In Grafing tut sich was – und das hat es in sich! Die Firma Rothmoser hat die Genehmigung erhalten, zwei neue Pufferspeicher für das Fernwärmenetz zu errichten. Mit einer stolzen Höhe von 16,25 Metern überragen diese neuen Speicher die umliegenden Gebäude. Das sorgt natürlich für Gesprächsstoff – besonders im Bauausschuss, wo Bedenken laut werden. Bauamtsleiter Josef Niedermaier hat bereits gewarnt, dass hier ein Präzedenzfall geschaffen werden könnte für zukünftige Bauanträge. Man fragt sich, ob die Speicher vielleicht eingegraben werden können, um die Höhe zu reduzieren. Hochwassergefahr durch die nahegelegene Urtel ist ein weiteres Thema, das nicht unbeachtet bleiben kann.

Ein interessanter Twist: Die Stadträte Christian Einhellig und Simon Rothmoser dürfen aufgrund von Interessenkonflikten nicht abstimmen. Aber für Rothmoser wird eine Ausnahme gemacht. Das zeigt, wie wichtig dieses Projekt für die Stadt ist, die aktuell etwa 14 Prozent ihrer Wohnungen mit Fernwärme beheizt. Dabei orientieren sich die Speicher an den maximalen Transportmaßen auf deutschen Straßen – was die Dimensionen weiter erklärt. Rothmoser selbst betont, dass die Höhe der Behälter die einzige variable Größe ist und zeigt damit, dass man sich den Gegebenheiten anpassen muss.

Wärmeversorgung der Zukunft

Doch das ist nicht alles. Die Stadt Grafing hat sich auf die Fahnen geschrieben, bis zum Frühjahr 2026 eine klimaneutrale Wärmeversorgung zu etablieren. Diese Vision wird durch die Kommunale Wärmeplanung, die seit Herbst 2024 in Arbeit ist, unterstützt. Hierbei arbeitet die Stadt mit der prosio engineering GmbH aus Lauf a.d. Pegnitz zusammen. Ein neues Wärmeplanungsgesetz, das am 1. Januar 2024 in Kraft trat, bildet die rechtliche Grundlage für diese flächendeckende Planung. Ziel ist es, die Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien oder unvermeidbare Abwärme umzustellen. Klingt nach einer großen Herausforderung, doch die Stadt geht es strukturiert an.

Die Wärmeplanung umfasst vier zentrale Schritte: zunächst eine Bestandsanalyse der aktuellen Wärmeversorgung, gefolgt von einer Potenzialanalyse, die lokale erneuerbare Energiequellen identifiziert. Danach wird an verschiedenen Szenarien gearbeitet, bevor schließlich ein konkretes Umsetzungskonzept erstellt wird. Die bisherigen Analysen zeigen, dass Grafing eine hohe Wärmebedarfsdichte hat, was die Notwendigkeit von innovativen Lösungen unterstreicht. Öffentlichkeitsveranstaltungen geben den Bürgern die Möglichkeit, Stellungnahmen bis zum 23. Januar 2026 einzureichen – ein Schritt in Richtung Bürgerbeteiligung, der heutzutage wichtiger denn je ist.

Ein Blick auf die nationale Wärmeversorgung

<pDoch was bedeutet das alles im größeren Kontext? Die Wärmeversorgung in Deutschland macht über 50 Prozent des Endenergieverbrauchs aus und verursacht einen erheblichen Teil des CO2-Ausstoßes. Derzeit werden rund 80 Prozent der Wärmenachfrage durch fossile Brennstoffe gedeckt – und das in Zeiten, in denen steigende Gas- und Ölpreise die Heizkosten in die Höhe treiben. Fernwärme, die aktuell 14 Prozent der Wärmeversorgung ausmacht, stammt ebenfalls überwiegend aus fossilen Quellen. Das muss sich ändern, und zwar schnell.

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Das neue Wärmeplanungsgesetz, das am 17. November 2023 beschlossen wurde, fordert eine strategische Planung zur Wärmeversorgung. Ab 2025 müssen neue Wärmenetze mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien oder Abwärme nutzen. Das ist ein ehrgeiziges Ziel, das die Bundesländer dazu anregen soll, ihre Wärmepläne zu überarbeiten. In Grafing wird dieser Weg bereits mit konkreten Maßnahmen beschritten. Die Stadt zeigt, dass sie bereit ist, die Herausforderungen der Zukunft anzunehmen und eine nachhaltige Wärmeversorgung auf die Beine zu stellen.

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