Im nordwestlichen Landkreis Fürstenfeldbruck wird aktuell ein wichtiges Thema heiß diskutiert: den zukünftigen Zugverkehr, vor allem an den Bahnhöfen Althegnenberg, Haspelmoor und Mammendorf. Vertreter aus Politik und Kommunen fordern klare Aussagen zum stündlichen Regionalzugangebot. Nach dem Fahrplanwechsel im Dezember 2025 sollen zusätzlich sechs Halte an den genannten Stationen eingerichtet werden, um den Verkehr in Richtung München und Augsburg zu fördern. Diese Initiative hat sich das Ziel gesetzt, eine dauerhafte Sicherung des Regionalzugangebots zu erreichen, da bereits 1998 eine entsprechende Zusage des Freistaats gegeben wurde. Leider blieben die Versprechen bis heute unvollständig umgesetzt, was zu Unsicherheiten führt.
Bedenken über einen möglichen zweistündlichen Takt sind laut den Vertretern gewachsen, besonders im Hinblick auf die anstehenden Veränderungen, die durch das Projekt „Stuttgart 21“ 2027 in Kraft treten sollen. Der neue Durchgangsbahnhof in Stuttgart wird Ende 2025 eröffnet und ist auf die steigenden Fahrgastzahlen bis 2030 ausgerichtet. Hier, wie auch in der Umgebung, wird mit Hochdruck daran gearbeitet, die Schieneninfrastruktur zu optimieren. Eine aktuelle Veröffentlichung der DB InfraGO AG hat einen zweistündlichen Takt für die genannten Halte in den Raum geworfen. Damit könnte der dringend benötigte stündliche Regionalzugverkehr gefährdet sein, was von den Lokalpolitikern klar abgelehnt wird.
Politische Reaktionen und Planungen
Der Landrat Thomas Karmasin sowie die Landtagsabgeordneten haben umgehend Aufklärung über die Pläne verlangt. Die Antworten, die von Staatsminister Christian Bernreiter und der Deutschen Bahn gegeben wurden, zeigen, dass diese Unterlagen lediglich als Koordinierungskonzept und nicht als rechtsverbindliche Planungen gelten sollen. Dies sorgt für zusätzliche Verunsicherung unter den Bürgern von Mammendorf, deren Hoffnung auf einen zuverlässigen Regionalzugverkehr für die kommenden Jahre auf der Kippe steht.
Eine weitere Herausforderung birgt die geplante Express-S-Bahn S23X, die als Alternative zur bestehenden Verbindung vorgestellt wurde. Politische Entscheidungsträger sind sich jedoch einig: Diese Linie würde den Verkehrsknotenpunkt Mammendorf schwächen und die Fahrzeiten nach München sogar verlängern. Ein zweistündlicher Takt wäre das Gegenteil von dem, was die Region benötigt. Der Verkehrsausschuss beobachtet daher die Situation rund um „Stuttgart 21“ aufmerksam.
Die Sicht der Bürger
Die Anwohner berichten von Zugausfällen, Verspätungen und überfüllten Zügen, insbesondere zu Spitzenzeiten. Um die Dringlichkeit des Bedarfs zu demonstrieren, appellieren die Lokalpolitiker an die Bürger, das bestehende Zugangebot sowie die Linienbusse und Flexlinien intensiver zu nutzen. Hohe Fahrgastzahlen sollen unterstreichen, wie wichtig die Aufrechterhaltung und das Ausbauen der Zughalte sind.
Ein dringendes Anliegen bleibt zudem der barrierefreie Zugang am Bahnhof Haspelmoor. Hier wird ein Umbau des Bahnsteigaufgangs gefordert, um den Zugang für alle Fahrgäste zu verbessern. Der Verkehrsminister hat die Bedeutung von solchen infrastrukturellen Verbesserungen betont, die zugleich auch Klimaziele unterstützen sollen. Um den wachsenden Ansprüchen der Mobilität im Landkreis gerecht zu werden, müssen nicht nur die Fahrpläne klar sein, sondern auch die Infrastruktur zukunftssicher gestaltet werden.
Der Druck auf die Verantwortlichen wächst, um ein umfassendes Konzept zu entwickeln, das sowohl den Bedürfnissen der Bürger als auch den umweltpolitischen Zielen gerecht wird. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt und ob die geforderten Veränderungen tatsächlich in die Tat umgesetzt werden.
Um mehr über die Planung zu erfahren, besuchen Sie die Websites Kreisboten, Merkur und Baden-Württemberg.de.