Heute ist der 29. Mai 2026 und die Schlagzeilen drehen sich um ein Verfahren, das die Gemüter bewegt. Daniela Klette, eine 67-jährige Frau, wurde vom Landgericht Verden zu 13 Jahren Haft verurteilt. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig, da sowohl die Verteidigung als auch die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt haben. Der Bundesgerichtshof (BGH) wird die Entscheidung aus Verden auf mögliche Rechtsfehler überprüfen, was den Ausgang dieser Geschichte noch ungewiss macht.
Der Prozess selbst zog sich über mehr als 14 Monate und brachte viele erschreckende Details ans Licht. Klette wurde für ihre Beteiligung an insgesamt acht Überfällen auf Geldtransporter und Supermärkte in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen zwischen 1999 und 2016 verurteilt. Die mutmaßlichen Täter erbeuteten mehr als zwei Millionen Euro – Geld, das offenbar in ein Leben im Untergrund floss. Bei einem besonders dramatischen Überfall am 6. Juni 2015 in Stuhr, wo drei Maskierte versuchten, an das Geld eines Transporters zu gelangen, fielen mehrere Schüsse, und der Fahrer war in Lebensgefahr. Die Staatsanwaltschaft wollte diesen Vorfall als versuchten Mord werten, doch das Gericht entschied, es handele sich lediglich um einen versuchten bewaffneten Raubüberfall.
Die Beweislage und die Vorwürfe
Die Anklage umfasste schwere Raubdelikte, räuberische Erpressung und Verstöße gegen das Waffengesetz. In Klettes Wohnung wurden nicht nur Tatwaffen, sondern auch Skizzen der Überfallorte, Zeitungsartikel und sogar Perücken gefunden. Beweise wie Reste von Kleintierstreu, die in ihren Fluchtfahrzeugen entdeckt wurden, könnten entscheidend gewesen sein. Das Bild, das sich hier abzeichnet, ist das einer Frau, die viele Jahre im Untergrund lebte und offenbar gut vorbereitet war. Ihre Komplizen, Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub, sind bis heute flüchtig.
Ein weiterer Aspekt der Sache: Klette wurde im Februar 2024 in Berlin-Kreuzberg festgenommen, nach mehr als 30 Jahren im Untergrund. Es scheint, als ob die Zeit für sie nicht spurlos vorbeigegangen ist. Die Verteidigung, angeführt von Lukas Theune, hat bereits Revision eingelegt und kritisiert die Ablehnung zahlreicher Beweisanträge. Die Auseinandersetzung um den genauen Hergang der Raubüberfälle bleibt also spannend. Klette und ihre Anwälte argumentieren, dass nicht klar sei, wer tatsächlich hinter den Überfällen steckte.
Die RAF-Vergangenheit
Klette ist nicht nur für die Überfälle bekannt. Ein weiteres Verfahren läuft gegen sie vor dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main, bei dem es um mutmaßliche Beteiligung an drei Anschlägen der Rote Armee Fraktion (RAF) zwischen 1990 und 1993 geht. Interessanterweise ist eine Mitgliedschaft in der RAF nicht mehr strafbar, da die Taten verjährt sind. Dennoch wirft die gesamte Situation Fragen auf: Wie hat sich Klette nach all diesen Jahren in den Schatten gehalten? Was für ein Leben hat sie im Untergrund geführt?
Während die Öffentlichkeit auf die Entscheidung des Bundesgerichtshofs wartet, bleibt Klette in Untersuchungshaft. Ihre Geschichte ist eine von vielen Facetten und wirft ein Licht auf die dunklen Kapitel der deutschen Kriminalgeschichte. Wie wird dieses Kapitel enden? Das bleibt abzuwarten.