Heute ist der 28. Mai 2026, und in Erlangen brodelt es wie zu besten Volksfestzeiten. Die Bergkirchweih, eines der größten Volksfeste Bayerns, steht vor der Tür und verspricht vom 21. Mai bis 1. Juni ein Fest der Freude und des Feierns zu werden. Doch dieses Jahr gibt es einen großen Umbruch – die Gleichstellungsstelle der Stadt hat ein Verbot für zwölf Lieder erlassen, die nun nicht mehr gespielt werden dürfen. Ein Schritt, der für einige für Aufregung sorgt und andere wiederum begeistert.
Die Liste der verbotenen Songs ist nicht gerade kurz. Darunter finden sich bekannte Titel wie „Layla“ von DJ Robin & Schürze, das Volkslied „Donaulied“ und der Hit „Skandal im Sperrbezirk“ von der Spider Murphy Gang. Auch „Joana“ von Peter Wackel und „Geh mal Bier hol’n“ von Mickie Krause sind auf der Liste. Diese Songs wurden als „sexistisch und frauenfeindlich“ eingestuft, was die Stadt als Grund für das Verbot angibt. Die Behörde hat den Wirten eine Liste mit unerwünschten Liedern vorgelegt und betont, dass es das Ziel sei, eine angenehme und sichere Atmosphäre für alle Gäste zu schaffen.
Die Hintergründe des Verbots
Der Stadtratsbeschluss, der bereits 2021 gefasst wurde und von CSU, Linke und SPD unterstützt wurde, ist die Grundlage für diese Maßnahmen. Kritiker, wie der Manager der Spider Murphy Gang, Jürgen Thürnau, äußern sich jedoch skeptisch und fordern eine klare Begründung für das Verbot. Für viele ist es unverständlich, dass gerade „Skandal im Sperrbezirk“, ein Klassiker, nun auf dem Index steht. Die Stadtverwaltung hat auf Anfragen bezüglich der Auswahlkriterien für die verbotenen Lieder nicht reagiert, was die Diskussion um das Verbot nur weiter anheizt.
Doch wie sieht die Realität auf der Bergkirchweih aus? Die Atmosphäre, die hier normalerweise herrscht, ist geprägt von Feiern, Bier und Gesang. Die Erlanger Bergkirchweih ist besonders bei Studierenden beliebt, die sich auf die bunten Festtage freuen. Die Diskussion über die Musikauswahl ist jedoch nicht neu und zieht sich durch viele Volksfeste in Bayern, auch in Städten wie Würzburg wird darüber debattiert.
Ein Blick auf die verbotenen Lieder
Die Liste der verbotenen Lieder ist vielfältig und spiegelt ein Stück weit die kulturelle Vergangenheit wider. „Layla“ war bereits auf anderen bayerischen Volksfesten nicht mehr willkommen, doch die Wiesn blieb bis jetzt verschont. Die Gleichstellungsstelle hat nun eine klare Ansage gemacht und fordert die Wirte auf, auch weitere Songs zu melden, die möglicherweise ebenfalls auf den Index gesetzt werden könnten. Mit einem solchen Schritt wird versucht, nicht nur die Musikauswahl zu ändern, sondern auch ein Zeichen gegen diskriminierende Inhalte zu setzen.
Das Verbot der Lieder hat bereits zu hitzigen Diskussionen geführt. Der Verein zum Erhalt bayerischer Wirtshauskultur kritisierte die Maßnahme als „Liederverbot“ und „Musikzensur“. Die Stadt Erlangen hingegen betont, dass es sich nicht um eine endgültige Verbotsliste handelt, sondern um eine Orientierung zur Sensibilisierung. Spannend bleibt, wie die Wirte und Bands auf diese neuen Vorgaben reagieren werden und ob die Stimmung auf der Bergkirchweih tatsächlich betroffen sein wird.