Heute ist der 11.05.2026 und Forchheim hat allen Grund zur Freude! Am Sonntag, den 17. Mai, wird um 11 Uhr die neue Sonderausstellung im Braunauer Heimatmuseum eröffnet. Die Schau mit dem Titel „Tempus fugit II – Die Dientzenhofer-Kirchengruppe von Braunau / Broumov“ verspricht ein echtes Highlight zu werden. Die Besucher können sich auf eine beeindruckende Präsentation von zehn barocken Kirchen freuen, die im malerischen Braunauer Ländchen im Nordosten Tschechiens, genauer gesagt in Ostböhmen, zu finden sind. Diese prachtvollen Bauwerke wurden zwischen 1709 und 1743 erbaut und sind unter dem Blick von Abt Otmar Zinke von der Benediktinerabtei Braunau entstanden.
Wenn man sich die Entwürfe dieser Kirchen anschaut, fällt sofort auf, dass sie von niemand geringerem als den Dientzenhofer-Brüdern, Christoph und Kilian Ignaz, stammen. Diese Familie hat in der Barockzeit einen enormen Einfluss auf die Architektur ausgeübt. Über 250 Bauwerke, darunter Kirchen, Klöster und Schlösser, sind durch ihre Hände entstanden. Ihre Kreativität und ihr handwerkliches Geschick haben die Landschaft geprägt und ihren Namen unsterblich gemacht.
Ein Fest für die Sinne
Die Eröffnung der Ausstellung wird feierlich von Erik Buchholz, dem Heimatkreisbetreuer, und Martin Lanži, dem Pfarrer und Dekan, begleitet. Ein besonderer Leckerbissen sind die neuen Fotografien von Dano Veselský, die die Schönheit dieser barocken Kirchen in neuem Licht zeigen. Die fortwährenden Bemühungen um deren Erhalt sind wirklich bewundernswert und zeigen, dass die Vergangenheit lebendig bleibt.
Wusstet ihr, dass Forchheim seit 1955 die Patenstadt der nach dem Zweiten Weltkrieg vertriebenen Braunauer ist? Diese über 20 Jahre bestehende Städtepartnerschaft hat eine tiefe Verbindung zwischen den beiden Städten geschaffen. Die Ausstellung im Heimatmuseum wird bis Ende Juli geöffnet sein, mittwochs von 10 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung. Wer Fragen hat, kann einfach den Kontakt unter der Telefonnummer 09191/64563 (nur Mittwoch) oder per E-Mail an heimatmuseum@heimatkreis-braunau.de suchen.
Die Dientzenhofer – Ein Erbe der Barockzeit
Die Familie Dientzenhofer, ursprünglich aus dem nördlichen Alpenrand im heutigen Landkreis Rosenheim, hat eine faszinierende Geschichte. Georg Dientzenhofer, der Vater, wurde 1614 geboren, und während seiner Zeit schuf er mit seiner Familie eine Tradition, die über Jahrhunderte hinweg Bestand hatte. Ihre Kinder, darunter Wolfgang und Christoph, waren nicht nur Maurer, sondern auch Architekten, die in Prag und darüber hinaus bedeutende Spuren hinterließen. Besonders Wolfgang Dientzenhofer war Stadtbaumeister von Aibling und baute zahlreiche Kirchen in Oberbayern. Was für eine beeindruckende Linie von Talenten!
Das Dientzenhofer Skizzenbuch, das im Bayerischen Nationalmuseum in München aufbewahrt wird, ist ein weiteres Zeugnis ihres kreativen Schaffens. Es enthält Nachzeichnungen von Grundrissen und Entwürfen, die die Verbindung zwischen italienischer, bayerischer und böhmischer Architektur eindrucksvoll dokumentieren. Man fragt sich, wie viele Geister dieser grandiosen Bauwerke wohl noch heute durch die Gänge der alten Klöster und Kirchen wandern!
Am 17. Mai, da wird der Duft von Geschichte und Kunst in der Luft liegen. Wer sich für Barockarchitektur interessiert oder einfach nur einen schönen Tag verbringen möchte, sollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen. Die Dientzenhofer-Kirchen sind nicht nur architektonische Meisterwerke, sie erzählen auch von einer Zeit, die uns heute noch in ihren Bann zieht. Kommt vorbei und lasst euch verzaubern!