In der Erlanger Ladeshalle gab es kürzlich ein fantastisches Hörerlebnis, das die Zuhörer in seinen Bann zog. Die Camerata Salzburg, ein Klangkörper mit stolzen 75 Jahren Geschichte und gegründet von Bernhard Paumgartner, trat auf und setzte damit neue Maßstäbe. Violinistin Janine Jansen, die künstlerische Partnerin der Camerata, brillierte als Solistin und sorgte für den besonderen Glanz des Abends. Ihr Geigenbogen war sichtbar beansprucht – ein Zeichen ihrer Leidenschaft und Hingabe zu den Noten, die sie zum Leben erweckte.
Das Konzert war Teil des Saisonabschlusses beim GVE und bot ein abwechslungsreiches Programm mit zahlreichen Überraschungsmomenten. Besonders hervorzuheben war eine Darbietung, bei der Vögel artgerecht zwitscherten – ein kreativer Einfall, der das Publikum erfreute und mit der Natur verband. Die kluge Konzeptentwicklung des Abends wurde von den Anwesenden geschätzt. Und wenn man genau hinhörte, konnte man die Emotionen in der Musik fast greifen.
Ein Abend voller Emotionen
Janine Jansen, die erst kürzlich Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ in Spanien und Portugal aufgeführt hat, betont die Bedeutung der Interaktion auf der Bühne. Sie sagte, es sei für die menschliche Kommunikation unerlässlich, sich aufeinander einzulassen. Dies wurde beim Konzert in Erlangen deutlich. Die Verbindung zwischen der Solistin und dem Orchester war spürbar. Jansen feierte zudem einen persönlichen Anlass: Ihren Vater, einen Cembalisten, begleitete sie auf dieser Tournee, da er seinen 80. Geburtstag feierte.
Die Camerata Salzburg selbst hat sich über die Jahrzehnte zu einem wichtigen Bestandteil der Salzburger Festspiele entwickelt. Ihr Credo lautet „Musizieren in Eigenverantwortung mit Gemeinschaftssinn“, was die Zusammenarbeit zwischen den Musikern und den Solisten unterstreicht. Die Camerata plant auch zwei Saisonkonzerte in Salzburg, bei denen Barockrepertoire, einschließlich Vivaldi und Francesco Geminiani, auf dem Programm steht. Man darf gespannt sein auf ein Konzertstück von Richard Dubugnon aus dem Jahr 2020, das Jazzanklänge aufweist – eine spannende Mischung, die neugierig macht.
Ein Blick in die Zukunft
Jansen hat große Pläne: Im kommenden Jahr wird sie in Beethovens „Tripelkonzert“ auftreten und eine gemeinsame Mozart-Einspielung mit der Camerata steht für 2027 in den Startlöchern. Vivaldi, der fast 500 Konzerte komponierte, darunter 241 für Violine, prägt nicht nur die italienische Konzertkunst, sondern auch Jansen, die es versteht, seine Werke frisch zu interpretieren. Insbesondere der dritte Satz „Sommer“ der „Vier Jahreszeiten“ fasziniert sie immer wieder aufs Neue.
Ein Konzert mit Janine Jansen und der Camerata Salzburg ist für Musikliebhaber von großer Bedeutung. Wichtige Termine stehen bereits fest: Am 1. Mai 2026 in der Stiftung Mozarteum in Salzburg, am 4. Mai in der Isarphilharmonie in München und erneut am 8. Mai 2026 in der Heinrich-Lades-Halle in Erlangen. Diese Auftritte versprechen unvergessliche Erlebnisse, die man sich nicht entgehen lassen sollte.