Aktuell sorgt ein Fall aus dem Helios Amper-Klinikum in Dachau für Aufregung und Betroffenheit. Klara Beck, eine 88-jährige Patientin, war wegen einer Lungenentzündung eine Woche lang in Behandlung. Ihre Tochter, Petra Brunner, hat bei ihrem Besuch von gravierenden Missständen in der Pflege berichtet. Vertauschte Medikamente und verzögerte Krankenhausverlegungen sind nur einige der Mängel, die sie entdeckte. Der Geschäftsführer Dominik Teich und Chefarzt Dr. Bernhard Witzenbichler haben die Probleme in einem Gespräch mit Brunner bestätigt. Doch das ist nicht alles – nach dem Klinikaufenthalt wurde Klara Beck von Pflegegrad 3 auf 5 hochgestuft. Ein klares Zeichen, dass etwas nicht stimmen kann!

Nicht nur die Familie Beck hat sich mit Beschwerden an die Öffentlichkeit gewandt. Nach Veröffentlichung des Berichts „Tagebuch der Mängel“ hat die Redaktion über 20 E-Mails und zahlreiche Anrufe zu ähnlichen Fällen erhalten. Sylvia Feix-Scheer, 70 Jahre alt, sprach von katastrophalen Zuständen in der Kardiologie, wo es an Medikamenten fehlte und die Überwachung mangelhaft war. Auch Brigitte Feichtmeier berichtete, dass ihre Mutter nach einem Sturz nicht ausreichend versorgt wurde – kein Wasser war verfügbar! Stefan Weitzer wies zudem auf die unzureichende Versorgung seiner demenzkranken Mutter hin, die nicht selbstständig essen konnte. Die Berichte häufen sich und werfen ein beunruhigendes Licht auf die Versorgung in unserer Region.

Ein Blick auf die Qualitätssicherung

Doch was sagt die offizielle Seite dazu? Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Aufgabe, die Qualität in Krankenhäusern zu sichern. Hierfür gibt es Richtlinien und Maßnahmen der externen Qualitätssicherung. Über 296 Qualitätsindikatoren und 100 Transparenzkennzahlen werden in 15 Verfahren ausgewertet. Auch wenn die Klinikleitung bedauert, dass der Fall publik gemacht wurde und lieber in einem persönlichen Gespräch geklärt hätte, ist es doch wichtig, dass solche Missstände ans Licht kommen. Der G-BA hat klare Anforderungen an die Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität von Krankenhäusern, und die Kontrolle erfolgt durch Prüfungen des Medizinischen Dienstes.

Die Veröffentlichung von Informationen über die Versorgungsqualität wird gefördert, und ab Mai 2024 sollen im Bundes-Klinik-Atlas Daten über Leistungsangebote und Qualitätsaspekte veröffentlicht werden. So können Patienten und Angehörige besser informiert Entscheidungen treffen. Es bleibt zu hoffen, dass diese Maßnahmen auch dazu beitragen, dass die erlebten Missstände wie im Fall der Familie Beck nicht mehr vorkommen.

Ein Umdenken in der Pflege

Petra Brunner, die bereits im November 2025 über die Behandlung ihrer Mutter Beschwerden eingereicht hatte, hat nun eine klare Botschaft für andere Betroffene: Sie empfiehlt, sich an die Krankenkasse zu wenden, was die AOK unterstützt. Die Klinik hat auf die Vorwürfe reagiert und plant, Telefonnummern der Klinikleitung in jedem Zimmer anzubringen, um den Patienten die Kontaktaufnahme zu erleichtern. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber ob das ausreicht? Die Klinik möchte auch Pflegekontrollen durchführen und Patienten nach ihrer Zufriedenheit befragen – Maßnahmen, die durchaus notwendig erscheinen.

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Schließlich stellt sich die Frage, ob solche Vorkommnisse Einzelfälle sind oder ob wir hier ein größeres Problem in der Krankenhausversorgung erkennen müssen. Die Berichte über unzureichende Pflege und mangelhafte Versorgung sind alarmierend und sollten zu einem Umdenken führen. Die Patientenversorgung muss qualitativ hochwertig sein, und dafür braucht es mehr als nur gute Absichten – es braucht eine klare Umsetzung der Qualitätsrichtlinien und ein offenes Ohr für die Anliegen der Patienten und deren Angehörigen.

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