In Freising, genauer gesagt zwischen Achering und Giggenhausen, gibt es momentan eine wirklich unschöne Situation. Die Stadt hat die Brücke über die Bahnstrecke München–Regensburg mit sofortiger Wirkung für den motorisierten Verkehr gesperrt. Das ist schon ein Schlag, vor allem für alle, die diese Verbindung täglich nutzen. Was ist passiert? Die Brücke, die schon länger als instabil galt, hat massive Probleme mit Feuchtigkeit und Korrosion an ihren tragenden Bauteilen. Oberbürgermeisterin Monika Schwind hat in einer Sitzung des Finanzausschusses die besorgniserregende Lage erläutert und dabei deutlich gemacht, dass die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger absolute Priorität hat.
Immerhin laufen seit mehreren Jahren Untersuchungen und Sicherungsmaßnahmen an der Spannbetonbrücke. Man könnte sagen, das ist ein bisschen wie ein ständiges Aufschieben von Hausarbeiten – immer wieder wird etwas gemacht, aber die eigentliche Lösung bleibt auf der Strecke. Es wurden zwar Schäden festgestellt, doch durch Stahlstützen, Instandsetzungen und auch eine Gewichtsbeschränkung konnte die Nutzung bisher aufrechterhalten werden. Aber die neue Risikobewertung hat jetzt einen anderen Ton angeschlagen. Neue Bewertungen zeigen, dass aufgrund fehlender statischer Unterlagen keine abschließende Aussage zur langfristigen Sicherheit des Bauwerks getroffen werden kann. Das klingt nicht gut, oder?
Die Situation im Detail
Die Stadtverwaltung von Freising hat am Dienstag die Mitteilung herausgegeben, dass die Brücke wegen der Statik-Probleme gesperrt bleibt. Auch wenn Fachleute die Wahrscheinlichkeit eines Schadensereignisses als gering einschätzen, will man kein Risiko für Verkehrsteilnehmer und den Bahnverkehr eingehen. Das ist schon vernünftig. Die Brücke bleibt also bis zum Abschluss aller Untersuchungen und statischen Bewertungen geschlossen – wann das genau sein wird, steht allerdings noch in den Sternen.
In der Zwischenzeit kann man sich nur mit Umleitungen abfinden, die bereits ausgeschildert sind. Ein Ingenieurbüro und ein Prüfstatiker sind bereits am Werk, um die Situation genauer zu erforschen, fehlende Unterlagen zu recherchieren und mögliche Sanierungs- oder Neubauoptionen zu prüfen. Das Ganze klingt nach viel Aufwand, aber die Sicherheit hat nun mal ihren Preis.
Korrosion – ein weit verbreitetes Problem
Was uns zu einem größeren Thema bringt: Korrosion. Wusstet ihr, dass in Deutschland rund 4.200 Stahl- und Stahlverbundbrücken mit über 6 Millionen Quadratmetern Stahlfläche vor Korrosion geschützt werden müssen? Das sind echt riesige Zahlen! Korrosionsschutz erfolgt heutzutage durch verschiedene Systeme, wie etwa Zinküberzüge oder organische Beschichtungen. Doch nicht jeder Baustahl ist gleich – wetterfester Stahl benötigt keinen zusätzlichen Schutz, wird aber nur selten verwendet. Hier kommt die DIN-Norm ins Spiel, die die Planung und Durchführung von Korrosionsschutzmaßnahmen regelt. Ohne diese Standards könnte man schier verrückt werden bei dem Gedanken, was alles schiefgehen könnte.
Diese Normen sind nicht nur das Papier wert, auf dem sie stehen, sondern schützen wirklich die Infrastruktur, die wir täglich nutzen. Die Wahl des richtigen Korrosionsschutzsystems hängt von vielen Faktoren ab, wie etwa der Lebensdauer, den Instandhaltungsintervallen und der Zugänglichkeit der Bauwerke. Vielleicht wird die Brücke zwischen Achering und Giggenhausen bald mit einem neuen Korrosionsschutzsystem versehen, das eine Schutzdauer von mindestens 50 Jahren verspricht. Das wäre doch mal ein Fortschritt!
Auch wenn die aktuelle Sperrung für viele eine große Umstellung bedeutet, ist es wichtig, dass solche Maßnahmen ergriffen werden, um die Sicherheit aller zu gewährleisten. Also bleibt geduldig und beachtet die Umleitungen – irgendwann wird die Brücke hoffentlich wieder sicher zu passieren sein.