In Olching, einer kleinen Stadt in Bayern, wird gerade eine beeindruckende Spendenaktion für die angehenden Schneider in der Demokratischen Republik Kongo ins Leben gerufen. Die Stiftung „Olching für die eine, unsere Welt“ hat sich auf die Fahnen geschrieben, den lokalen Schneiderberuf zu fördern und gleichzeitig den Herausforderungen entgegenzuwirken, die Altkleider aus Europa für die heimischen Handwerker mit sich bringen. Und das ist auch dringend notwendig, denn die günstigen europäischen Kleidungsstücke machen es den Schneiderinnen und Schneidern vor Ort schwer, sich über Wasser zu halten. Oft passen die Modelle nicht und müssen umgenäht oder gekürzt werden, was zusätzlich Aufwand und Zeit kostet.

Doch das ist nicht die einzige Hürde, die die Schneider im Kongo überwinden müssen. Ein Mangel an Strom und die fehlende Infrastruktur, wie etwa Tret-Nähmaschinen, erschweren die Ausbildung und die tägliche Arbeit enorm. Umso erfreulicher ist es, dass die Stiftung über 30 Tret-Nähmaschinen sammeln konnte. Diese wurden in einem Container verpackt und auf die lange Reise in den Kongo geschickt – es hat mehr als ein halbes Jahr gedauert, bis sie endlich dort ankamen. Die Theresienschwestern, die eine Nähschule in Bokungu betreiben, werden die Maschinen in Zukunft für ihre Kurse nutzen. Unter der Leitung von Pfarrer Josef Aicher haben sich bereits neun Mädchen und vier Jungen für den neuen Nähkurs angemeldet, und es werden bereits weitere Anmeldungen erwartet. Ein schöner Schritt, um die berufliche Bildung in Afrika zu fördern und die UNO-Ziele für nachhaltige Entwicklung zu unterstützen!

Bildung für die Zukunft

Doch nicht nur die Schneider stehen im Fokus der Olchinger Hilfsaktionen. Auch die Grundschüler in der Region profitieren von der Solidarität ihrer Mitschüler. Über 50 Schulranzen wurden von den Grundschülern der Schule Graßlfing gesammelt und werden an Kinder in Bomongo, Kongo, geschickt. Dort wurde dank der Kolpingsfamilie Olching und vieler großzügiger Spender eine Grundschule gebaut, die Teil der Initiative „1000 Schulen für unsere Welt“ ist. Diese Schule hat einen enormen Bedarf; ursprünglich für 50 Schülerinnen und Schüler ausgelegt, lernen dort inzwischen rund 160 Kinder – das zeigt, wie wichtig Bildung in der Entwicklungsarbeit ist.

Ein Container mit Hilfsgütern, darunter die Schulranzen, wird bald in den Regenwald geschickt und sollte bis Ende des Jahres ankommen. Das Besondere: Die Schüler aus Geiselbullach haben nicht nur die Ranzen gefüllt, sondern auch Schreibmaterial dazu gepackt. Mit einer großzügigen Spende können zusätzlich Unterrichtsmaterialien im Kongo gekauft werden, was die Chancen auf eine bessere Bildung für die Kinder enorm erhöht. Pfarrer Josef Aicher, der sich auch um die Nähschule kümmert, bringt sein Herzblut in dieses Projekt ein, unterstützt von dem örtlichen Bischof Toussaint Iluku Bolumbu.

Diese Initiativen zeigen eindrucksvoll, wie lokale Gemeinschaften auch über Kontinente hinweg helfen können. Die Herausforderungen sind riesig, doch die Entschlossenheit der Olchinger, etwas zu bewegen, ist ebenso stark. Es ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, dass Hilfe zur Selbsthilfe nicht nur ein Schlagwort ist, sondern in der Praxis gelebt wird.

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