Klangvolle Brücken: Zupfmusik verbindet Bozen und Erlangen
Am Samstag, den 6. Juni 2026, wurde das Merkantilgebäude in Bozen zum Schauplatz eines eindrucksvollen kulturellen Austauschs. Das Konzert des Mandolinenorchesters Euterpe und des Zupforchesters Tennenlohe zog ein vollbesetztes Publikum an, das die Gelegenheit nutzte, die Klänge zweier renommierter Zupforchester zu genießen. Diese Veranstaltung stand im Zeichen der Städtepartnerschaft zwischen Bozen und Erlangen und hatte das Ziel, Kulturen, Traditionen und Menschen durch die magische Kraft der Zupfmusik miteinander zu verbinden.
Die Atmosphäre im Auktionssaal war geprägt von einer bemerkenswerten Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen den Orchestern. Unter der Leitung der Dirigenten Ugo Orrigo für Euterpe und Winfried Hübner für das Tennenloher Ensemble wurden Werke von klassischen bis hin zu zeitgenössischen Komponisten dargeboten. Das Publikum zeigte sich begeistert und belohnte die Künstler mit reichlich Applaus, was den Erfolg der Initiative unterstrich. Christoph Buratti, der stellvertretende Vorsitzende des Gemeinderats von Bozen, gratulierte den Dirigenten und Verantwortlichen und hob die Bedeutung des kulturellen Austauschs hervor.
Ein Fest der Vielfalt
Das Zupforchester Tennenlohe wurde 1981 gegründet, ursprünglich aus einem Gitarrenquartett und einer Eltern-Kind-Gruppe, und hat sich seitdem zu einem gefragten Ensemble entwickelt. Unter der ersten Leitung von Bernhard Scheidel, gefolgt von seiner Tochter Julia, dirigiert seit 1991 Winfried Hübner das Orchester. Die Vielfalt des Repertoires reicht von Barockmusik bis hin zu Hits von ABBA und U2. Gemeinsam mit dem Bozner Mandolinenorchester Euterpe, das 1947 von Giovanni Ferrari ins Leben gerufen wurde, zeigen sie, wie lebendig und abwechslungsreich Zupfmusik sein kann.
Euterpe ist nicht nur das einzige Zupforchester der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino, sondern kann auch auf über 700 Konzerte zurückblicken. Mit etwa 15 aktiven Mandolinen- und Gitarrenspielern bietet das Ensemble ein breites Spektrum an musikalischen Darbietungen. Seit 2005 leitet Ugo Orrigo die Geschicke des Orchesters, das auch eine eigene Mandolinen- und Gitarrenschule betreibt. Diese Initiativen fördern nicht nur die Tradition der Zupfmusik, sondern auch die Nachwuchsförderung in der Region.
Ein musikalisches Miteinander
Das Programm des Konzerts umfasste Werke von Komponisten wie Konrad Wölki, Katsumi Nagaoka und Fabrizio De André, die für eine bunte musikalische Palette sorgten. Zum krönenden Abschluss des Abends trugen die beiden Orchester gemeinsam vier Stücke vor, was die Verbundenheit der Ensembles und den gemeinsamen musikalischen Geist unterstrich. Es war ein Abend, der nicht nur musikalisch, sondern auch menschlich begeisterte.
Die Begeisterung des Publikums, die in jedem Applaus mitschwang, bestätigte einmal mehr die Relevanz solcher kulturellen Veranstaltungen. Sie sind nicht nur ein Ausdruck von Kunst und Talent, sondern auch ein Zeichen für ein vereintes Europa, wo der Austausch von Kulturen und Traditionen gelebt wird. In einer Zeit, in der die Welt oft geteilt scheint, ist es besonders wertvoll, solche Begegnungen zu erleben, die uns näher zusammenbringen – durch die universelle Sprache der Musik.
