In den malerischen Höhenlagen um Garmisch-Partenkirchen, wo die Luft dünn und die Landschaft atemberaubend ist, rückt die Bergwacht Jahr für Jahr zu etwa 1000 Einsätzen aus. Ein Drittel dieser Einsätze entfällt auf den Winter, wenn die schneebedeckten Pisten und verschneiten Berge zahlreiche Skifahrer und Touristen anlocken. Regionalgeschäftsführer Johannes Zollner schildert, dass die Einsätze in den letzten Jahren zugenommen haben – oft aufgrund von Menschen, die die Gefahren der Alpen unterschätzen. Ein Phänomen, das immer wieder durch die sozialen Medien verstärkt wird, wo gewagte Abenteuer und vermeintlich lockere Bergtouren in bunten Bildern präsentiert werden.

Bei einem Besuch der Bergwacht äußerten sich der SPD-Landtagsabgeordnete Florian von Brunn und Dritter Landrat Enrico Corongiu besorgt über die Herausforderungen, mit denen die Rettungskräfte konfrontiert sind. Corongiu brachte es auf den Punkt: Immer mehr Aufgaben werden von Ehrenamtlichen übernommen, ohne dass die Kosten dieser Einsätze vollständig gedeckt sind. Im Jahr 2022 verzeichnete die Region Hochland West insgesamt knapp 2700 Einsätze – eine Zahl, die nicht nur die Einsatzkräfte, sondern auch die medizinischen Notfälle betrifft, die in den letzten Jahren zugenommen haben. Kreislaufprobleme, Erschöpfung, Herzinfarkte und Schlaganfälle sind häufige Gründe, weshalb die Bergwacht alarmiert wird.

Herausforderungen und Chancen

Die Rekrutierung neuer Mitglieder für die Bergwacht gestaltet sich zunehmend schwierig. Der Rückgang kleiner Skigebiete hat zur Folge, dass weniger erfahrene Skifahrer und Bergsteiger zur Verfügung stehen. Zollner weist darauf hin, dass die Eignungstests für neue Mitglieder anspruchsvoll sind: alpines Klettern im vierten Schwierigkeitsgrad und Skitouren sind nur einige der Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Gleichzeitig ist der Trend zum Bergsteigen ungebrochen. Doch viele Menschen unterschätzen die Gefahren, die damit einhergehen. Von Brunn bedauert den Wegfall des Zivildienstes, der einst viele junge Menschen mit Hilfsorganisationen in Kontakt brachte und sie für das Ehrenamt begeistern konnte.

Immer wieder hören wir von tragischen Abstürzen und tödlichen Steinschlägen in den Alpen. Diese Vorfälle sind nicht nur erschreckend, sie zeigen auch, wie wichtig es ist, gut vorbereitet und ausgerüstet in die Berge zu gehen. In den letzten Jahren haben Bergretter in den bayerischen Alpen über 3.000 Personen gerettet. Viele der Einsätze resultieren aus Erschöpfung oder aus einer falschen Einschätzung des Terrains. Der Klimawandel hat die Gefahren in den Bergen verstärkt – Extremwetterereignisse und vermehrter Steinschlag sind die Folgen, die auch die Bergwacht zu spüren bekommt.

Die Rolle der Bergwacht im Wandel der Zeit

Die Finanzierung der Bergrettung erfolgt durch private Spenden, Mitgliedsbeiträge und staatliche Förderung. Medizinische Notfälle werden zwar von der Krankenversicherung abgedeckt, doch die Kosten für die Rettungshubschrauber können schnell in die Tausende gehen. Oft werden zusätzlich Helikopter angefordert, wenn die Wetterverhältnisse es zulassen. Die Bergwacht in Bayern erhält zudem staatliche Unterstützung für ihre Ausrüstung. Doch trotz all dieser Herausforderungen bleibt die Leidenschaft der Ehrenamtlichen ungebrochen. Sie sind es, die über Pager alarmiert werden und bereit sind, mitten in der Nacht auszurücken.

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Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation für die Bergwacht entwickeln wird. Die Mitgliederzahlen des Deutschen Alpen-Vereins sind zwar gestiegen, doch die Herausforderungen in den Bergen bleiben. Immer mehr Menschen zieht es in die Natur, ohne sich der Risiken bewusst zu sein. Ein Aufruf an alle Bergfreunde: Seid vorbereitet, informiert und respektiert die Natur! Denn die Berge sind nicht nur ein Abenteuerspielplatz, sondern auch ein Ort, an dem es ernst wird.

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