Die Stadtbibliothek Erlangen, die im charmanten Palais Stutterheim am Marktplatz angesiedelt ist, steht aktuell vor Herausforderungen, die sowohl die Mitarbeitenden als auch die Besucher:innen betreffen. Am 2. Mai 2026 bleibt die Bibliothek zum zweiten Mal an einem Samstag geschlossen, und der Grund dafür ist ein akuter Engpass beim Personal. Diese Situation wirft Fragen auf, wie es mit der Bibliothek und der geplanten Zweigstelle im Stadtteil Büchenbach weitergeht, die noch in diesem Jahr eröffnet werden soll.

Der Bibliotheksleiter wird demnächst die zukünftige Vorgehensweise erläutern, um den Besuchern und den Mitarbeitenden Klarheit zu verschaffen. Die Schließung ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs, denn tiefere Probleme offenbaren sich bei näherer Betrachtung der aktuellen Personalsituation.

Personalmangel und seine Folgen

Laut den Informationen aus dem Arbeitsprogramm 2023 der Stadtbibliothek gibt es Defizite an Publikumsflächen, insbesondere in der Kinder- und Jugendbibliothek sowie an Büroräumen. Zudem wird die zunehmende Überlastung der Verwaltung, des bibliothekarischen Fachpersonals sowie der Führungskräfte angesprochen. Die kritische Personalsituation, die im Revisionsausschuss im November 2022 thematisiert wurde, umfasst nicht nur unbesetzte Stellen, sondern auch langfristig erkrankte Mitarbeiter:innen. Diese Probleme haben zur Folge, dass die Qualität und Verfügbarkeit der Dienstleistungen in der Bibliothek stark beeinträchtigt sind.

Die Antragstellerinnen Kerstin Heuer und Dr. Birgit Marenbach haben im Bildungsausschuss einen Bericht beantragt, der sich mit den Auswirkungen des Flächendefizits in der Kinder- und Jugendbibliothek befasst. Es wird auch die Notwendigkeit der räumlichen Auslagerung von Angeboten sowie der mögliche Entfall von bestehenden Angeboten thematisiert. Eine zentrale Frage ist, ob die Neueröffnung der Zweigstelle in Büchenbach das Flächendefizit der Hauptstelle tatsächlich beheben kann.

Ein Ausblick auf die Zukunft

Die Stadtbibliothek Erlangen steht nicht allein mit ihren Herausforderungen da. Der öffentliche Sektor im Allgemeinen kämpft mit einem dramatischen Fachkräftemangel, der auch die Bibliotheken betrifft. Um diesem Mangel entgegenzuwirken, sollten bestehende Möglichkeiten für einen flexiblen Renteneintritt ausgeweitet werden. Die Reaktivierung von Pensionär:innen in bestimmten Berufen könnte eine wertvolle Unterstützung bieten, während Quereinstiege aus der Privatwirtschaft die Situation ebenfalls etwas entschärfen könnten.

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Die Anforderungen im öffentlichen Sektor müssen stärker auf die tatsächlichen Aufgaben zugeschnitten werden, um die Dauer und Kosten von Umschulungen zu reduzieren. Zentral sind auch Imagekampagnen, die den öffentlichen Sektor als attraktiven Arbeitgeber darstellen. Die Digitalisierung der Verwaltung wird als ein entscheidender Hebel angesehen, um die internen Prozesse zu optimieren und den Fachkräftemangel zu bekämpfen.

Die Stadtbibliothek Erlangen ist gefordert, diese Herausforderungen anzugehen und innovative Lösungen zu finden, um sowohl die Mitarbeitenden als auch die Besucher:innen zufriedenzustellen. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um die Weichen für eine positive Entwicklung zu stellen.