Im beschaulichen Dachau lebt die 23-jährige Lena Bartmann, die sich tapfer gegen die Herausforderungen einer schweren Erkrankung namens Dysautonomie stemmt. Diese Störung des autonomen Nervensystems hat ihr Leben in den letzten Jahren stark eingeschränkt. Regelmäßige Ohnmachtsanfälle machen es Lena unmöglich, ohne Rollstuhl das Haus zu verlassen. Nur einmal pro Woche gelingt es ihr, für kurze Ausflüge oder Arzttermine das vertraute Heim zu verlassen.
Bereits in ihrer Kindheit litt Lena an Ohnmachtsanfällen, die zunächst nicht ernst genommen wurden. Nachdem sich ihr Gesundheitszustand mit einem Infekt im Alter von 14 Jahren erheblich verschlechterte, folgten weitere Infekte, Allergien und Kreislaufprobleme. Die Folgen waren gravierend: Lena konnte nicht mehr zur Schule gehen, holte jedoch ihr Abitur als externe Schülerin nach und studiert heute Robotics im Fernstudium. Unterstützung im Alltag erhält sie von ihrem Partner, der ihr bei Einkäufen und organisatorischen Aufgaben zur Seite steht.
Ein langer Weg zur Diagnose
Die Diagnose Dysautonomie wurde erst vor fünf Jahren gestellt, wobei vermutet wird, dass die Erkrankung genetisch bedingt ist. Lena hat die Form POTS (Posturales Orthostatisches Tachykardiesyndrom), die dazu führt, dass ihr Puls beim Aufstehen stark ansteigt. Vor einem halben Jahr unterzog sie sich einer Bauchoperation, um Gefäßkompressionssyndrome zu korrigieren, was eine bemerkenswerte Verbesserung ihres Kreislaufs zur Folge hatte. Dennoch bleibt die Behandlung von Dysautonomie in Deutschland und Europa ein oft vernachlässigtes Thema, insbesondere in Verbindung mit Long Covid.
Um ihrer Situation zu entkommen, plant Lena eine spezialisierte Reha in Michigan, USA, die sich mit Neuroplastizität beschäftigt. Die Kosten für die Reise und die Reha belaufen sich auf schätzungsweise 10.000 bis 15.000 Euro, die sie aus eigener Tasche zahlen muss. Aufgrund ihrer Erkrankung war es Lena kaum möglich zu arbeiten, weshalb sie einen Spendenaufruf gestartet hat, um die finanziellen Mittel für ihre dringend benötigte Behandlung zu sammeln. Die Reise zur Reha ist für August geplant.
Wissenschaftliche Unterstützung und Weiterbildung
Die Behandlung von POTS und Dysautonomie im Allgemeinen wird durch Weiterbildung und Forschung unterstützt. So bietet beispielsweise die PESI, Inc. Weiterbildungsmöglichkeiten für Fachkräfte im Gesundheitswesen an, die sich mit den neuesten Erkenntnissen zu POTS und Rehabilitationsmethoden beschäftigen. Die Teilnahme an diesen Schulungen ermöglicht es Fachleuten, ihre Kenntnisse zu vertiefen und ihre Praxis zu optimieren. In vielen Bundesstaaten der USA können Pflegekräfte, Ergotherapeuten und Physiotherapeuten durch das Absolvieren von Fortbildungen wertvolle Kontaktstunden sammeln, die ihren beruflichen Anforderungen entsprechen.
Die Herausforderung, die Lena Bartmann meistert, ist nicht nur eine persönliche, sondern wirft auch ein Licht auf die Notwendigkeit einer besseren Behandlung und Unterstützung für Menschen mit Dysautonomie. Während sie sich auf ihre Reise in die USA vorbereitet, hoffen viele, dass ihre Geschichte dazu beiträgt, das Bewusstsein für diese oft übersehene Erkrankung zu schärfen.