Die Erlanger Bergkirchweih, ein Fest, das tief in der fränkischen Kultur verwurzelt ist, zieht jedes Jahr rund eine Million Besucher an. Man könnte sagen, die Atmosphäre ist einzigartig – eine Mischung aus fröhlichem Lärm, dem Duft von frisch gegrillten Bratwürsten und dem Klang von Bierkrügen, die fröhlich anstoßen. Und mitten in diesem bunten Treiben steht Heinz Müller, ein lebendiges Stück Geschichte selbst. Mit seinen 86 Jahren ist er einer der ältesten Akteure der Veranstaltung und er sorgt dafür, dass am Bratwurst-Stand „Bratwurst Müller am Erich Keller“ alles nach Plan läuft.

Heinz Müller hat viel erlebt und erzählt gerne von den schönen, aber auch skurrilen Momenten, die er während seiner jahrzehntelangen Teilnahme an der Bergkirchweih gesammelt hat. Zum Beispiel, als Jeans als modischer Skandal galten oder als Plastikkrüge noch gebrannt wurden – das sind Geschichten, die man nicht vergisst! Auch seine Frau Rosi und Tochter Christine Frank sind Teil des Geschehens und helfen fleißig am Stand. Gemeinsam betreibt die Familie die beiden Keller, Weller und Hartmann, die über die Jahre zu einem wichtigen Teil des Festes geworden sind.

Ein Ort voller Erinnerungen

Der Erlanger Burgberg, auf dem die Bergkirchweih stattfindet, mag zwar kein echter Berg sein, doch er wird zur Bühne für ein Fest, das in der Region und darüber hinaus bekannt ist. Die ruhige Umgebung des Hügels kontrastiert wunderbar mit dem bunten Treiben, das um Pfingsten herum stattfindet – in dieser Zeit verwandelt sich der Burgberg in ein pulsierendes Zentrum für fränkische Gemütlichkeit. Rund um die Schänken und Bierkeller, die sicherstellen, dass Hektoliter Bier bereitstehen, kommt es zu fröhlichem Treiben. Jüngere Leute tanzen auf den Tischen, während die Älteren an den Stammtischen Geschichten austauschen. Und das erste Fass Bier? Das wird traditionell als Freibier ausgeschenkt – ein Fest der Geselligkeit!

Natürlich gibt es auch die kleineren Freuden des Lebens, wie Schnittlauchbrote und Bratwürste, die von Heinz und Rosi verkauft werden. Die Familie hat ein Händchen dafür, die Besucher mit herzhaften Leckereien zu verwöhnen. Und komischerweise, es ist nicht nur die lokale Bevölkerung, die hierher strömt – fränkische Expats aus Städten wie Singapore, Shanghai und Dubai machen sich auf den Weg, um ein Stück Heimat zu erleben. Die Bergkirchweih ist also nicht nur ein Fest für die Einheimischen, sondern ein Anziehungspunkt für viele, die ihre Wurzeln nicht vergessen haben.

Ein Stück lebendige Tradition

Die Geschichte der Bergkirchweih reicht über 270 Jahre zurück – vom 17. Jahrhundert bis heute. Die altehrwürdigen Keller, die seit 1718 als Lusthäuschen dienen, sind ein Zeugnis dieser Tradition. Die über hundert Meter tiefen Felsenkeller im Burgberg sind nicht nur beeindruckend, sie sind auch der Ort, an dem das Bier gelagert wird, das auf dem Fest ausgeschenkt wird. Diese historische Bierkultur ist nicht nur ein Teil des Festes, sie ist ein Teil der Identität von Erlangen.

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Es ist kein Wunder, dass die Bergkirchweih in das Bayerische Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen werden soll – eine Anerkennung, die für die Organisatoren und Kellerwirte von großer Bedeutung ist. Der Antrag dazu wurde gemeinsam mit der Stadt Erlangen und anderen Partnern auf den Weg gebracht, und die Vorfreude auf die nächste Bergkirchweih im Jahr 2026, die erstmals unter diesem Titel stattfinden wird, ist bereits spürbar. Vom 21. Mai bis 1. Juni wird der Burgberg erneut zum Schauplatz fröhlicher Festlichkeiten und kulinarischer Höhepunkte.

So ist die Bergkirchweih nicht nur ein Bierfest, sondern ein Fest der Gemeinschaft, der Tradition und des Erbes. Und inmitten all dieser Feierlichkeiten steht Heinz Müller mit einem Lächeln, bereit, die Geschichten und die Bratwürste weiterzugeben.