Hornissen: Die unterschätzten Helden unserer Gärten
Das Summen von Insekten liegt in der Luft, und in Ebersberg haben Hornissen ein großes Nest unter einem privaten Holzvorbau errichtet. Die Untere Naturschutzbehörde (UNB) hat den Bau bereits gesichtet und leistet Aufklärungsarbeit über diese oft missverstandenen Geschöpfe. Viele empfinden Insekten wie Mücken, Bremsen, Wespen und Hornissen als Plage – als wäre der Sommer ein Wettlauf gegen die Zeit, um sich vor den kleinen Biestern in Sicherheit zu bringen. Aber halt! Roswitha Holzmann, die stellvertretende Leiterin der UNB, sieht das ganz anders. Sie betont die immense Wichtigkeit dieser Insekten für das Gleichgewicht der Natur. Ohne sie wäre die Welt nicht die, die wir kennen.
Insekten sind Teil von eingespielten Nahrungsketten, und sie sind nicht nur eine Nahrungsquelle für Vögel, Frösche, Spinnen und Eidechsen, sondern auch unverzichtbar für die Bestäubung von Pflanzen – besonders in ungünstigen Wetterbedingungen, wenn die Blüten auf die Hilfe von Insekten angewiesen sind. Der Anstieg der Insektenpopulation in diesem Jahr wird auf die lange Hitzeperiode und den regenarmen Frühling zurückgeführt. In dieser Hochphase können Nester bis zu 10.000 Individuen enthalten – das ist ein richtiger Schwarm! Es ist ein bisschen wie die Nachbarn, die zu einer Grillparty einladen, nur dass es hier um Hornissen geht.
Hautflügler und ihre Geheimnisse
Wespen gehören zur Gruppe der Hautflügler, genau wie Bienen. Der Unterschied zwischen der Gemeinen Wespe und der Deutschen Wespe ist manchmal knifflig. Wenn man genau hinschaut, erkennt man die Zeichnung auf der Stirnplatte. Die Deutsche Wespe hat meist drei schwarze Punkte im Dreieck oder zwei Punkte mit einem kleinen schwarzen Strich, während die Gemeine Wespe einen breiten schwarzen Strich hat, der nach unten hin dicker wird. Beide Arten sind gelbschwarz gestreift und haben ihre eigenen Eigenheiten. Arbeiterinnen der Wespen messen zwischen 11 und 16 mm, während die Drohnen und Königinnen sogar bis zu 20 mm groß werden können.
Die Hornisse, die größte Wespenart in Deutschland, ist ein echter Hingucker – rötlichbraun und gelb gestreift, mit Körpergrößen, die bei Arbeiterinnen zwischen 18 und 25 mm liegen und Königinnen sogar bis zu 35 mm erreichen können. Hornissen sind nicht nur schön anzusehen, sondern auch äußerst nützlich. Sie vertilgen bis zu einem halben Kilogramm Insekten pro Tag, was sie zu einem wahren Segen für unsere Gärten macht. Außerdem fressen sie gerne Pflanzensäfte und Fallobst. In lichten Wäldern und Gärten sind sie häufig zu finden, aber sie nisten auch in weniger konventionellen Plätzen wie alten Schuppen oder Rollladenkästen.
Ein friedliches Zusammenleben
Obwohl viele Menschen Angst vor Hornissen haben, sind diese Tiere in der Regel friedfertig und greifen nicht grundlos an. Holzmann erklärt, dass ihr Verhalten oft missverstanden wird – ein bisschen wie der Nachbar, der immer bei der falschen Gelegenheit an die Tür klopft. Wenn man die Störungen am Nest vermeidet, kann man Konflikte verhindern. Hornissen nisten oft an Orten, die für Menschen nicht unbedingt ideal sind – in Vogelnistkästen, alten Schuppen oder sogar in Rollladenkästen. Genau hier zeigt sich die Kunst der Koexistenz, die die UNB fördert.
Die europäische Hornisse erreicht ihren Entwicklungshöhepunkt zwischen Mitte August und Mitte September, wenn sich 400 bis 700 Tiere im Nest tummeln. Die Königin hat die Aufgabe, gezielt Eier zu entwickeln, aus denen nur Drohnen und Jungköniginnen schlüpfen. Nach dem Schlüpfen der ersten Arbeiterinnen übernehmen diese die Aufgaben im Nest, während die Königin sich zurückzieht und das Nest schließlich verlässt, sobald die letzte Brut geschlüpft ist. Die alte Königin stirbt nach einem Jahr, was die Natur so vorbestimmt hat – ein ständiger Kreislauf des Lebens.
Die Aktivität dieser Insekten wird in den kommenden Wochen abnehmen, wenn die Nester schließlich aufgegeben werden. Bis dahin ist es wichtig, das Zusammenspiel von Mensch und Natur zu respektieren. Hornissen sind besonders geschützt, und ihre Nester dürfen nicht zerstört werden. Allergische Reaktionen auf Hornissenstiche sind selten, aber sie können trotzdem schmerzhaft sein – ein bisschen wie ein unangenehmer Stachel im Gedächtnis, der einen daran erinnert, dass wir in einer Welt leben, in der auch die kleinsten Kreaturen eine bedeutende Rolle spielen.
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