Der stationäre Handel ist nicht tot, aber er muss sich neu erfinden. Die Herausforderungen sind groß, und die Schließungen von Hervis sind nur ein weiteres Zeichen für die Zeit, in der wir leben. Ob wir diese Veränderungen akzeptieren oder nicht, sie sind da und werden uns weiterhin begleiten. Die Frage bleibt, wie viele andere Einzelhändler folgen werden. Die Zukunf ist unsicher, und die kommenden Tage und Monate werden zeigen, wie sich die Landschaft des Einzelhandels weiter entwickeln wird.
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