In Dachau herrschte am Mittwoch, dem 19. Mai 2022, kurz vor 13 Uhr, ein großer Aufruhr. Eine Gewalttat an der Mittelschule Dachau-Süd wurde der Polizei gemeldet. Sofort wurde der Notfallplan aktiviert: Die Polizei nahm Kontakt zur Schulleitung auf und entschied, dass alle Schüler in ihren Klassenzimmern bleiben mussten. Auch die kleinen Grundschüler, die benachbart unterrichtet wurden, waren betroffen und mussten in ihren Räumen ausharren. Ein ganz normaler Schultag, der plötzlich in einem Moment der Ungewissheit und Anspannung umschlug.
Die Polizei ließ nichts unversucht und sperrte das Umfeld der Schule weiträumig ab. Mit 14 Einsatzfahrzeugen war die Ordnungshüter präsent, um der Situation Herr zu werden. Eltern wurden über eine App informiert, dass möglicherweise Gefahr drohte, und es gab klare Anweisungen: Keine Nachrichten an die Kinder, da diese ihre Handys nicht nutzen durften. Eine Mutter, die auf dem Parkplatz wartete, um ihre Kinder abzuholen, bemerkte die ungewöhnliche Polizeipräsenz und die angespannte Atmosphäre. Innerhalb von zwei Stunden, in denen Schüler und Lehrkräfte in den Klassenzimmern blieben, meldete sich schließlich Entwarnung. Die Polizei hatte die Lage unter Kontrolle und öffnete die Türen wieder.
Ein Vorfall aus der Vergangenheit
Komisch, wie schnell sich die Dinge ändern können. Nur einen Tag vorher, am 18. Mai 2022, gab es bereits einen Vorfall an der Mittelschule, der die Nerven der Schüler strapazierte. Eine Schülerin der achten Klasse hatte mit einem Tierabwehr-Spray hantiert, das eine Mitschülerin mitgebracht hatte. Ein unglücklicher Zufall, der in der Klasse für Aufregung sorgte. Durch das Spray wurde ein Reizstoff freigesetzt, der bei insgesamt sieben Schülerinnen und Schülern zu Reizungen der Augen und Atemwege führte. Die Klasse, überrascht und schockiert, verließ sofort mit der Lehrkraft den Raum.
Zwei Rettungsdienst-Besatzungen und ein Notarzt waren schnell vor Ort, um die Betroffenen zu behandeln. Glücklicherweise musste niemand ins Krankenhaus, aber die Eltern der betroffenen Schüler wurden informiert und in die Situation einbezogen. Gegen die Schülerin, die das Spray versprüht hatte, wird wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. Ein weiterer Vorfall, der zeigt, wie sensibel die Lage in Schulen heutzutage ist.
Schulen im Fokus der Sicherheitsmaßnahmen
In der heutigen Zeit, in der Sicherheit an Schulen immer mehr in den Fokus rückt, scheint es wichtig zu sein, dass Schulleitungen und Lehrkräfte gut vorbereitet sind. Das Landesamt für Schule und Bildung hat daher Handlungshilfen entwickelt, die im Umgang mit technischen Störungen, Gewalt und Bedrohungslagen im Schulbetrieb unterstützen sollen. Diese Schriftenreihe bietet eine Einführung in Abläufe und Prinzipien, um in Notfällen angemessen zu reagieren. Das Ziel? Schüler, Lehrer und das gesamte Schulpersonal in sicherem Umgang mit solchen Situationen zu schulen. Es ist eine Herausforderung, aber eine, die angenommen werden muss.
Insgesamt zeigt sich, wie schnell Unruhen an Schulen entstehen können und wie wichtig es ist, dass sowohl Eltern als auch Kinder in Krisensituationen gut informiert sind. In Dachau bleibt die Erinnerung an diese Vorfälle frisch und erinnert uns daran, wie sehr Sicherheit und Schutz in der Bildungswelt zählen.