Die Störche in Freising sorgen derzeit für Aufregung und sind das Gesprächsthema der Stadt. Was einst ein malerisches Nest auf der Mariensäule war, hat sich in ein handfestes Problem verwandelt. Nachdem die Feuerwehr innerhalb von 48 Stunden zum zweiten Mal für das Storchenpaar gerufen wurde, hat die Stadt Freising beschlossen, erneut ein Ausweichquartier für die eleganten Vögel zu schaffen. Der Umzug war notwendig, da Experten festgestellt haben, dass Brutversuche an der Mariensäule wenig erfolgversprechend sind. Mangelhafte Neststandortgröße und die möglichen Schäden an der Mariensäule durch Storchkot waren gewichtige Argumente für die Umsiedlung.

Am Freitagmorgen um 9:30 Uhr entfernte die Feuerwehr das Nest von der Mariensäule, welches weniger als eine Stunde später auf dem neuen Standort am Marcushaus angebracht wurde. Der Umzug war das Ergebnis intensiver baulicher Vorbereitungen, die fast eine Woche in Anspruch nahmen und Abstimmungen mit dem Denkmalschutz sowie Überprüfungen der Statik erforderte. Der neue Standort am Marcushaus ermöglicht turnusmäßige Wartungen, was nicht nur für die Störche, sondern auch für das historische Bauwerk von Vorteil ist. Doch die Frage bleibt: Werden sich die Störche tatsächlich in ihrem neuen Heim wohlfühlen?

Ein Umzug mit Herausforderungen

Der neue Horst, der von der Freisinger Firma Göls aus Edelstahl gefertigt wurde, ist größer und höher gelegen als der alte. Maler Valentin Ottowa hat sogar Kalkfarbe aufgetragen, um die Storch-Exkremente zu imitieren und die Tiere anzulocken. Doch nicht alle scheinen mit dem Umzug einverstanden zu sein. So saß am Donnerstagmittag ein Storch weiterhin auf der Mariensäule, was Skepsis bei den Zuschauern hervorrief.

Die Konkurrenz durch andere Storchenpaare in der Nähe könnte ebenfalls eine Herausforderung darstellen. Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher äußerte Bedenken, dass andere Störche in den neuen Horst einziehen könnten, während der Geschäftsführer des Bundes Naturschutz in Freising, Manfred Drobny, empfiehlt, den alten Horst zu entfernen, um Missverständnisse zu vermeiden.

Ein Blick in die Vergangenheit und die Zukunft der Störche

Die Störche wurden erstmals am 14. März in der Krone der Mariensäule gesichtet. Die Stadt hatte die Nistversuche am Marcushaus bereits aufgegeben, nachdem diese aufgrund von Wind und Wetter gescheitert waren. Am 8. April fiel die Entscheidung, ein Ausweichquartier für die Störche zu schaffen, und am 15. April wurde die Nisthilfe montiert. Die ganze Aktion hat nicht nur das Interesse der Anwohner, sondern auch das von Touristen angezogen, die in Freising die Störche beobachten wollten.

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Die baulichen Maßnahmen und die Herausforderungen, die mit der Umsiedlung der Störche verbunden sind, verdeutlichen, wie wichtig der Umgang mit der Natur und den städtischen Denkmälern ist. Die Stadt Freising zeigt Engagement und Verantwortungsbewusstsein, um sowohl die Störche als auch das historische Erbe zu schützen. Doch ob die Störche sich tatsächlich in ihrem neuen Horst niederlassen und erfolgreich brüten werden, bleibt abzuwarten.