In Freising hat die Kreisgruppe des Bund Naturschutzes (BN) mit über 4000 Mitgliedern kürzlich ihre Jahreshauptversammlung im Lerner-Wirt abgehalten. Die Versammlung dauerte fast drei Stunden und bot den Mitgliedern die Möglichkeit, sich über wichtige Themen auszutauschen. Stellvertretende Vorsitzende Christine Margraf, die den erkrankten Vorsitzenden Wolfgang Willner vertrat, sprach dabei über eine Vielzahl von Themen, darunter das Beweidungskonzept, die Streuwiesenmahd und das interdisziplinäre Forschungsprojekt Bürgerwissenschaft im Naturwald Isarauen.

Ein zentrales Anliegen der Versammlung war der überzogene Flächenverbrauch, den Margraf mit dem Beispiel des Turbokreisels verdeutlichte. Sie warnte eindringlich vor Kräften, die die Arbeit des Bund Naturschutz diffamieren und die Rechte der Bürger beschneiden wollen. Diese Thematik wurde im Kontext der geplanten dritten Start- und Landebahn am Flughafen München erörtert, über die Christian Magerl referierte. Er argumentierte, dass eine solche Bahn nicht notwendig sei, insbesondere vor dem Hintergrund des gesunkenen innerdeutschen Flugverkehrs und der wirtschaftlichen Gründe, die in Wien zum Verzicht auf eine ähnliche Bahn führten.

Widerstand gegen den Flughafenbau

Die Gruppe um Magerl kündigte an, weiterhin gegen die Pläne zu kämpfen, die bereits seit 21 Jahren auf der Agenda stehen. In einem breiteren Kontext wurde die Debatte um die dritte Startbahn auch in Unterschleißheim geführt, wo etwa 20 Gutachter der Flughafen München GmbH (FMG) anwesend waren. Hierbei wurden große Schwächen der Planung in den Bereichen Bedarf, Länge der Bahn, Naturschutz und Schadstoffe thematisiert. Die Argumente des Bund Naturschutz und anderer Einwender konnten dabei nicht überzeugend widerlegt werden.

Besonders eindrucksvoll war der Bericht einer ehemaligen Vorsitzenden des BN Erding und Kinderärztin, die über die Erfahrungen von lärmbelästigten Kindern sprach. Während des Anhörungsverfahrens wurden die Auswirkungen der Konjunkturkrise auf den Flugverkehr deutlich, und die sinkenden Fluggastzahlen stellten die Bedarfsprognose in Frage. Tatsächlich ließ die Regierung von Oberbayern die Prognose überprüfen, was dazu führte, dass die FMG ihre ursprünglichen Passagierzahlen für 2020 nun auf 2025 korrigieren musste, ohne die Methodik zu ändern.

Engagement der Bürger und innovative Projekte

Kommunen haben sich stark engagiert, da sie negative Erfahrungen mit dem Flughafen gemacht haben. Viele Privateinwender brachten ab Januar ihre Argumente vor und diskutierten intensiv mit den Gutachtern. An einigen Tagen waren mehrere Hundert Menschen im großen Saal in Unterschleißheim anwesend, dabei waren auch viele Kinder und Jugendliche, die ihre Ängste und Bedenken äußerten. Die FMG reagierte auf diese Ängste mit Paragrafen und Vorwürfen, was zu Kritik an der Regierung führte, die als bürgerfeindlich wahrgenommen wurde. Die Erörterungstermine stellten die einzige Möglichkeit dar, dass Bürger ihre Einwände und Ängste mündlich äußern konnten.

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Die Widerstände gegen die dritte Bahn sind ungebrochen und von großer Masse getragen. Die Chancen auf Erfolg für die Gegner der dritten Bahn stehen besser denn je. Fachlich qualifizierte Vertreter des BN, darunter Dr. Christine Margraf, Dr. Christian Magerl, Manfred Drobny sowie der BN-Landesvorsitzende Prof. Dr. Hubert Weiger und Rechtsanwalt Dr. Ulrich Kaltenegger, setzen sich engagiert für den Naturschutz ein.

Ein weiterer innovativer Ansatz, der während der Versammlung vorgestellt wurde, ist die App „Mein Baum“. Diese ermöglicht es Nutzern, Bäume zu fotografieren und ein Kataster anzulegen, was die Bürgerwissenschaft weiter fördert. Obwohl zwei geplante Vorträge aufgrund der Schließzeit des Lokals abgesagt werden mussten, bleibt die Motivation der Mitglieder des Bund Naturschutz hoch, sich für die Belange der Natur und der Bürger stark zu machen.

Für alle, die sich für die Zahlen und Fakten rund um den Luftverkehr in Deutschland interessieren, stellt das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) kostenfreie Statistiken zur Verfügung. Diese decken eine breite Palette ab, von der Anzahl der in Deutschland zugelassenen Luftfahrzeuge bis hin zu Fluggastrechten und den Entwicklungen der Beschäftigtenzahl im LBA. Solche Daten sind nicht nur für Fachleute, sondern auch für interessierte Bürger von Bedeutung, die die Auswirkungen des Luftverkehrs auf den Naturschutz und die Lebensqualität in ihrer Region besser verstehen möchten.