Im Herzen von Dachau, dort wo die dunkle Geschichte des Konzentrationslagers auf die Erinnerungen derjenigen trifft, die dort in unmenschlichen Bedingungen leben mussten, gibt es eine kurvenreiche Erzählung über Fußball. Ja, Fußball! Ein Sport, der in den schrecklichen Jahren des Nationalsozialismus nicht nur als Spiel, sondern auch als Instrument der Propaganda diente. Zwischen den Mauern des KZ Dachau fanden tatsächlich Spiele statt, die oft das grausame Leben der Häftlinge für einen kurzen Moment in den Hintergrund drängten.

Die ersten Berichte über Fußballspiele im KZ Dachau tauchten bereits im Jahr 1933 auf. Damals wurde das Bild einer heilen Welt durch Fotos von spielenden Häftlingen an ausländische Prominente und Vertreter des Roten Kreuzes vermittelt. Doch hinter dieser Fassade steckte die brutale Realität: Überlebende wie Ferdinand Hackl schilderten, dass die Spiele auf dem Appellplatz stattfanden, einem Ort, der zugleich Schauplatz für Misshandlungen war. Hier konnten die Häftlinge für einen kurzen Augenblick ihr Leid und den gnadenlosen Hunger vergessen.

Der Beginn des Fußballs im Lager

Im April 1936 übernahm der neue Kommandant Hans Loritz das Lager und ließ die Fußballtore abbauen. Doch dies sollte nicht das Ende der Spiele sein. Im November 1942 wurde Michael Redwitz Erster Schutzhaftlagerführer und initiierte eine Rückkehr zum Fußball, um die Moral der Häftlinge zu heben. Unter seiner Aufsicht organisierten die Häftlinge eigenständig Wettbewerbe, gründeten die „Sportgemeinschaft KLD“ und stellten sogar einen Schiedsrichterausschuss auf die Beine. Die Kreativität der Häftlinge kannte keine Grenzen: Sie bauten neue Tore, zogen Linien auf dem Feld und entwarfen Trikots. Sogar Werbeplakate und Urkunden wurden von einem Künstlerkommando erstellt – ein kleiner Lichtblick in einer dunklen Zeit.

Insgesamt durchlebten rund 202.000 Häftlinge das KZ Dachau, und etwa 41.500 von ihnen wurden ermordet. Trotz dieser furchtbaren Realität fanden zwischen Mai 1943 und Herbst 1944 zahlreiche Fußballspiele statt. Zu Beginn wurden die Mannschaften nach Nationalitäten eingeteilt. Doch nach einem Vorfall – es war vermutlich ein Vorfall, der die Unruhen zwischen den verschiedenen Gruppen widerspiegelte – wurden die Teams aus den Blöcken und Baracken neu zusammengesetzt. Für die Siegermannschaft gab es Urkunden, und der hölzerne Pokal, der 1944 der Mannschaft aus der Häftlingsküche verliehen wurde, wurde zum Symbol des kleinen Sieges über die Verzweiflung.

Fußball und seine emotionale Bedeutung

Was für die Häftlinge wie ein kleines Stück Freiheit schien, wurde von den Machthabern jedoch auch als Propaganda missbraucht. Redwitz plante Schaukämpfe gegen SS-Mannschaften, bei denen die Häftlinge nicht gewinnen durften. Dennoch bot der Fußball den Gefangenen eine Ablenkung von der grausamen Realität, die sie umgab. Emotionale Bindungen entstanden, und Spieler wie Heinz Kerz, der die Hölle überlebte und später Fußballtrainer wurde, zeigen, wie der Sport trotz allem Hoffnung und ein Gefühl von Normalität vermittelte. Kurt Landauer, der Präsident des FC Bayern München, war ebenfalls im KZ Dachau interniert. Tragisch, dass 22 Mitglieder des Vereins dort gefangen waren, einige von ihnen verloren ihr Leben.

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Die Gedenkstätte Dachau bietet umfangreiche Rundgänge an, die die Biografien der Häftlinge und den Umgang von Vereinen mit dem Nationalsozialismus thematisieren. Es ist berührend, zu sehen, wie die Geschichte des Fußballs im KZ Dachau nicht nur die dunklen Kapitel, sondern auch die menschliche Fähigkeit zur Hoffnung und zum Überleben beleuchtet. Neben Referenten wie Klaus Schultz und Andreas Wittner, ehemaligen Diakonen und Archivaren, laden die Veranstaltungen dazu ein, die Vergangenheit aufzuarbeiten und zu reflektieren.

Es ist wichtig, dass solche Geschichten erzählt werden – für die, die gekommen sind und für die, die nicht mehr hier sind. Fußball im KZ Dachau war mehr als nur ein Spiel; es war ein kleiner Funke der Menschlichkeit in einer Zeit, die von Grauen geprägt war.

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