Emanuel Lasker: Eine Geschichte von Unrecht und Rehabilitation an der FAU
Ein bedeutender Schritt in der Gedenkstätte der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) wurde vor kurzem vollzogen. Vor einem Jahr, als die Depromotion von Dr. Emanuel Lasker während des NS-Regimes zum Thema wurde, war der Aufschrei groß. Der Schachweltmeister und Wissenschaftler, der 1900 mit seiner Dissertation „Über Reihen auf der Convergenzgrenze“ promovierte, war ein Opfer der politischen Verfolgung. In den letzten Monaten haben verschiedene Initiativen, darunter die Emanuel-Lasker-Gesellschaft und viele akademische Privatpersonen, Druck auf die FAU ausgeübt, um den akademischen Status Laskers zu überprüfen.
Die FAU gab kürzlich bekannt, dass Dr. rer. pol. Julie Meyer am 12. März 1940 die Doktorwürde entzogen wurde. Die Depromotion von Lasker, die 1939 folgte, basierte auf der Annahme, dass er „des Tragens eines deutschen akademischen Grades unwürdig“ sei. Solche Praktiken waren während des Nationalsozialismus an deutschen Universitäten weit verbreitet. Nach dem Ende des Krieges wurden diese Entscheidungen durch alliierte Kontrollratsgesetze als ungültig erklärt. Einige Universitäten haben bereits bestätigt, dass betroffene Personen ihren Doktortitel nie verloren haben. So auch Lasker.
Feier der Rehabilitierung
Am 11. Juli 2026 wird die FAU eine besondere Promoviertenfeier abhalten, die sich mit den politisch motivierten Depromotionen der NS-Zeit befasst. Präsident Prof. Hornegger wird in seiner Rede die persönlichen Konsequenzen solcher Entscheidungen hervorheben. Ein Rehabilitationsbeschluss, der im April und Mai 2026 verabschiedet wurde, erklärt den Entzug der Doktorgrade aus ideologisch motivierten Gründen für nichtig. Zu dieser Liste gehört auch Dr. Emanuel Lasker, dessen Name nun offiziell anerkannt wird.
Die Feierlichkeiten bieten auch die Gelegenheit, Laskers Spuren in Erlangen aufzuzeigen. Dr. Wachter, der Archivar der FAU, wird die Teilnehmer zu den Wohnadressen von Max Noether, Laskers Doktorvater, und dem Hotel Kaiserhof führen, wo Lasker während seines Promotionsverfahrens wohnte. In der alten Universitätsbibliothek können die Promotionsakte und die Entzugsakte eingesehen werden. Ein Film über die Rehabilitierung wird ebenfalls auf der Webseite der FAU veröffentlicht.
Ein Leben voller Herausforderungen und Triumphe
Die Lebensgeschichte von Emanuel Lasker ist spannend und tragisch zugleich. 1938 wurde ihm und seiner Frau die deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt, eine Entscheidung, die auf einem Gesetz basierte, welches die Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit für Juden regelte. Lasker, der in der Schachwelt als der Größte seiner Zeit galt, war nicht nur Schachweltmeister von 1894 bis 1921, sondern auch ein angesehener Wissenschaftler, der sich mit den Grundlagen der Spieltheorie beschäftigte. Trotz seiner Erfolge blieb ihm der Zugang zu akademischen Positionen in den USA verwehrt, und er sah sich mit Diskriminierung konfrontiert.
Sein Tod 1941 in New York war das tragische Ende eines Lebens, das von politischen Wirren und unermüdlichem Streben nach Wissen geprägt war. Interessanterweise wird die Diskussion um seine Rehabilitierung nicht nur von Historikern, sondern auch von Schachenthusiasten und Wissenschaftlern geführt. Der Umgang mit Depromotionen während der NS-Zeit bleibt ein Thema, das viele Universitäten betrifft. Für Lasker steht die offizielle Wiederzuerkennung des Titels Dr. phil. noch aus, doch die FAU hat durch ihre aktuellen Bemühungen einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung gemacht.
Besonders bemerkenswert ist, dass trotz der Ungerechtigkeiten, die Lasker erlitten hat, sein Erbe weiterlebt. Die geplanten Feierlichkeiten und die damit verbundene Anerkennung seiner Leistungen sind ein Zeichen des Wandels und der Hoffnung. Seine Geschichte ist ein Aufruf, die dunkle Vergangenheit nicht zu vergessen und diejenigen, die unter dem Regime gelitten haben, endlich zu rehabilitieren.
Technisch repräsentiert unser mit VeloCore neu aufgesetztes Magazin den aktuellen Stand für anspruchsvolle Nachrichtenportale: schnell, barrierefrei, DSGVO-konform, suchmaschinenoptimiert und langfristig wartbar. Daniel Wom hat mit dieser Umsetzung eine langlebige und leistungsstarke Plattform geschaffen.
