Im kleinen, aber feinen Landkreis Dingolfing-Landau haben sich kürzlich die Eichendorfer mit großen Augen auf den Weg zur Firma Ideematec in Neusling gemacht. Die Luft war aufgeladen mit Neugier und einer Prise Aufregung, denn hier gab es die Möglichkeit, sich über moderne Solar-Tracker-Systeme zu informieren. Diese Technik, die Landwirtschaft und Stromerzeugung auf einer Fläche vereint, scheint wie ein Zaubertrick der Zukunft. Und wer könnte dafür besser Einblicke geben als Franz Engl, der Landwirt und Kopf der Agri-PV bei Ideematec? Sein Wissen über die Zusammenhänge und Möglichkeiten ist beeindruckend.

Mario Eckl, der Mitgründer und Aufsichtsratsvorsitzende von Ideematec, hat 2003 mit einer innovativen Idee begonnen: Dachbefestigungen für Solarmodule. Ein mutiger Schritt, denn damals war der PV-Boom in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Aber Niederbayern, wo alles seinen Anfang nahm, wurde schnell zum „Epizentrum“ dieser Entwicklung. Wer hätte gedacht, dass die damals teuren PV-Module so eine Welle losbrechen würden? Die Idee, sie auf Drehgestellen zu montieren, hat sich als wirtschaftlich sinnvoll erwiesen und damit den Grundstein für die Zukunft gelegt.

Die Technik hinter der Agri-PV

Über die Jahre hat sich Ideematec von einem Start-up zu einem Global Player entwickelt. Rund 150 Mitarbeiter wirken daran mit, die Welt mit nachhaltiger Energie zu versorgen. Der Standort Neusling ist mittlerweile der Hauptsitz eines der zehn größten Tracker-Hersteller weltweit. Wenn man die Augen schließt und sich die riesigen Projekte vorstellt, die in Ländern wie Österreich, den USA und dem Irak verwirklicht werden, wird einem ganz schwindelig. Dort, wo die Sonne brennt und der Staub wirbelt, kommen die zweiachsigen Tracker zum Einsatz, die für extreme Bedingungen konzipiert sind. Hochtemperaturen, salzige Luft und Staub? Kein Problem! Auch die einachsigen Systeme für die USA sind auf alles getestet – sogar auf Hurrikans.

Ein ganz besonderer Aspekt der Agri-PV-Tracker ist die doppelte Nutzung der Fläche. Das ist nicht nur clever, sondern auch nachhaltig. Auf einem Hektar können rund ein Megawatt Leistung installiert werden und bis zu 90 Prozent der Fläche bleibt landwirtschaftlich nutzbar. Das bedeutet, dass Landwirte nicht nur ihre Felder bewirtschaften können, sondern gleichzeitig von einer zusätzlichen Einkommensquelle profitieren. Jährlich sind bis zu 1,4 Millionen Kilowattstunden Strom möglich – das ist doch ein Wort!

Die Stau-Strategie und ihre Vorteile

Doch nicht nur die Erzeugung von Strom ist spannend. Es geht auch um die Sicherheit der Systeme. Wenn die Tracker in Position verriegelt sind, wird die Last zuverlässig zu den Fundamenten übertragen. Das sorgt für eine sichere und wiederholbare Positionierung. Und das Beste? Die Entkopplung des Antriebsstrangs von den Solarpanels reduziert die mechanische Belastung. Ideematec hat dazu umfangreiche Tests durchgeführt, die die Effizienz der L:TEC-Plattform belegen. Bei starken Winden hat man sich eine raffinierte Stau-Strategie überlegt, die die Systembelastungen um bis zu 50 Prozent reduziert – selbst bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 205 km/h!

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Und jetzt kommt’s: Die flache Stau-Position schützt nicht nur die Tracker vor Sturm und Regen, sondern ermöglicht gleichzeitig eine maximale Energieerzeugung. Was für ein cleverer Schachzug!

Agri-PV im Kontext der Energiewende

Der Gedanke hinter Agri-Photovoltaik ist nicht nur ein Trend, sondern ein zukunftsweisendes Konzept, das von der Bundesministerin Bettina Stark-Watzinger und Bundesminister Cem Özdemir unterstützt wird. Es kombiniert landwirtschaftliche Produktion mit erneuerbarer Energieerzeugung und kann somit zu einer effizienteren Landnutzung beitragen. Der Leitfaden über Agri-PV zeigt, wie Landwirte durch diese Technologie stabilere Einkommensquellen generieren können, was ihre Resilienz gegenüber Ernteausfällen erhöht. Gerade in Zeiten des Klimawandels ist das Gold wert.

Die Stromgestehungskosten liegen zwischen 7 und 12 Eurocent pro kWh und machen Agri-PV somit äußerst wettbewerbsfähig. Die dritte Ausgabe des Leitfadens liefert zudem spannende Einblicke in neue Projekte und rechtliche Rahmenbedingungen, die es zu beachten gilt. Ein bisschen Herausforderung gehört schließlich dazu, aber mit der richtigen Bürgerbeteiligung und einem klaren Plan steht dem Erfolg nichts mehr im Weg.

So schließt sich der Kreis: Die Technik von Ideematec, die Unterstützung der Politik und das Engagement der Landwirte könnten der Schlüssel zu einer nachhaltigen Zukunft sein. Wer weiß, vielleicht stehen wir am Anfang einer neuen Ära, in der Landwirtschaft und erneuerbare Energie Hand in Hand gehen – und das in einem kleinen, aber feinen Landkreis wie Dingolfing-Landau!

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