Lebensraum unter Beschuss: Helfer kämpfen gegen invasive Pflanzen im Steinbruch Zirgesheim
Am vergangenen Wochenende, genauer gesagt am 5. Juli 2026, versammelten sich Mitglieder und Freunde der LBV-Kreisgruppe Donau-Ries zu ihrem ersten Pflegeeinsatz im Steinbruch Zirgesheim. Ein Ort, der auf den ersten Blick vielleicht unscheinbar wirkt, doch in den trockenen, sonnenexponierten Hängen verbirgt sich ein ökologisch wertvoller Lebensraum. Die frische Luft war durchzogen von einem Hauch von Erde und Pflanzen, und die Vorfreude auf die gemeinsame Arbeit war spürbar. Ziel der Aktion war die Entfernung invasiver Neophyten, die heimische Pflanzenarten aus dem Gleichgewicht bringen.
Unter den Übeltätern fanden sich die Kanadische Goldrute und das einjährige Berufkraut. Diese Pflanzen breiten sich rasant auf den offenen Flächen des Steinbruchs aus und gefährden damit das heimische Ökosystem. Viele spezialisierte Insekten und Tierarten sind auf einheimische Pflanzen als Lebensraum und Nahrungsquelle angewiesen. Daher ist die Bekämpfung invasiver Arten besonders wichtig, nicht nur im Hinblick auf den Artenrückgang, sondern auch für die Erhaltung der biologischen Vielfalt. Die engagierten Helfer schnippelten, gruben und zogen, um den ungebetenen Pflanzen den Garaus zu machen.
Effektive Bekämpfung der Kanadischen Goldrute
Die Kanadische Goldrute, auch als Riesen-Goldrute bekannt, ist eine besonders hartnäckige invasive Pflanze, die schnell bekämpft werden muss. Junge Pflanzen sollten am besten sofort ausgerissen werden – je früher, desto besser! Bei älteren Exemplaren raten Experten dazu, die Stängel vor der Samenreife bodentief abzuschneiden und die Rhizome gründlich auszugraben. Es ist wichtig, alle Pflanzenteile über den Restmüll zu entsorgen, nicht auf den Kompost oder in die Biotonne. Denn diese Pflanze kann aus den kleinsten Rhizomteilen wieder austreiben. Eine echte Herausforderung!
Umso wichtiger ist es, die Bekämpfung über mehrere Jahre konsequent durchzuführen. Mahd ist ebenfalls eine Möglichkeit: Die Pflanzen sollten mehrmals jährlich abgemäht werden, sobald sie eine Höhe von 20 cm erreicht haben. Wer sich fragt, wie man eine erneute Ansiedelung verhindern kann, dem sei geraten, die Standorte mit konkurrenzstarken heimischen Pflanzen, wie Beinwell oder Mädesüß, zu besetzen. Das klingt nach einem Plan, oder?
Das große Ganze im Blick behalten
Doch was bedeutet das eigentlich für unsere heimische Flora und Fauna? Laut einem Bericht des IPBES gibt es weltweit über 37.000 gebietsfremde Arten, von denen mehr als 3.500 als invasiv gelten. In Deutschland sind 1.015 Neobiota-Arten registriert, darunter 469 Pflanzenarten. Das zeigt, dass die Gefahr durch invasive Arten real und drängend ist. Viele von diesen Arten haben sich so etabliert, dass sie einheimische Pflanzen und damit auch die darauf angewiesenen Tierarten bedrohen.
Die Klimakrise verstärkt diese Problematik noch: Mit einem Anstieg der Temperaturen rechnen Forscher mit einer weiteren Ausbreitung und Etablierung nicht heimischer Arten. Das Bundesamt für Naturschutz hat 107 gebietsfremde Arten in Deutschland als invasiv gelistet, während 114 als potentiell invasiv gelten. Ein echter Weckruf für alle Naturliebhaber und Umweltschützer!
Zum Schluss bleibt nur zu sagen: Danke an alle Helfer, die sich für die biologische Vielfalt einsetzen. Ein schöner Ort wie der Steinbruch Zirgesheim verdient es, gepflegt und geschützt zu werden. Wer Interesse an zukünftigen Pflegeeinsätzen hat, kann sich direkt bei Anna Schramm unter anna.schramm@lbv.de melden. Ein bisschen „grüner Daumen“ und Gemeinschaftsgeist kann Wunder wirken – und vielleicht wird der Steinbruch bald wieder in voller Pracht erblühen!
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