Heute ist der 19.05.2026, und die Nachrichten aus Nördlingen hinterlassen einen bitteren Nachgeschmack. Die VARTA AG, bekannt für ihre hochwertigen Batterien, hat die Entscheidung getroffen, die Produktion von Knopfzellen am Standort Nördlingen einzustellen. Ein harter Schlag für die 350 Beschäftigten, die nun um ihre Arbeitsplätze bangen müssen. In einer Betriebsversammlung wurden sie am Dienstag über die bevorstehenden Änderungen informiert. Das Herzstück der Produktion, die „CoinPower-Zellen“, wird nicht mehr benötigt, da der Hauptkunde – wohl niemand Geringerer als Apple – sich für einen günstigeren Anbieter aus China entschieden hat. Unverständlich, denn VARTA galt in der Qualität als gleichwertig oder sogar überlegen.

Die Knopfzellen, die in Kopfhörern wie den AirPods zum Einsatz kommen, waren das Aushängeschild der Nördlinger Produktion, die erst im Oktober 2019 ihren Betrieb aufnahm. Doch jetzt, da der Vertrag Ende Oktober ausläuft, bleibt der Standort in der Luft hängen. Michael Ostermann, der Chef von VARTA, äußerte, dass die Mitarbeitenden für die Entwicklung dieser Situation nicht verantwortlich gemacht werden können. Dennoch bleibt die Frage, wie es so weit kommen konnte. Der Verlust eines großen Kunden hat die wirtschaftliche Grundlage für die Produktionseinheit in Nördlingen vollständig entzogen.

Die Auswirkungen auf die Belegschaft

Ein wirklich herber Einschnitt für die Belegschaft, die nun mit Unsicherheiten kämpfen muss. Der Stellenabbau betrifft nicht nur Nördlingen, sondern auch den Standort Ellwangen, wo Verwaltung und Vorproduktionsbereiche ebenfalls betroffen sind. Die IG Metall Augsburg hat die Entscheidung scharf kritisiert und spricht von einem Schlag ins Gesicht der Beschäftigten. Die Gewerkschaft fordert, dass alle Alternativen zur Schließung geprüft und verbindliche Perspektiven für eine Weiterbeschäftigung geschaffen werden. Ein sensibles Thema, das die Nördlinger Bevölkerung nachdenklich stimmt.

VARTA selbst hat in den letzten Monaten neue Kunden gewonnen, doch diese Aufträge reichen nicht aus, um die Produktion in Nördlingen auszulasten. Die wirtschaftliche Situation des Unternehmens ist angespannt; 2024 wurde ein Sanierungsverfahren angemeldet, um eine Insolvenz abzuwenden. Trotz eines geringeren Verlusts von 64,5 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr, bleibt die Zukunft ungewiss. Die Hoffnung, dass sich die Lage bald bessert, ist dünn gesät.

Ein Lichtblick in der Dunkelheit

Ein Lichtblick könnte jedoch V4Smart sein, eine Tochtergesellschaft, die mehrheitlich der Porsche AG gehört. Diese bleibt am Standort Nördlingen und produziert weiterhin Lithium-Ionen-Akku-Rundzellen. Während VARTA im Bereich der wiederaufladbaren Batterien aktiv bleibt, bleibt abzuwarten, wie sich die gesamte Branche entwickeln wird. Die Entscheidung von Apple, die Produktion nach China zu verlagern, wirft Fragen auf. Ist dies der Beginn eines Trends, der die gesamte europäische Batterieindustrie negativ beeinflussen könnte?

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Die Region Donau-Ries, einst voller Hoffnungen und Erwartungen, steht nun vor neuen Herausforderungen. Die Menschen hier haben viel Leidenschaft und Engagement in ihre Arbeit gesteckt, und die Unsicherheiten, die nun bestehen, sind nicht nur wirtschaftlicher Natur. Es ist eine Frage der Identität und Zukunft in einer sich schnell verändernden Welt. Die nächsten Monate werden entscheidend sein, um zu sehen, wie sich die Situation entwickelt und welche Perspektiven sich für die betroffenen Mitarbeiter und die Region insgesamt bieten.