In der kleinen Gemeinde Weisendorf, gelegen im Landkreis Erlangen-Höchstadt, wird Zukunft großgeschrieben. Mit der Unterstützung des Freistaats Bayern setzt der Markt auf innovative, datenbasierte Stadtplanung. Ein Schlüsselwerkzeug dabei ist der Digitale Zwilling, der als virtuelles Abbild der Stadt fungiert. Diese digitale Innovation soll nicht nur die kommunale Planung revolutionieren, sondern auch die Bürgerbeteiligung auf ein neues Level heben.
Vor Ort informierte sich Bayerns Digitalminister Fabian Mehring über den aktuellen Entwicklungsstand des Projekts. Digitale Zwillinge sind weit mehr als nur digitale Modelle; sie bündeln Daten und machen komplexe Zusammenhänge sichtbar. Dies ermöglicht Simulationen von städtebaulichen Entwicklungen und eine effizientere Planung von Bauprojekten. Im Rahmen der Initiative „TwinBy – Digitale Zwillinge für Bayern“ hat Weisendorf diesen Digitalen Zwilling weiterentwickelt.
Vielseitige Einsatzmöglichkeiten
Der Digitale Zwilling in Weisendorf wird in drei verschiedenen Ausprägungen eingesetzt. Der „Bürgerzwilling“ ist öffentlich zugänglich und bietet den Bürgerinnen und Bürgern Informationen zu Bauflächen, Infrastruktur, Umwelt- und Klimadaten sowie Solarpotenzialen. Der „Ratszwilling“ hingegen richtet sich an politische Entscheidungsträger, während der „Verwaltungszwilling“ interne Abläufe unterstützt und sensible Daten integriert.
Dieses System deckt alle Anwendungsbereiche von Planung über Steuerung bis hin zu transparenter Kommunikation ab. Um die Bürgerbeteiligung weiter auszubauen, erhält Weisendorf eine Million Euro Landesförderung. Das langfristige Ziel ist die Etablierung des Digitalen Zwillings als zentrales Instrument der kommunalen Entwicklung, insbesondere in den Bereichen Wärmeplanung, Klimaanpassung und digitale Bürgerservices.
Ein Förderprogramm mit Weitblick
Das Projekt „TwinBy“ wurde am 21. März 2023 in München von Judith Gerlach, der ehemaligen Bayerischen Staatsministerin für Digitales, feierlich eröffnet. Bei dieser Auftaktveranstaltung wurden die Vorteile digitaler Zwillinge für Kommunen vorgestellt und die Projektideen der Fördernehmer präsentiert, die in den folgenden 12 Monaten umgesetzt werden sollen.
Insgesamt umfasst das Förderprogramm 17 Vorhaben aus allen bayerischen Regierungsbezirken, darunter 6 Projekte im Fördertopf „Kleine Kommunen“ und weitere in den Bereichen Mobilität, Gesundheit, Energie und Umwelt. Während der Abschlussveranstaltung am 11. April wurden die Fortschritte des Projekts in drei Panels diskutiert: von den ersten Schritten zu einem Digitalen Zwilling über die Umsetzung bis hin zur praktischen Anwendung der digitalen Modelle.
Gemeinsam in die digitale Zukunft
Der Ausbau des Digitalen Zwillings zeigt, wie wichtig digitale Verwaltung und moderne Tools für die zukunftsfähige Ausgestaltung von Kommunen sind. Bürgermeister Karl-Heinz Hertlein hebt hervor, dass es unerlässlich ist, die Bürger aktiv in die Planung großer Bauvorhaben einzubinden. Dadurch sollen digitale Modelle nicht nur erstellt, sondern auch gemeinsam mit den Bürgern weiterentwickelt werden.
In einer Zeit, in der digitale Lösungen immer mehr an Bedeutung gewinnen, positioniert sich Weisendorf als Vorreiter in der digitalen Stadtplanung. Mit der Initiative „TwinBy“ wird nicht nur die technische Infrastruktur ausgebaut, sondern auch die Verbindung zwischen Verwaltung und Bürgern gestärkt – ein entscheidender Schritt in die Zukunft.