Heute ist der 22.07.2026, und in Grafing gibt es traurige Nachrichten für die Skateboard- und BMX-Enthusiasten: Die Skatertage, ein beliebtes Ferienangebot in der Eishalle des EHC Klostersee, werden in diesem Jahr erstmals nicht stattfinden. Was vor etwa 20 Jahren als kostenloses Projekt ins Leben gerufen wurde, ist nun dem Rotstift der Stadtverwaltung zum Opfer gefallen. Bürgermeister Christian Bauer (CSU) verkündete die Entscheidung, die ohne einen Stadtratsbeschluss auf Verwaltungsweg getroffen wurde. Ein Grund für die Streichung sind die gestiegenen Kosten, die sich auf etwa 10.000 Euro belaufen – zusätzlich kommen noch Personalkosten dazu.

Das Angebot der Skatertage war vielfältig und bot nicht nur Skateboardern und BMX-Fahrern eine Plattform, sondern auch Möglichkeiten für Klettern, Tischtennis und kreative Aktivitäten. Ein echter Treffpunkt für Jugendliche, der jetzt fehlt. Kritische Stimmen, wie die von Stadträtin Veronika Oswald (FW), äußern Unzufriedenheit mit der Entscheidung, die ohne Einbeziehung des Stadtrates getroffen wurde. „Es ist doch nicht nachvollziehbar, warum wir über solche wichtigen Dinge nicht informiert werden“, so Oswald. Die neue Alternative, die Betreuungstage im Jugendcafé Chaxter, klingt zwar gut, aber die Anmeldepflicht sorgt für Frustration. „Früher konnte man einfach hingehen und Spaß haben, jetzt muss man sich anmelden – das ist nicht das Gleiche“, meint ein betroffener Jugendlicher.

Ein Blick auf die Alternativen

Die neuen Betreuungstage haben bereits knapp 50 Anmeldungen. Doch wie nachhaltig diese Alternative ist, bleibt abzuwarten. Viele Jugendliche erinnern sich gerne an die unbeschwerte Zeit der Skatertage, die nicht nur ein Ort der aktiven Freizeitgestaltung, sondern auch ein sozialer Treffpunkt waren. Der Grafinger Kinder- und Jugendtag im Juli war ein erfreuliches Event, das am Marktplatz stattfand und anscheinend gut angenommen wurde – ein Lichtblick in der aktuellen Situation, aber wird das ausreichen, um die Lücke zu füllen, die die Skatertage hinterlassen?

Bernadette Prantner von den Grünen äußerte Bedenken über die mangelnde Kommunikation seitens der Stadtverwaltung. Es bleibt die Frage, ob dies ein einmaliger Vorfall ist oder ob wir uns in einer Phase des Umdenkens befinden, in der die Bedürfnisse der Jugendlichen nicht mehr im Vordergrund stehen. Gerade in Zeiten, in denen die Freizeitgestaltung für junge Menschen wichtig ist, könnte die Entscheidung weitreichende Folgen haben.

Die Skatertage waren mehr als nur eine Veranstaltung – sie waren ein Teil der Grafinger Identität. Die Vorfreude auf die Sommerferien, das Gefühl von Freiheit auf dem Skateboard und die Gemeinschaft, die sich dort bildete, waren unbezahlbar. In einer Welt, in der es immer schwieriger wird, einen Platz für ungezwungene Aktivitäten zu finden, könnte der Verzicht auf solch bewährte Formate als Rückschritt angesehen werden. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass die Stadtverwaltung die Stimmen der Jugendlichen hört und vielleicht in Zukunft einen Weg findet, um solche Veranstaltungen wiederzubeleben. Es wäre schade, wenn Grafing das Potenzial für kreative, lebendige Angebote einfach so aus den Augen verliert.

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