Heute ist der 19.05.2026 und wir werfen einen Blick auf die bevorstehende Erhöhung der Kita-Gebühren in Freising, die ab September 2026 in Kraft treten wird. Der Finanzausschuss hat sich auf eine moderate Erhöhung um fünf Prozent geeinigt. Oberbürgermeisterin Monika Schwind hat die Ausgangslage und die jährliche Neuberechnung der Gebühren ausführlich erläutert. Die Eltern tragen aktuell 23,5% der Kosten für die Krippe, 17% für den Kindergarten und 18% für den Hort; den Rest übernimmt die Stadt. Diese Aufteilung könnte sich bald ändern.
Die Kalkulation zeigt, dass eine Erhöhung gemäß den Berechnungen aus dem Jahr 2018 zu einer Erhöhung von über 17% für die Krippe geführt hätte. Das wären Mehrkosten von 60 bis 90 Euro pro Monat! Für den Kindergarten hätte es 10% mehr, also 13 bis 14 Euro monatlich, und für den Hort knapp 5% mehr, also 6 bis 9 Euro monatlich, bedeutet. Kämmerer Johannes Hutter hat darauf hingewiesen, dass die Ausgaben jährlich steigen und die Stadt ihren freiwilligen Anteil an den Kosten erhöht. Ein weiterer Aspekt, der nicht zu vernachlässigen ist, ist die Aufforderung der Rechtsaufsicht der Stadt, die Deckungsgrade anzupassen, damit der Haushalt genehmigt werden kann.
Staatliche Zuschüsse und finanzielle Belastungen
Ab dem 1. Januar 2027 plant die Staatsregierung, den Zuschuss für den Kindergarten von 100 Euro pro Kind zu streichen. Das wird sicherlich die finanzielle Situation der Stadt und der Eltern zusätzlich belasten. In Freising hat man bereits die Idee eines einkommensabhängigen Modells für Kita-Gebühren in den Raum geworfen, aber aufgrund personeller Engpässe konnte dies bislang nicht weiterverfolgt werden. Es ist also ein Kompromiss gefunden worden: eine Erhöhung von 5% für Krippe, Kindergarten und Hort, die letztlich mit nur vier Gegenstimmen angenommen wurde.
Die Diskussion über die Gebühren für die Kindertagesstätten in Freising ist ein ständiges Thema. Die Gebühren werden jährlich im Frühjahr auf Basis der tatsächlichen Kosten des Vorjahres ermittelt. Der Durchschnitt der letzten vier Jahre wird für die neue Gebührenkalkulation herangezogen. Dabei trägt der Freistaat Bayern einen Teil der Ausgaben, der größte Anteil kommt jedoch von der Stadt Freising selbst. Ein kleiner Teil der Kosten wird dann auf die Eltern umgelegt. Die Ausgaben für 2023 sind beachtlich: 2.312 Tsd. € für die Kinderkrippe, 9.652 Tsd. € für den Kindergarten und 1.750 Tsd. € für den Kinderhort. Die Gesamtausgaben belaufen sich auf 13.714 Tsd. €, wobei die Elternbeiträge nur 956 Tsd. € ausmachen.
Soziale Aspekte und mögliche Lösungen
Die steigenden Personalkosten, die im Jahr 2023 10.015.614,86 € betrugen, tragen maßgeblich zu dieser Entwicklung bei. Die Gebühren sind gestaffelt nach Buchungsdauer, und das Entgelt für Getränke und Verpflegung wird separat berechnet. Außerdem gibt es die Möglichkeit für Familien, beim Landratsamt einen Antrag auf Übernahme der Elternbeiträge zu stellen. Doch genau hier könnte es für einige Familien ganz schön eng werden, denn diejenigen, die knapp über der Grenze für die Gebührenübernahme liegen, könnten durch die Erhöhungen finanziell stark belastet werden.
Es gibt Bestrebungen, Gebührenermäßigungen für einkommensschwächere Familien zu diskutieren. Ein Beispiel aus Starnberg zeigt, dass ein Modell zur Gebührenermäßigung eingeführt wurde. Aber ist das wirklich auf Freising übertragbar? Es bleibt abzuwarten, wie die Akzeptanz eines solchen Modells geklärt werden kann, bevor ein „Freisinger Modell“ erarbeitet wird. Weitere Erfahrungswerte aus Starnberg sollen im kommenden Jahr betrachtet werden. Ziel ist es, ausgewogene und transparente Gebühren zu schaffen, die auch die sozialen Aspekte berücksichtigen. Innerhalb der Fraktionen gibt es unterschiedliche Meinungen über die Fairness und Transparenz der Gebührenerhöhungen, aber man ist sich einig, dass übermäßiger Kontroll- und Verwaltungsaufwand vermieden werden sollte.