Am 22. April 2026 wurde in Grafing der Spatenstich für ein bedeutendes Projekt gesetzt: Der Einrichtungsverbund Steinhöring (EVS) plant den Bau einer Wohnanlage für Menschen mit Behinderung. Dieses ambitionierte Vorhaben umfasst 24 Wohnplätze und wird mit einem Budget von 11 Millionen Euro realisiert. Die Leitung des feierlichen Aktes übernahmen die EVS-Leiterin Gertrud Hanslmeier-Prockl und Grafings Bürgermeister Christian Bauer, die beide die Wichtigkeit des Projekts für die Gemeinschaft hervorhoben.
Die Realisierung dieser Wohnanlage war alles andere als einfach. Nach 13 Jahren voller Hürden, wie einem ungeeigneten ursprünglichen Standort, Schwierigkeiten im Genehmigungsverfahren und den Herausforderungen der COVID-19-Pandemie, kann nun endlich mit dem Bau begonnen werden. Die neuen Räumlichkeiten werden nicht nur Wohn-Trainingsplätze bieten, sondern auch eine Seniorenbegegnungsstätte, die den intergenerationalen Austausch fördern soll.
Ein Teil des dezentralen Wohnangebots
Das neue Wohnhaus in Grafing wird Teil des dezentralen Wohnangebots des EVS, das bereits Standorte in Ebersberg, Steinhöring und Eglharting umfasst. Die EVS bietet zudem heilpädagogische Tagesstätten, Werkstätten sowie Förder- und Seniorentagesstätten an, die den Menschen mit Behinderung eine umfassende Unterstützung bieten. Dekan Josef Riedl wird als treuer Begleiter des Projekts erwähnt und zeigt, wie wichtig solche Initiativen für die lokale Gemeinschaft sind.
Inklusive Quartiere für ein besseres Miteinander
Der Bau der Wohnanlage in Grafing ist nicht nur ein Schritt in die richtige Richtung, sondern auch ein Beispiel für die zunehmende Entstehung inklusiver Quartiere. Diese neuen Wohnformen zielen darauf ab, allen zukünftigen Bewohnerinnen gleichberechtigte Teilhabe am sozialen und gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Dabei werden Faktoren wie Alter, soziale und kulturelle Herkunft sowie körperliche und geistige Verfassung berücksichtigt. Kommunen arbeiten häufig mit verschiedenen Vereinen und Organisationen zusammen, um die Bedürfnisse der zukünftigen Bewohnerinnen bestmöglich in die Planung einzubeziehen.
Wichtige Aspekte sind dabei die Mitbestimmung der zukünftigen Bewohnerinnen und ein angemessener Anteil an barrierefreien Wohnungen. Öffentliche Räume, Straßen und Plätze werden zunehmend barrierefrei gestaltet, was nicht nur den Bewohnerinnen der neuen Wohnanlage zugutekommt, sondern der gesamten Gemeinschaft in Grafing. Inklusive Quartiere befinden sich oft in Großstädten, doch der EVS beweist, dass auch in kleineren Städten wie Grafing der Weg zu mehr Inklusion geebnet werden kann.