Heute ist der 25.04.2026 und die Stadt Freising blickt auf eine bedeutende Zeitspanne zurück. Tobias Eschenbacher, der 14 Jahre lang als Oberbürgermeister die Geschicke der Stadt lenkte, hat sich entschieden, nicht für eine dritte Amtszeit zu kandidieren. Der Grund? Er möchte den Terminstress reduzieren und mehr Zeit mit seiner Familie verbringen. Sein letzter öffentlicher Auftritt war am Tag des Bieres, während der letzte offizielle Termin möglicherweise am 30. April stattfinden wird. Eschenbacher sieht der neuen Phase in seinem Leben mit Freude entgegen – er freut sich auf mehr Flexibilität und wertvolle Momente mit Familie und Freunden.
Ein Rückblick auf seine Amtszeit weckt viele Erinnerungen. Besonders prägend war seine erste Stadtratssitzung, bei der ihm die Amtskette feierlich von Rudi Schwaiger, dem zweiten Bürgermeister, überreicht wurde. Während seiner Amtszeit gab es zahlreiche bedeutende Ereignisse, wie die Schlusssteinlegung für den Innenstadtumbau, den München-Tag 2012 und das Korbiniansjubiläum. Er steht zu allen Entscheidungen, die er getroffen hat, und hat stets versucht, auch Dinge zu korrigieren – so zum Beispiel das Pflanzen von mehr Bäumen in der Innenstadt. Die Corona-Pandemie war ein einschneidendes Ereignis seiner Amtszeit, auf das er gerne verzichtet hätte.
Ein erfolgreicher Rückblick
In einer Mitgliederversammlung der Freisinger Mitte (FSM) am 05. April 2025 wurde Eschenbachers Entscheidung, sich 2026 nicht erneut zur Wahl zu stellen, offiziell verkündet. Während seiner 13 Jahre im Amt konnte er zahlreiche Erfolge verzeichnen, darunter die Umsetzung von Projekten wie der Westtangente, dem Schwimmbad und der Sanierung des ASAM. Auch Fortschritte in der Mobilitäts- und Energiewende, wie der Ausbau von Nahwärmenetzen, stehen auf der Liste seiner Errungenschaften. Zudem wurden die kommunale Wohnbaupolitik und die Schullandschaft vorbildlich weiterentwickelt. Eschenbacher betont, dass er aufgrund seiner jungen Familie nicht mehr mit der gleichen Energie seinen Aufgaben nachkommen kann, und möchte sich ab Mai 2026 neuen beruflichen Herausforderungen widmen.
Die Übergabe der Amtsgeschäfte an seine Nachfolgerin Monika Schwind erfolgt in enger Absprache. Gemeinsam besprechen sie anstehende Themen und Termine. Schwind hat bereits Interesse an der Oberbürgermeisterkandidatur bekundet und möchte Freising zukunftsorientiert weiterentwickeln. Über ihre Kandidatur wird Ende Juni in einer Aufstellungsversammlung abgestimmt. Bei der Freisinger Mitte herrscht spürbare Vorfreude und Aufbruchsstimmung – der Vorsitzende Michael Glaser betont die parteipolitische Unabhängigkeit und das Engagement der FSM für die Stadtentwicklung.
Lehren aus der Amtszeit
Eschenbacher hat aus seiner Zeit im Amt viel gelernt. Der Konsens und das Berücksichtigen anderer Interessen waren ihm stets wichtig. Auch wenn einige Freundschaften während seiner Amtszeit gelitten haben, sind andere erhalten geblieben. Er glaubt fest daran, dass der Rückhalt eines Partners im Oberbürgermeisterjob von großer Bedeutung ist, auch wenn die Arbeit die familiäre Situation belastet. Rückblickend hat er seine Entscheidung, nicht weiterzumachen, nie bereut und sieht seine Amtszeit als erfolgreich an.
Nach zwei Monaten Pause wird Tobias Eschenbacher ab 1. Juli bei der CIMA Beratung und Management GmbH in München arbeiten. Hier plant er, seine Praxiserfahrung in der Beratung von Kommunen einzubringen. Auf die Frage, ob sein Sohn einmal Oberbürgermeister werden soll, hat er eine klare Antwort: Er würde ihm raten, sich gut zu überlegen, was der Job mit sich bringt.