In der malerischen Kulisse von Freyung-Grafenau hat sich kürzlich ein musikalisches Ereignis ereignet, das die Herzen der Zuhörer berührt hat. Die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) Landkreis Freyung-Grafenau und der Kulturkreis Freyung-Grafenau luden zu einem Konzert der besonderen Art ein. Teil der Reihe „Musica Sacra“ und in Kooperation mit der Bayerischen Landesausstellung „Musik in Bayern“ wurde das Auftaktkonzert in der Stadtpfarrkirche Freyung mit einem Kurzprogramm gefeiert. Die klangvollen Darbietungen fanden ihren Höhepunkt in der spätgotischen Kirche St. Brigid in Preying, wo die Akustik den mittelalterlichen Werken eine ganz eigene Note verlieh.

Leiterin des Ensembles war die talentierte Karolina Wolf, die nicht nur als Sängerin, sondern auch auf der Flöte glänzte. Sie wurde von einem beeindruckenden Ensemble unterstützt, bestehend aus Margarita Wolf (Violine, Flöten, Gesang), Simone Gaisbauer (Violine), Claudia Wolf (Harfe, Hackbrett, Flöten), Ruth Gallenkamp (Violoncello), Sabine Binder (Gitarre), Raphael Dives (Kontrabass) und Korbinian Kebinger (Percussion, Blasinstrumente). Gemeinsam entführten sie die Zuhörer in eine Welt voller geistlicher Lieder aus bayerischen Quellen, die teilweise seit Jahrhunderten nicht mehr aufgeführt worden waren.

Ein Blick in die Vergangenheit

Besonders spannend war die Moderation, die nicht nur über die Stücke informierte, sondern auch interessante historische Hintergründe und kuriose Aspekte des mittelalterlichen Musiklebens beleuchtete. Es wurde über „Eselmessen“ und die Tradition des „Kindelwiegens“ gesprochen – man konnte sich kaum vorstellen, wie lebendig die Musik damals gewesen sein muss! Zudem wurden weltliche Beiträge von Neidhart von Reuenthal und Walther von der Vogelweide präsentiert. Neidhart thematisierte das Dorfleben, während Walther die persönlichen Höhen und Tiefen in seinen Texten verarbeitete.

Das Konzert zeigte nicht nur, dass alte Musik neu erfahrbar gemacht werden kann, sondern auch, wie lebendig und relevant sie für uns heute ist. Wer glaubt, dass solche Klänge in die Vergangenheit gehören, wurde eines Besseren belehrt. Weitere Konzerte sind bereits geplant: Am 20. Juni in Freyung und am 21. Juni in der Schlosskirche Fürsten Eck wird unter dem Titel „Stomius, Forster und Friends – Komponisten aus Bayern und Böhmen aus der Zeit der Renaissance und des Frühbarock“ ein weiteres musikalisches Highlight erwartet.

Ein Blick auf die Operngeschichte in Bayern

Doch das war nicht alles! Im Rahmen der anhaltenden Bemühungen um die bayerische Musikkultur wird auch die Operngeschichte in Bayern lebhaft diskutiert. Eine Tagung, die sich mit der „Bavarisierung“ von Opern beschäftigt, zeigt, wie sehr sich die Opernlandschaft in Bayern im Laufe von 400 Jahren diversifiziert hat. Dabei geht es um die Praktiken der Übersetzung, Mehrsprachigkeit und Anpassungen an lokale Produktionsbedingungen. Die Diskussionen über kulturpolitische Strategien und die verschiedenen Adaptionspraktiken sind von zentraler Bedeutung.

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Ein spannendes Beispiel ist die bevorstehende Veröffentlichung eines neuen Bands der „Denkmäler der Tonkunst in Bayern“, der im Februar 2025 erscheinen wird. Die Oper „Catone in Utica“ von Giovanni Battista Ferrandini, die bereits am 12. Oktober 1753 im Cuvilliés-Theater in München uraufgeführt wurde, wird in einer wissenschaftlichen Ausgabe, herausgegeben von Dr. Sabine Kurth, veröffentlicht. Die Oper selbst thematisiert das tragische Leben des römischen Staatsmanns Marcus Porcius Cato und wurde bereits rund 30-mal vertont. Ein Präsentationskonzert mit Highlights aus dieser Oper ist für Dezember 2025 geplant und wird vom Ensemble des Gärtnerplatztheaters München unter Christoph Hammer aufgeführt – ein echter Leckerbissen für Opernliebhaber!

Die Gesellschaft für Bayerische Musikgeschichte

Die Gesellschaft für Bayerische Musikgeschichte e. V., gegründet 1957 in München, spielt eine wesentliche Rolle in der Erhaltung und Erforschung der bayerischen Musikkultur. Mit etwa 350 Mitgliedern hat sie sich der Dokumentation der musikalischen Vergangenheit und Gegenwart der Regionen verschrieben, die seit Beginn des 20. Jahrhunderts zu Bayern gehören. Ein wichtiges Ziel ist die Zugänglichmachung dieser kulturellen Schätze für die Musikforschung und -praxis. Die jährliche Veröffentlichung der Zeitschrift „Musik in Bayern“ und die Entwicklung des Bayerischen Musiker-Lexikon Online sind nur einige der Initiativen, die aus dieser engagierten Arbeit resultieren. Wer sich für die bayerische Musikkultur interessiert, findet in der Gesellschaft einen wertvollen Partner.