In Hallbergmoos steht der Neubau eines dringend benötigten Feuerwehrhauses auf der Agenda. Der Gemeinderat hat sich mit überwältigender Mehrheit von 19:1 Stimmen dafür ausgesprochen, trotz der gestiegenen Kosten in Höhe von nunmehr 21,8 Millionen Euro, Geldmittel in Höhe von 100.000 Euro für Planungen im Jahr 2026 bereitzustellen. Der Antrag kam von der CSU, die die Notwendigkeit einer modernen Infrastruktur betont. Ein positives Beispiel für derartige Projekte ist der Neubau des Feuerwehrhauses in Goldach, der zeigt, wie die Zusammenarbeit mit externen Geschäftsbesorgern Vorteile bringen kann. Eine Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2020 hatte die Kosten ursprünglich auf 11,9 Millionen Euro geschätzt, jedoch sind die Baukosten für Feuerwehrhäuser mittlerweile um 73% gestiegen.
Die aktuelle Schätzung für den Neubau in Hallbergmoos liegt bei etwa 20,6 Millionen Euro, wobei die Kosten mit einem externen Geschäftsbesorger sogar auf 21,8 Millionen Euro ansteigen können. Die Planungskosten bis zur Baugenehmigung werden auf etwa 30% der Gesamtkosten geschätzt, was zwischen 964.000 und 1,3 Millionen Euro bedeutet. Bürgermeister Benjamin Henn hat die angespannte Haushaltslage der Gemeinde angesprochen und angekündigt, dass das Thema in den Haushaltsberatungen am 24. Februar weiter diskutiert wird. Die langfristige Modernisierung der Feuerwehr-Infrastruktur bleibt ein zentrales Anliegen für die Gemeinde Hallbergmoos, auch wenn die bereitgestellten 100.000 Euro für sinnvolle Planungsschritte nicht ausreichen.
Finanzierungsfragen und Machbarkeitsstudie
Parallel zu den Entwicklungen in Hallbergmoos plant die Gemeinde Goldach den Bau einer neuen Feuerwache für etwa 10 Millionen Euro. Auch hier wird eine Machbarkeitsstudie die Maßnahmen und Kosten für den Bau von zwei neuen Feuerwehrhäusern aufschlüsseln. Erste Schätzungen belaufen sich auf insgesamt etwa 18,2 Millionen Euro. Der Baustart ist frühestens für 2025 vorgesehen, und die neue Wache in Hallbergmoos soll ca. 11 Millionen Euro kosten, mit einer Nutzfläche von 3.500 m², acht Stellplätzen, einer Waschhalle und einer Lkw-Werkstatt. In Goldach wird mit ca. 7,3 Millionen Euro für etwa 2.100 m² Nutzfläche und sieben Stellplätzen gerechnet.
Die Diskussion über die Finanzierung der Projekte wirft einige Fragen auf, insbesondere hinsichtlich möglicher Steueranhebungen, Kürzungen von freiwilligen Leistungen und Kreditaufnahmen. Bürgermeister Harald Reents hat betont, dass die Machbarkeitsstudie eine bessere Bewertung der Projekte ermöglichen wird. Die SPD und die Grünen haben eine Vertagung beantragt, um Informationsdefizite der neuen Gemeinderäte zu klären, jedoch wurden diese Anträge abgelehnt. Eine gemeinsame Machbarkeitsstudie für die Feuerwehrhäuser könnte auch eine Wirtschaftlichkeitsberechnung zur Ermittlung des Kosteneinsparpotentials umfassen.
Gemeinsame Lösungen im Fokus
Ein weiterer innovativer Ansatz könnte der Aufbau eines gemeinsamen Feuerwehrdienstleistungszentrums sein, das von fünf Kommunen getragen wird. Der Standort wird in der Gemeinde Bad Camberg angedacht, und die Baukosten sollen von einem Investor übernommen werden, während die Nutzer Miete zahlen. Dieses Zentrum würde nicht nur die Prüfung, Wartung und Instandsetzung von Atemschutzgeräten und Feuerwehrschläuchen ermöglichen, sondern auch Kosteneinsparungen für die Feuerwachen durch die eigene Erbringung von Dienstleistungen bieten. Auch hier könnte eine Machbarkeitsstudie zur Untersuchung von Grundstücks-Alternativen und Konzeptentwicklungen beitragen, um die bestmögliche Lösung für alle beteiligten Gemeinden zu finden.
Die anstehenden Entscheidungen über die Feuerwehrinfrastruktur sind nicht nur für Hallbergmoos und Goldach von Bedeutung, sondern könnten auch ein Beispiel für andere Gemeinden in der Region darstellen. In einer Zeit, in der Kostenexplosionen und Haushaltsengpässe häufige Themen sind, ist es umso wichtiger, innovative Ansätze und gemeinsame Lösungen zu finden, um den hohen Anforderungen an die Feuerwehrinfrastruktur gerecht zu werden. Die kommenden Haushaltsberatungen am 24. Februar werden zeigen, wie die Verantwortlichen die Herausforderungen angehen werden.
Weitere Informationen zu den Entwicklungen in Hallbergmoos finden Sie hier: Merkur und zu den Plänen in Goldach hier: Hallberger. Weitere Ansätze zur Optimierung der Feuerwehrinfrastruktur sind in dieser Quelle zu finden: Assmann.