In Freising, wo die Luft nach frisch gebrautem Bier riecht und die gemütlichen Wirtshäuser zum Verweilen einladen, steht das geschätzte Furtnerbräu vor einem Wendepunkt. Der Pachtvertrag des Furtnerbräus wurde nicht verlängert – eine Nachricht, die bei vielen Einheimischen für Besorgnis sorgt. Louis Praetner, der aktuelle Inhaber, plant nun den Verkauf der Brauerei und der dazugehörigen Gebäude. Doch anstatt einfach alles zu schließen und die Türen hinter sich zuzuziehen, gibt es einen Plan, der Hoffnung weckt: eine Genossenschaft soll gegründet werden, um das Anwesen in Erbpacht zu übernehmen.

Die Vision ist klar. Bis Ende August 2026 sollen 1500 Mitglieder für die Genossenschaft gewonnen werden. Wer mitmachen möchte, kann Anteile für 500 Euro zeichnen. Die Idee dahinter ist nicht nur, das Wirtshaus und die Obergeschosse zu sanieren, sondern auch einen Ort zu schaffen, der für die nächsten Generationen erhalten bleibt. Mitglieder haben Stimmrecht – das heißt, jeder kann an den wichtigen Entscheidungen teilnehmen. Ein sehr demokratisches Konzept, das in einer Zeit, in der Gemeinschaftsgefühl und Zusammenarbeit wichtiger sind denn je, richtig gut ankommt.

Ein lebendiger Ort mit Geschichte

Der Fokus liegt ganz klar auf dem Erhalt des Furtner als lebendiges Wirtshaus mit Respekt vor der Geschichte. Die Genossenschaft wird schrittweise das gesamte Anwesen sanieren und auch weiterhin verpachten. Hierbei wird nicht nur auf die wirtschaftliche Vernunft geachtet, sondern auch auf das Gemeinwohl. Es geht darum, das Furtner in seiner bekannten Form zu erhalten, ohne die Atmosphäre zu verlieren. Das klingt fast wie ein kleiner Traum, oder? Und noch besser: Freisinger Firmen sind eingeladen, sich bei den Bauarbeiten einzubringen. So wird nicht nur das Gebäude, sondern auch die Gemeinschaft gestärkt.

Für all jene, die nicht direkt Mitglied werden möchten, gibt es die Möglichkeit, ein Unterstützer-Bier-Abo für 10 Euro pro Monat abzuschließen. Dieses Abo bietet einen monatlichen Gutschein im Wert von 5 Euro. Um das Projekt wirklich auf die Beine zu stellen, müssen bis Ende August 2000 solcher Abos abgeschlossen werden. Bis Ende 2024 soll die Zahl auf 3000 steigen. Das hat schon fast etwas von einem großen Abenteuer und, ganz ehrlich, es zeigt, wie sehr die Menschen in Freising an ihrem Furtner hängen.

Genossenschaften im Aufwind

Aber was macht diese Genossenschaftsbewegung so besonders? Genossenschaften sind in Deutschland historisch gewachsen, beginnend im 19. Jahrhundert mit den Gründervätern Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch. Sie stehen für Kooperation und gemeinschaftliches Eigentum. In Zeiten, in denen Unsicherheiten und soziale Ungleichheiten zunehmen, erleben sie ein Comeback. Über 22 Millionen Menschen in Deutschland sind bereits Teil einer Genossenschaft. Das zeigt, dass viele das Potenzial dieser Form des Wirtschaftens erkannt haben. Es ist nicht nur ein Modell, um Dinge zu besitzen, sondern auch, um Verantwortung zu übernehmen.

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Mit der Gründung der Genossenschaft für das Furtner wird ein weiteres Kapitel in dieser Geschichte geschrieben. Die demokratische Struktur, bei der jedes Mitglied eine Stimme hat – unabhängig von der Höhe der Kapitaleinlage – ist ein Zeichen für eine zukunftsorientierte Gemeinschaft. Und was könnte besser sein, als gemeinsam für den Erhalt eines so wichtigen Teils der Freisinger Kultur zu kämpfen? Es ist eine spannende Zeit für das Furtner und die gesamte Region!