Im Herzen von Freising, wo die Bäume flüstern und die Luft nach frischem Holz riecht, gab es kürzlich einen ganz besonderen Anlass zu feiern. Das Zentrum Wald Forst Holz Weihenstephan (ZWFH) hat den Arbeitskreis Forstliche Bildungsarbeit ausgezeichnet und zum ersten Mal die Georg-Dätzel-Medaille verliehen. Ein beeindruckendes Ereignis, das die Bedeutung der waldpädagogischen Arbeit in unserer Region und darüber hinaus unterstreicht. Der Arbeitskreis wurde 1992 von Alfons Leitenbacher und Prof. Robert Vogl gegründet, mit dem klaren Ziel, das Interesse am Wald zu fördern und praktische Hilfen für die forstliche Bildungsarbeit zu schaffen. Ein Herzensprojekt, das sich bis heute bemerkbar macht.

Der erste Ordner des Arbeitskreises, der als „Bayernordner“ bekannt ist, umfasst stolze 1700 Seiten und wurde in nicht weniger als zehn Sprachen übersetzt. Das macht ihn zu einem waldpädagogischen Leitfaden, der Lehrer und Bildungsanbieter gleichermaßen inspiriert. Insgesamt hat der Arbeitskreis rund 50 Publikationen veröffentlicht, die die Leidenschaft für den Wald weitertragen. Staatsminister Markus Blume lobte den Geist des ZWFH während der Verleihung und würdigte die unermüdliche Arbeit, die seit vielen Jahren geleistet wird.

Ein Lebenswerk gewürdigt

In einem weiteren Höhepunkt der Veranstaltung wurde Herbert Rudolf, ein renommierter Revierleiter aus dem Landkreis, mit dem Ehrenpreis des ZWFH ausgezeichnet. Rudolf, der 1984 seine Karriere begann, hat früh die Notwendigkeit erkannt, Fichtenbestände in gemischte Dauerwälder umzuwandeln. Ein weiser Schritt, der heute aktueller ist denn je, wenn wir an die Herausforderungen des Klimawandels denken. Auch als Lehrbeauftragter an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) hat er sein Wissen begeistert weitergegeben und viele junge Menschen für die Forstwirtschaft begeistert.

Seine Verbindung zum Freisinger Weltwald ist tief verwurzelt, denn er hat maßgeblich zu dessen Aufbau beigetragen. Der Ehrenpreis wurde ihm für sein Lebenswerk als Förster, Waldbauer und Lehrer verliehen – eine Anerkennung, die mehr als verdient ist. Es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, wie viel Herzblut und Leidenschaft in der Forstwirtschaft steckt und wie wichtig die Bildung in diesem Bereich ist.

Waldpädagogik im Wandel der Zeit

Die Verleihung der Medaille und des Ehrenpreises ist nicht nur ein persönlicher Triumph für die Geehrten, sondern auch ein Zeichen für die wachsende Bedeutung der Waldpädagogik in Deutschland. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es massive Waldzerstörungen, die die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) dazu bewegten, die Jugend zur Wiederaufforstung zu mobilisieren. In Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg entstanden zahlreiche biologische Arbeitsgemeinschaften unter der Leitung von Forstleuten und Lehrern. 1956 wurde der Jugendwaldring in Kiel gegründet und 1960 schlossen sich verschiedene Landesverbände zur Bundesverband Deutschen Waldjugend zusammen.

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Seit den 1990er Jahren gewinnt die waldpädagogisch orientierte „Waldbildung“ zunehmend an Bedeutung. Die Waldjugend, inspiriert von der Umweltschutzbewegung der 1980er Jahre, betrachtet den Wald als Lernobjekt und Anknüpfungspunkt für nachhaltige Entwicklung. Die UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, die 2005 ausgerufen wurde, hat die Anzahl der forstlichen Bildungsangebote weiter steigen lassen. In vielen Bundesländern wurden mittlerweile Zertifikats-Lehrgänge für Lehrer, Erzieher, Förster und Naturwissenschaftler zur waldpädagogischen Weiterbildung implementiert, was zeigt, wie ernst man die Bildung in diesem Bereich nimmt.

In Freising und weit darüber hinaus geschieht also viel im Bereich der Waldpädagogik. Die Veranstaltungen und Auszeichnungen zeigen, wie wichtig es ist, das Wissen um den Wald und seine Ökosysteme weiterzugeben. Die Liebe zur Natur und die Bereitschaft, sich für ihren Erhalt einzusetzen, sind Werte, die in unserer Gesellschaft immer mehr an Bedeutung gewinnen. Der Wald ist nicht nur ein Ort der Erholung, sondern auch ein Raum für Bildung und nachhaltige Entwicklung. Und das ist etwas, das wir alle unterstützen sollten.