In Freising, genauer gesagt in der Auenstraße, brodelt es gewaltig. Anwohner sind am Verzweifeln. Das Parkproblem ist mittlerweile so drückend, dass 350 von ihnen eine Petition ins Leben gerufen haben. Wer hätte gedacht, dass Urlauber, die ihr Auto kostenlos abstellen, während sie in die Ferne fliegen, das Leben der Anwohner so arg zusetzen könnte? Das ist, als würde man ein Stück vom eigenen Lebensraum abgeben, nur weil andere sich bequem machen wollen. Und das alles, während der Airportbus 635 direkt um die Ecke hält. Die Situation eskaliert geradezu.

Kerstin Heyne, eine der betroffenen Anwohnerinnen, hat die Initiative ergriffen, um die Stadtverwaltung zum Handeln zu bewegen. Ihr erster Versuch im Jahr 2019 verlief im Sand – jetzt, mit neuer Energie, soll es klappen. Die Oberbürgermeisterin Monika Schwind hat sich der Sache angenommen, jedoch mit einer Dosis Realismus. Sie erklärt, dass die Stadt rechtlich eingeschränkt ist. Anwohnerparken kann nur unter bestimmten Bedingungen angeordnet werden, doch die sind knallhart: 80% der Parkplätze müssen dauerhaft belegt sein, und der Abstand zum nächsten Parkplatz muss mehr als 500 Meter betragen. Das klingt fast nach einer Hürde für Hochleistungssportler.

Die Parkplatznot der Anwohner

Die Realität sieht anders aus. Wenige Parkmöglichkeiten stehen den Anwohnern zur Verfügung. Pro Haushalt gibt es zwei bis drei Autos, während in der Tiefgarage nur ein einziger Stellplatz pro Wohneinheit zur Verfügung steht. Irgendwie ungerecht, oder? Ursprünglich waren 325 Stellplätze für die Wohnanlage vorgesehen, aber die Stadt hat 106 davon als öffentliche Parkplätze beansprucht. So wird das Parken entlang der Auenstraße zur echten Herausforderung. Und die längeren Parker, die sich einfach nicht rühren, machen die Sache nicht einfacher.

Ein zusätzliches Problem ist in Sicht: Ein neues Baugebiet namens Seilerbrücklwiesen wird erschlossen, das 500 bis 600 neue Einwohner und ein Kinderhaus mit sich bringt. Das ist wie das berühmte Tüpfelchen auf dem i – noch mehr Parkdruck für die schon überlasteten Anwohner. Ehrlich gesagt, da kann einem schon mulmig werden.

Das rechtliche Dilemma

Aber wie sieht es eigentlich mit den rechtlichen Möglichkeiten aus? Das Thema Anwohnerparkausweis wird immer wieder heiß diskutiert. In vielen Kommunen steigen die Gebühren für Anwohner-Parkplätze. Ein Bewohnerparkausweis ist nicht nur kostenpflichtig, sondern gilt auch nur in einer fest definierten Zone. Die Idee dahinter: Fremde Fahrzeuge aus Wohngebieten mit hohem Parkdruck fernzuhalten. Doch auch hier gibt es Hürden. Tagsüber dürfen nur maximal 50% der Stellflächen für Anwohner reserviert sein. Und wie wir wissen, gibt es keinen Anspruch auf einen konkreten Stellplatz. Das bedeutet, dass die Anwohner oft im Regen stehen gelassen werden.

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Die Gebühren variieren stark — in Berlin zahlt man beispielsweise 20,40 Euro für zwei Jahre, während es in Bonn satte 360 Euro jährlich kostet. In Bayern liegen die Preise noch recht human, unter 30 Euro pro Jahr. Aber auch hier ist die Gebührenordnung im Umbruch. Seit Oktober 2020 haben die Bundesländer die Hoheit, die Gebühren selbst festzulegen. Das kann zu einem echten Flickenteppich führen. In Freiburg hat das Bundesverwaltungsgericht kürzlich die Gebührenordnung gekippt. Das wirft Fragen auf, wie es weitergeht.

Die Zukunft des Parkens in Freising

Die Situation in der Auenstraße ist ein Spiegelbild vieler Städte in Deutschland. Immer mehr Anwohner kämpfen gegen den Parkdruck, der durch steigenden Zuzug und unzureichende Parkmöglichkeiten verschärft wird. Ein Bewohnerparkausweis könnte zwar helfen, doch die Voraussetzungen dafür sind oft kompliziert. Und für die, die keinen privaten Stellplatz haben, bleibt nur die Hoffnung auf eine faire und verhältnismäßige Lösung. Denn letztendlich geht es nicht nur um das Parken, sondern um Lebensqualität. Und die sollte in einer Stadt wie Freising für alle Bürger erhalten bleiben.

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